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Rheinische Post: Gefangen im Iran

Düsseldorf (ots) - Stillschweigen, um gesichtswahrende Korrekturen geräuschlos zu ermöglichen? Oder Krach schlagen, um öffentlichen Druck zu erzeugen? Das sind die beiden gegensätzlichen Optionen, vor denen westliche Staaten immer wieder stehen, wenn sie sich für die Freilassung eigener Staatsbürger aus Unrechtssystemen einsetzen. Im Fall der beiden deutschen Reporter, die seit 78 Tagen in einem iranischen Gefängnis eingekerkert sind, hat es die Bundesregierung mit einer Mischung aus beidem versucht - und nun wenigstens erreicht, dass Angehörige die Inhaftierten sehen dürfen. Die Bilder von der blutigen Niederschlagung der iranischen Opposition sind noch frisch in Erinnerung. Übrig geblieben ist ein Regime, dessen Kräfte sich uneins sind über den künftigen Kurs. Die einen wollen Deutschlands außenpolitische Offenheit intensiv nutzen und einen fairen Gesprächspartner nicht verprellen. Den anderen ist dies offenkundig egal. Es kann daher leider noch lange dauern, bis sich die eine oder die andere Seite durchgesetzt oder es zu einem Kompromiss gekommen ist. Die Leidtragenden dieses Ringens sind die Reporter. Zu ihrem Schutz muss sich die Öffentlichkeit weiter für ihr Schicksal interessieren.

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