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Rheinische Post: Klima oder Jobs Kommentar VON MATTHIAS BEERMANN

    Düsseldorf (ots) - Vor anderthalb Jahren, da war die Welt der Angela Merkel noch in Ordnung. Als EU-Ratspräsidentin gelang es der Kanzlerin damals, die europäischen Partner auf ehrgeizige Klimaschutzziele zu verpflichten. Dazu gehörte auch das Versprechen, bis 2020 den Ausstoß von Kohlendioxid im Vergleich zum Jahr 1990 um ein Fünftel zu senken. Bravo! Dafür ließ sich Merkel als "Klima-Kanzlerin" feiern. Doch nun bedroht die Wirtschaftskrise Deutschland. Und Merkel steckt in der Klemme. Denn eines ist klar: Die Umsetzung der vor 18 Monaten frohgemut beschlossenen Klimamaßnahmen würde der deutschen Wirtschaft einen weiteren bösen Schlag versetzen. Deutschland mit seinen vielen energiefressenden Zementfabriken, Chemieanlagen und Stahlwerken würde viel stärker unter der geplanten kostenpflichtigen Versteigerung von Emissions-Zertifikaten leiden als etwa Großbritannien mit seinem großen Dienstleistungssektor oder Frankreich mit seinem CO2-freien Atomstrom. Also Klima oder Jobs? Am besten beides. Eine faire Verteilung der Klimalasten in Europa und eng begrenzte Ausnahmeregelungen für wenige Industriebranchen, dafür sollte die Kanzlerin kämpfen. Die Welt retten, aber Deutschland dabei nicht vergessen.

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