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Weser-Kurier: Kommentar von Silke Hellwig zum Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler

Bremen (ots) - Als ahnungsloser Bürger geht man davon aus, dass Bremen im Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler nicht auftauchen kann. Geht ja nicht: Wer gegenüber Bund und Bayern klagt, dass er mehr Geld braucht, um zu überleben, kann es nicht verschwenden. Weit gefehlt - auch in der jüngsten Auflistung von Größenwahn und Fehlplanung ist Bremen vertreten, wegen einer 74.000 Euro teuren Radwegsanierung. Der Bund der Steuerzahler hält sie für überteuert, das Bremer Bauressort für angemessen. Klar, es kommt auf die Maßstäbe an: Im Vergleich zu einer 1,7 Millionen teuren Abfindung für einen zu Unrecht geschassten Oberarzt (Osnabrück) oder einem 650.000-Euro-Krötentunnel (Schorndorf) mag so eine Radwegsanierung ein angemessen bescheidener Beitrag für das Schwarzbuch sein. Selbst wenn der Bund der Steuerzahler im Falle Bremens übertreiben sollte: Das Bauressort scheint grundsätzlich eigene Maßstäbe anzulegen, siehe Radler-Messstellen oder autofreier Sonntag. Doch Bremen steckt inmitten von Verhandlungen um einen neuen Länderfinanzausgleich, man hört den Bayer förmlich kichern, wenn er Bremen im Schwarzbuch findet. Bekanntlich wäre Einsicht der erste Schritt zur Besserung - so schnell will und wird Bremen im Schwarzbuch wohl kein weißer Fleck werden.

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