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Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)

Iran: Militärische Eskalation verschärft die Lage der Minderheiten

Die erneute Eskalation des Krieges zwischen den USA und dem Iran verschärft nach Einschätzung der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) die ohnehin schwierige Lage der Minderheiten im Iran. „In den letzten Wochen hat das Regime seine militärische Präsenz in den kurdischen und belutschischen Gebieten mindestens verdoppelt. Das Ziel der verstärkten Militärpräsenz ist es, den Widerstand der Kurden und Belutschen zu brechen und einen möglichen Aufstand im Keim zu ersticken“, sagt Dr. Kamal Sido, Nahostreferent der GfbV.

Das Mullah-Regime verfolgt, vertreibt und benachteiligt ethnische und religiöse Minderheiten sowie Frauen und die Demokratiebewegung seit der Gründung der Islamischen Republik im Jahr 1979. Angehörige der kurdischen Bevölkerung im Nordwesten und Westen des Iran sowie der belutschischen Bevölkerung im Südosten sind im Dauerwiderstand gegen das Regime. In Iranisch-Kurdistan gibt es Zehntausende bewaffnete Kurden, die seit Jahren für ihre Freiheit kämpfen.

„Ein Aufstand der Minderheiten in den Randgebieten könnte das Regime spürbar schwächen und zu einem landesweiten Aufstand gegen die Mullahs führen. Dies wiederum könnte das Elend und den Krieg schneller beenden. Zudem würde es den Iranern endlich eine Perspektive für eine demokratische Zukunft eröffnen“, betont der Nahostreferent Sido. „Trump, Israel und andere NATO-Länder müssen die Interessen der iranischen Völker berücksichtigen. Nur die Hoffnung auf eine demokratische Perspektive könnte Millionen Iraner dazu bringen, auf die Straße zu gehen, um sowohl dem Regime als auch dem Krieg ein Ende zu setzen. Ob diese Perspektive ernst genommen wird, hängt davon ab, ob die Trump-Administration die Angelegenheit im Iran allein einem autokratischen Machthaber, Kurdenfeind und Antisemiten wie dem türkischen Staatschef Erdogan überlässt.“

Die Interessen der Kurden, Belutschen und anderer Minderheiten geraten durch den Einfluss des türkischen Regimes unter Erdogan sowie Pakistans zunehmend aus dem Blickfeld. Nach Einschätzung der GfbV haben weder Pakistan noch die Türkei Interesse daran, dass sich im Iran Demokratie und föderale Strukturen etablieren, in denen die Kurden und Belutschen eine Rolle spielen. In Pakistan lebt eine große belutschische Bevölkerung, in der Türkei leben mindestens 20 Millionen Kurden.

„Viele Kurden im Iran haben Angst vor einem Einmarsch der Türkei in die kurdischen Gebiete im Iran, wie in Syrien und im Irak geschehen. Dort hat die Türkei die kurdische Bevölkerung angegriffen und vertrieben, um die Entwicklung autonomer, föderaler Strukturen zu behindern“, erklärt der Nahostreferent.

Die GfbV kritisiert auch die Iran-Politik der USA scharf. Die Trump-Administration habe keinen Plan für das durch Diktatur und Krieg erschütterte Land. Trump bleibe in seinen Handlungen und Entscheidungen nach wie vor unberechenbar.

Der Iran ist ein Vielvölkerstaat, in dem zahlreiche Volksgruppen und Religionsgemeinschaften leben. Dazu zählen die persische, aserische, kurdische, arabische, belutschische, turkmenische, armenische und assyrische Volksgruppe sowie die Religionsgemeinschaften der Schiiten, Sunniten, Bahá’í, Christen, Zoroastrier, Juden, Ahl-e Haqq und Sufi-Derwische. Nicht-Perser und Nicht-Schiiten machen fast die Hälfte der etwa 93 Millionen Einwohner aus. In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der Menschen, die dem Christentum beigetreten sind, verdoppelt.

Sie erreichen Dr. Kamal Sido unter k.sido@gfbv.de oder 0173/6733980.

Gesellschaft für bedrohte Völker
Pressereferat
Sarah Neumeyer
Postfach 2024
D-37010 Göttingen
Tel.:  +49 551 499 06-21
Fax:  +49 551 580 28
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