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Weser-Kurier: Zur tierschutzgerechten Eier-Produktion schreibt Peter Mlodoch:

Bremen (ots) - Jetzt sind die Verbraucher dran. Erzeuger und Supermärkte bieten in enger Kooperation Eier aus einer tierschutzgerechten Produktion an; bei deren Legehennen wird auf das schmerzhafte Kürzen der Schnäbel verzichtet. Über die Marktreife entscheiden aber letztlich die Kunden. Sie müssen die teureren Produkte auch tatsächlich kaufen. Sie müssen beweisen, ob und was ihnen das Wohl der Tiere wert ist. Empörung über quälerische Haltungsformen reicht nicht. Mit dem richtigen Griff ins Regal - und anschließend ins Portemonnaie - kann jeder selbst dazu beitragen, dass sich auch in der konventionellen Landwirtschaft etwas ändert. Dazu heißt es allerdings, von der "Geiz ist geil"-Mentalität Abschied zu nehmen. Die Verbraucher müssen begreifen, dass angenehmere Haltungsbedingungen und besseres Futter in der Landwirtschaft auch jenseits des Ökolandbaus eben ihren Preis haben. Dass Lebensmittel keine Ramschwaren sind, bei denen man zulasten von Mitarbeitern und Tieren auf Teufel komm raus Kosten drücken kann und darf. Insoweit ist das Eier-Projekt ein interessanter Testfall. Die Mehrkosten fallen mit drei Cent pro Stück überschaubar aus; entwickeln sie sich trotzdem zum Ladenhüter, dürften Mut und Elan der Beteiligten für freiwillige Verbesserungen beim Tierschutz schnell schwinden.

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