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Börsen-Zeitung: Beten für Schnee, Kommentar zur Ölpreisentwicklung von Frank Bremser

Frankfurt (ots)

Eigentlich machen dies Kinder, die von einer
weißen Weihnacht träumen: Beten für Schnee. Doch das Stoßgebet 
mancher Investoren und Herrscher am Persischen Golf dürfte derzeit 
ähnlich klingen: Bitte lass es kälter werden, vor allem in den USA.
Denn der Ölpreis ist zuletzt auf breiter Front gefallen: Hatten 
vor nicht allzu langer Zeit Analysten noch die 100 Dollar ausgerufen,
ist die Notierung nun bei knapp 55 Dollar angelangt. Damit hat der 
Preis seit Jahresbeginn um gut 10% nachgegeben. Einer der Hauptgründe
für den Niedergang beim Schwarzen Gold ist der milde Winter. Es ist 
zu warm, Schnee macht sich rar, die Öfen bleiben aus. So sind die 
Ölläger der Amerikaner ungewöhnlich gut gefüllt. Zudem sind wieder 
Sorgen um eine Abkühlung der US-Wirtschaft aufgekommen, was ebenfalls
für fallende Preise sprechen würde.
Aber auch andere Faktoren drücken auf den Ölpreis. Die 
geopolitische Lage, die noch Mitte 2006 für einen Großteil des 
Preisanstiegs verantwortlich war, hat sich merklich entspannt. Die 
Töne aus Iran und Nordkorea sind milder geworden, die Gefahr einer 
militärischen Eskalation oder die Sorge, dass der Iran den Ölhahn 
zudreht, scheint vorerst gebannt. Dementsprechend haben die ersten 
Analysehäuser und Ökonomen ihre Prognosen für den Ölpreis im ersten 
Quartal 2007 nach unten korrigiert.
Der (zu niedrige) Ölpreis hat indes die Minister der Organisation 
erdölexportierender Länder (OPEC) aufgeschreckt. Schon machen 
Gerüchte über eine bevorstehende Förderkürzung die Runde. Die 
Konsumenten können jedoch ruhig bleiben. Schon die letzten beiden 
Produktionsdrosselungen konnten den Ölpreis nur kurzfristig stützen, 
nicht zuletzt deshalb, weil es immer häufiger Zweifel an der 
Durchsetzung der Beschlüsse innerhalb des Kartells gibt.
Also spricht vieles dafür, dass der Ölpreis vorerst auf dem 
jetzigen Niveau verharrt. Dennoch bleiben immer viele Unwägbarkeiten 
- geopolitische Verwerfungen, Naturkatastrophen oder Förderausfälle 
sind ja bekanntlich nicht vorauszusehen. Wie nun am Montag, als die 
Weißrussen den Mitteleuropäern den Ölhahn zudrehten und der Ölpreis 
kurzzeitig anzog, später aber dann wieder deutlich nachgab.
Auf kurze Sicht scheint es deshalb für Ölinvestoren und Opec-Staaten 
wohl nur eine Möglichkeit zu geben: Beten für Schnee.

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