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Weser-Kurier: Kommentar von Silke Hellwig zur Dienstwagenaffäre in Hannover

Bremen (ots) - In Niedersachsen geht es um ausgiebiges Pendeln im Dienstwagen, in Bayern ging es um sehr interne Angestellte - von Abgeordneten mit Posten versorgte Verwandte. Die Affären haben etwas gemeinsam: Sie zeigen, dass Menschen mit Privilegien zu einer gewissen Kulanz neigen. Ob sie das bewusst tun, ohne Arg oder aus Versehen, wie es der Präsident des niedersächsischen Landgerichts versichert, wer weiß das schon. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Die niedersächsische Affäre lässt auch vermuten, dass sich manch einer schwer tut, in seinem Gedächtnis zu kramen. Dabei gibt es genügend Beispiele aus der Vergangenheit: Die einstige Gesundheitsministerin Ulla Schmidt hatte sich ihren Dienstwagen an ihren spanischen Urlaubsort fahren lassen. Rita Süssmuth geriet unter Druck, weil ihr Mann einen Dienstwagen nutzte. Ursula von der Leyen musste sich als Familienministerin Fragen gefallen lassen, wegen häufiger Fahrten zwischen Wohnort und Berlin. Dazu kommen besondere Großzügigkeiten mit Flugmeilen, mit der Bundeswehr-Flugbereitschaft und, und, und. Was könnte man daraus lernen, wenn man allein den Gedanken an das böse Wort Selbstbedienungsmentalität vermeiden und sich als Amts- buchstäblich auch als ein Würdenträger verstehen will? Eigentlich ganz einfach: Je reicher man an Privilegien ist, desto geiziger gilt es damit umzugehen.

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