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Weser-Kurier: Über die Jamaika-Koalition in Schleswig-Holstein schreibt Joerg Helge Wagner

Bremen (ots) - Im Fußball würde man von optimaler Chancenverwertung sprechen: Nach ihren überraschenden Wahlsiegen in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein hat die CDU in angemessener Zeit und ziemlich geräuscharm Regierungskoalitionen geschmiedet. Spannend sind beide Projekte. In NRW, weil Armin Laschets CDU mit Christian Lindners FDP einen sehr selbstbewussten Partner, aber nur eine hauchdünne Mehrheit hat. Eine ausgeprägte Koch/Kellner-Hierarchie ist so nicht möglich. Noch interessanter ist die Koalition in Kiel: Nach kurzer Irritation bei den Verhandlungen hat man sich hier auf ein Regierungsprogramm geeinigt, in dem sich die Realpolitiker aller drei Parteien wiederfinden sollten. Mehr Geld für Bildung, Sicherheit, Verkehr - das ist eher schwarz-gelb. Humane Standards in der Flüchtlingspolitik und ein klares Bekenntnis zu erneuerbaren Energien - das ist grasgrün. Alles zusammen - bei gleichzeitigem Schuldenabbau - kann ein Modell für ganz Deutschland werden. Davon würden neben der FDP vor allem die Grünen profitieren: Regierungsbeteiligung statt Absturz - wenn ihre Basis im hohen Norden die Chance nicht noch kurz vor dem Tor verstolpert.

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