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Weser-Kurier: Kommentar von Peter Voith über die Suche nach einem Nachfolger für Jens Böhrnsen

Bremen (ots) - Die meisten Menschen, die SPD gewählt haben in Bremen, haben Jens Böhrnsen gewählt - und bekommen nun einen anderen oder eine andere. Sollte man sich nun beschweren? Etwa darüber, dass ein Politiker persönliche Konsequenzen zieht? Und womöglich auch darüber, dass es Wochen dauert, bis klar ist, wer sich der gewählten Bürgerschaft zur Wahl des Bürgermeisters stellt? Ja, es ist eine Hängepartie für das politische Bremen, aber eine notwendige. Ein neuer Regierungschef sollte - wenn schon nicht direkt vom Wähler - wenigstens durch demokratische Entscheidungen der Partei legitimiert sein. Also entweder durch Parteitagsbeschluss (bei einem Kandidaten) oder durch Mitgliederentscheid, wie es bei der Kampfkandidatur zwischen Böhrnsen und Willi Lemke der Fall war. Solche Prozesse brauchen nun mal Zeit. Zeit, die die SPD indes nicht nur braucht, eine Person zu finden, sondern auch um über neue Inhalte und neue Strategien nachzudenken. Sie muss raus aus der Bequemlichkeit, sie muss Debatten entzünden und sie nicht ersticken, wenn ihr in vier Jahren nicht noch mehr Wähler den Rücken kehren sollen. Kurzum: Die alte Tante SPD braucht eine Frischzellenkur. Personell UND inhaltlich. Und so eine Kur dauert nun mal einige Wochen.

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