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Rheinische Post: Erdogans Fehler

    Düsseldorf (ots) - von Godehard Uhlemann

    Der Jubel der Türken für ihren Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan nach dem Eklat auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos ist kurzsichtig. Er schadet am Ende der Türkei selbst. Erdogan hat eine Podiumsdiskussion mit Israels Präsidenten Peres abgebrochen. Es sollte ein Protest gegen Israels Vorgehen im Gaza-Streifen gegen die palästinensische Hamas sein. Doch hier bewahrheitet sich mal wieder die Lebenserfahrung, dass der, der im Glashaus sitzt, nicht mit Steinen werfen soll. Würde man Erdogans Logik nämlich folgen, dürften kaum noch Politiker sich mit ihm an einen Tisch setzen. Israel ist gegen die Hamas äußerst hart vorgegangen. Doch wie springt eigentlich die türkische Armee mit den Kurden um? Hat sie nicht in all den Jahren Tausende von Menschen getötet, die Dörfer zerstört und die Bewohner vertrieben? Sind nicht Ankaras Soldaten auf Erdogans Befehl hin zu Tausenden über die Grenze in den Irak eingedrungen und haben dort Jagd auf Kurden gemacht? Die Türkei hat immer für sich in Anspruch genommen, damit den Terrorismus zu bekämpfen. Warum dürfen das nicht auch andere? Erdogan hat sich mit seiner Doppelmoral entlarvt. Er setzt vor der Kommunalwahl auf Populismus. Das macht ihn im Ausland unglaubwürdig.

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