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Weser-Kurier: Norbert Holst über den Bundespräsidenten

Bremen (ots) - Aufgetaucht

Lange Zeit wirkte der Bundespräsident wie abgetaucht. Frank-Walter Steinmeier arbeitete zwar emsig den Terminkalender ab, doch seine Worte fanden kaum einen größeren Widerhall. Mit der Rede zum Tag der Deutschen Einheit ist ihm nun ein Befreiungsschlag gelungen. Es war ein Spagat. Denn es kann natürlich nicht die Aufgabe des Staatsoberhauptes sein, das erschreckende Ergebnis der Bundestagswahl zu kritisieren. Andererseits konnte Steinmeier es aber auch nicht ignorieren.

Diesen Drahtseilakt hat er mit Bravour gemeistert. So verknüpfte der Präsident den Begriff "Heimat" mit vorsichtigem Zukunftsoptimismus - ein starker Kontrapunkt zu rückwärtsgewandtem Blut-und-Boden-Geschwätz. Der Sozialdemokrat konnte sich auch einen Seitenhieb auf die Kanzlerin nicht verkneifen. Die Stärke Deutschlands sei stets gewesen, Probleme nicht einfach weg zu moderieren. Anders gesagt: Die Politik darf jetzt nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.

Die Rede war gespickt mit unangenehmen Wahrheiten, nicht zuletzt über die zuweilen naive Sicht auf die deutsche Flüchtlingspolitik. Es war eine Ruck-Rede gegen die neuen Mauern in den Köpfen.

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