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Rheinische Post: Gewissensfragen Kommentar VON GREGOR MAYNTZ

    Düsseldorf (ots) - Das Etikett ist schnell bei der Hand: Endlich mal wieder eine "Sternstunde des Parlaments". Bilder wie die bei der Stammzell-Debatte wünschen sich viele Bürger öfter: Der führende Regierungsvertreter, der dem Oppositionspolitiker leidenschaftlich applaudiert. Der Verzicht auf "Geschlossenheit", wodurch sich Guido Westerwelle an der Seite von Gregor Gysi bei den "Forschern" wiederfindet, andere FDP-Abgeordnete aber auch bei den "Lebensschützern" zu Hause sein dürfen. Die "Sternstunde" suggeriert leuchtende Orientierung in dunkler Nacht. Das Gegenteil ist der Fall. Auf der Suche nach ihrem Gewissen und dem, was daraus zu folgen hat, kommen die Abgeordneten zu höchst verschiedenen Ergebnissen. Versündigen sie sich, wenn sie die Tötung von Embryonen für die Wissenschaft ins Kalkül ziehen? Oder versündigen sie sich, wenn sie lebensrettende Forschung an den Stammzellen ohnehin nicht mehr "gebrauchter" Embryonen verbieten? Es tut gut zu sehen, wie tief sich die Abgeordneten in die Materie hineinknien. Es wäre beruhigender, wenn sie ihre Entscheidung zeitlich befristeten und regelmäßig im Licht der Forschung neu überlegen könnten. Das klappt bei Afghanistan. Warum nicht beim Embryonen-Schutz?

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