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Rheinische Post: Ende der Harmonie Kommentar Von Maximilian Plück

Düsseldorf (ots) - Dass dieser Tag kommen würde, war abzusehen. Es ist der Tag, an dem das Schreckszenario der Krise seine Wirkung verliert, an dem der Ruf nach höheren Löhnen lauter wird. Es ist zugleich auch der Tag, an dem sich das Verhältnis zwischen Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften wieder abkühlt. In den vergangenen Monaten hatten die Tarifparteien ungewöhnlich nah beieinandergelegen. Es wirkte völlig selbstverständlich, dass DGB-Chef Michael Sommer seinen Konterpart vom Arbeitgeberverband, Dieter Hundt, öffentlich mit warmen Worten lobte. Die Krise war der verbindende Kitt: Arbeitnehmer hatten mit ihrer Lohnzurückhaltung - vor allem durch die Hinnahme von Kurzarbeit und den Abbau von Arbeitszeitkonten, aber auch durch Tarifabschlüsse mit Augenmaß - den Unternehmen Luft verschafft. Im Gegenzug hatten diese auf die sonst krisenüblichen Massenentlassungen verzichtet. Dass die Arbeitnehmer einen Ausgleich für ihre Zurückhaltung fordern, ist deshalb ihr gutes Recht. Allerdings sollten sie dabei im Blick behalten, dass der Aufschwung derzeit noch ein zartes Pflänzchen ist. Zu hohe Forderungen zu einem zu frühen Zeitpunkt können das mühsam gemeinschaftlich Erreichte mit einem Streich zunichte machen.

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