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Rheinische Post: Kommentar
Verwirrspiel um Geiseln = Von Helmut Michelis

Düsseldorf (ots) - Schon fast eine Woche lang wird die Militärbeobachter-Gruppe, darunter vier Deutsche, in der Ost-Ukraine festgehalten. Man mag nicht so recht glauben, dass Russland, das sich angeblich tatkräftig für die Freilassung der Geiseln einsetzt, keinen Einfluss auf den prorussischen Rebellenchef in Slawjansk hat, auch wenn dieser seine Unabhängigkeit von Moskau lautstark betont. Spielt also Kreml-Chef Wladimir Putin ein doppeltes Spiel? Dagegen spricht, dass die Lage in der Ost-Ukraine tatsächlich außer Kontrolle geraten zu sein scheint - nicht nur für die Regierung in Kiew, sondern möglicherweise auch für diejenigen, die von jenseits der Landesgrenze Einfluss ausüben. Die Separatisten werden immer unberechenbarer, fungieren als Geiselnehmer und Folterer. Das kann nicht im Interesse des Kreml sein, der auf der Krim zwar gegen internationales Recht verstieß, aber seine Soldaten als Ordnungsmacht einsetzte. Würde Moskau sich mit politisch Unzurechnungsfähigen gemein machen, würde es den letzten Rest an Achtung verspielen. Umso größer wird die Besorgnis um die zwölf Geiseln.

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