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Rheinische Post: Die Bahn im Zwielicht

Düsseldorf (ots)

Von Alexander von Gersdorff
Gut gemeint ist oft das Gegenteil von gut gemacht. Diese 
Spruchweisheit bewahrheitet sich mit aller Deutlichkeit in der 
Spitzel-Affäre bei der Deutschen Bahn. Mehr als eintausend führende 
Mitarbeiter wurden darauf ausgespäht, ob sie von Baufirmen bestochen 
worden sein könnten - ohne Anfangsverdacht, ohne nachträgliche 
Unterrichtung.
Die Bahn rechtfertigt sich mit der hohen Korruptionsanfälligkeit 
eines Großunternehmens. Es handele sich zudem weder um einen "Fall 
Lidl" mit Kameraüberwachung von Beschäftigten noch um einen "Fall 
Telekom", bei der Telefondaten von Aufsichtsräten aufgezeichnet 
wurden. Dennoch ist die Bahn moralisch im Zwielicht, sie untergräbt 
die Moral ihrer Führungskräfte. Vor allem ist sie nach Erkenntnissen 
der Datenschützer auf die falsche Seite des Gesetzes geraten. Ein 
Privatkonzern ist keine Polizei, keine Staatsanwaltschaft, kein 
Gericht.
Zwar macht die Bahn jetzt das einzig Richtige: Sie kooperiert mit den
Datenschützern, sie bemüht sich um Aufklärung. Doch die Frage, wer 
für den Skandal verantwortlich ist, ist noch offen. Bahn-Chef Mehdorn
als oberster Korruptionsbekämpfer könnte im schlimmsten Fall darüber 
stolpern, dass sein Unternehmen bei der Kontrolle vieler unschuldiger
Mitarbeiter zu weit gegangen ist. Er wird sich früher oder später zu 
seiner Verantwortung äußern müssen.

Pressekontakt:

Rheinische Post
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Telefon: (0211) 505-2303

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