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Weser-Kurier: Kommentar von Jürgen Hinrichs zum Bremer City-Center

Bremen (ots) - Die Pläne für ein neues Einkaufszentrum in der Bremer Innenstadt stehen seit Jahren unter keinem guten Stern. Nach den Problemen, einen Investor zu gewinnen, und der kläglichen Resonanz, die eine europaweite Ausschreibung gefunden hat, sind es jetzt die unliebsamen Überraschungen im Baugrund. Merkwürdig, dass vorher offenbar niemand in die Pläne geschaut hat. Im Ergebnis aller Widrigkeiten wird sich der Beginn des 150-Millionen-Projekts noch einmal deutlich verzögern. Wenn es denn überhaupt kommt, unken die Spötter. Wie schon beim geplanten Offshore-Terminal in Bremerhaven, das eigentlich Private bauen sollten, ist es auch beim City-Center ein schlechtes Zeichen, wenn letztlich die öffentliche Hand etwas anschiebt, wovon andere, die mehr von dem Geschäft verstehen, die Finger lassen. Die Kritiker haben recht, wenn sie das als Maßstab nehmen und vor einem Scheitern warnen. Was aber wäre die Alternative gewesen? Sollte Bremen weiter dabei zuschauen, wie die Einkaufsparks an der Peripherie den Geschäften in der Innenstadt das Wasser abgraben? Hier mit Macht gegenzusteuern, ist wegen der hohen Risiken vielleicht fahrlässig, vielleicht ist es aber auch einfach mutig. Mit dem portugiesisch-britischen Unternehmen Sonae Sierra wurde immerhin ein Interessent gefunden, der in seinem Segment weltweit eine große Nummer ist. Er hat für den Einkaufspark einen grandiosen Entwurf vorgelegt, der klug auch die gewünschten 100 Wohnungen integriert. Dass Sonae Sierra sich jetzt noch einmal ausdrücklich zu dem Projekt bekennt, ungeachtet aller planerischen Unzulänglichkeiten der Stadt, lässt hoffen, dass der Plan doch noch gelingt.

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