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Weser-Kurier: Kommentar von Silke Hellwig zur Diskussion um Grundschul-Noten

Bremen (ots) - Es gibt Diskussionen, die sind einfach nicht totzukriegen; besonders gerne kehren die Untoten in der Bildungspolitik zurück. Wie die Zombie-Debatte um Noten, ob in der Grundschule oder in Betragen, Aufmerksamkeit und Fleiß. Bei Noten ist Elternwille ist nicht gleich Lehrerwille, und der ist nicht gleich Politikerwille. Recht haben kann man in dieser Frage nicht; Experten sind sich uneins, Laien ratlos. Tatsächlich, sollte man meinen, kann Schülern von heute nicht wirklich schaden, was Schülern zuvor Jahrhunderte lang nicht sonderlich geschadet hat. In Bayern werden ab der zweiten Klasse Noten vergeben, obendrein gibt es gemeinerweise sogenannte Exen, unangekündigte Tests. Klingt gruselig, trübt die Leistung der Schüler aber offenbar nicht übermäßig; obgleich nicht bekannt ist, ob unbenotete bayerische Schüler bei Leistungsvergleichen bremische Schüler nicht noch weiter hinter sich ließen. Vermutlich ist es eher wurscht, wie man Kindern und Eltern verklickert, ob es in der Schule läuft. Freundliches Verbrämen ändert am Ergebnis nichts: Das deutsche Bildungssystem krankt nämlich nicht daran, dass zu viele oder zu wenig Noten in Ziffern vergeben werden. Sondern daran, dass weiterhin viel zu viele Schüler in zehn Jahren nur mangelhaft oder ungenügend gebildet werden. Wie man das ändern kann, ohne Ideologien und Vorurteile - das wäre eine Debatte, die sich wirklich lohnte.

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