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Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)

Einladung zur Pressekonferenz
Hybride Ausstellungseröffnung "Nobody’s Listening"

Nobody’s Listening

Eine immersive Kunst- und Virtual-Reality-Ausstellung des vergessenen Völkermordes an der jesidischen Gemeinschaft im Irak

Pressekonferenz: 30.09.21, 11 Uhr, ZKM Museumsbalkon und digital um 15 Uhr (ausschließlich in englischer Sprache) unter: https://zoom.us/j/95306592710?pwd=U0ptcW81bVYvR3BMNDRGdno0SU4xQT09

Hybride Eröffnung am Freitag, 01.10.21, 18 Uhr, ZKM Medientheater und digital unter: zkm.de/livestream

Am 01. Oktober 2021 eröffnet die immersive Kunst und VR-Ausstellung Nobody’s Listening auf dem Museumsbalkon des ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe. Die erstmalige Ausstellung der Werke jesidischer Kunstschaffender in dieser Ausstellung führt Besucher:innen mittels Virtual-Reality-Technologie durch zerstörte Häuser im irakischen Sinjar und konfrontiert mit den verheerenden Folgen des Völkermordes an Jesidi:nnen, der ab dem 3. August 2014 im Nordirak durch den sogenannten Islamischen Staat (IS) verübt wurde. Die unter der Schirmherrschaft von Winfried Kretschmann, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, stehende Ausstellung wurde von Yazda, der internationalen Interessensvertretung der Jesid:innen, in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. und dem Institut für transkulturelle Gesundheitsforschung der Dualen Hochschule Baden-Württemberg organisiert und ist bis zum 09. Januar 2022 am ZKM zu sehen.

„Mit der Ausstellung wollen wir das Bewusstsein für einen Völkermord schärfen, der in der öffentlichen Wahrnehmung kaum vorkommt.“, erklärt Ryan D’Souza, Kurator der Ausstellung. „Zugleich verneigen wir uns vor der beeindruckenden Resilienz der jesidischen Glaubensgemeinschaft, die in den gezeigten Werken zum Ausdruck kommt.“ Es werden Fotografien, Gemälde und Skulpturen von 19 jesidischen Kunstschaffenden ausgestellt. Die etwa 15-minütige VR-Experience klärt in englischer und deutscher Sprache über den Völkermord auf. „Die Präsentation ist als Wanderausstellung konzipiert. Nach dem Auftakt in Karlsruhe soll Nobody’s Listening an weiteren Orten weltweit gezeigt werden. Eine der folgenden Stationen soll der Irak sein“, ergänzt Ryan D’Souza.

„Für die Menschen im Sinjar ist der Völkermord auch nach sieben Jahren noch nicht vorbei. Denn noch immer werden etwa 3.000 jesidische Frauen und Kinder vermisst“, berichtet Hala Safil Amo, jesidische Aktivistin und Überlebende des Gonozid. „Von den ursprünglich etwa 400.000 jesidischen Gläubigen in der Region lebt nun nicht einmal mehr die Hälfte dort. Hunderttausende leben weiterhin als Vertriebene in provisorischen Camps oder bei privaten Gastgebern.“ Bei Angriffen der IS-Milizen seien Tausende getötet oder entführt worden. Frauen und Mädchen wurden vergewaltigt, zwangsverheiratet oder auf Sklavenmärkten verkauft. Die, die sich aus dieser Tortur befreien konnten, befinden sich dennoch in einer prekären Lage.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann betont die Rolle des Landes Baden-Württemberg bei der Aufnahme geflüchteter Jesid:innen und sagt: „Ich bin sehr froh, dass die Landesregierung von Baden-Württemberg mit einem Sonderkontingent 1.000 besonders schutzbedürftige überwiegend jesidische Frauen und Kinder im Jahr 2015 aus dem Nordirak nach Baden-Württemberg bringen und ihnen eine zweite Heimat geben konnte. Die Lage im Nordirak ist für die jesidische Gemeinschaft aber nach wie vor dramatisch. Die Landesregierung bemüht sich aus diesem Grund auf Bundesebene, die Genehmigung für ein weiteres Sonderkontingent für besonders schutzbedürftige Personen, insbesondere Frauen und Kinder, zu erhalten.“

Begleitend zur Ausstellung organisiert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) im kommenden Schuljahr eine Bildungskampagne an deutschen Schulen und Universitäten. Lernende ab der 10. Klassenstufe sollen Kenntnisse über die jesidische Religion erlangen und für die prekäre Lage im Nordirak sensibilisiert werden.

Am Tag der Eröffnung am 01. Oktober 2021 diskutieren ab 16 Uhr jesidische und christliche Künstler:innen im ZKM über ihre Erfahrungen und Werke sowie den größeren politischen Zusammenhang des Völkermords an den Jesid:innen im Irak. Die Moderation übernimmt der jesidische Psychologe und Traumatologe Prof. Dr. Jan Ilhan Kizilhan. An der Eröffnung ab 18 Uhr nimmt für die Landesregierung Baden-Württemberg Herr Staatssekretär Florian Hassler und für die Stadt Karlsruhe Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup teil. Die Eröffnungsveranstaltung im ZKM Medientheater wird über die Onlineplattformen des ZKM | Karlsruhe und der GfbV gestreamt. Die Möglichkeit einer Teilnahme vor Ort richtet sich nach den geltenden Hygiene-Bestimmungen.

Das Online-Symposium am 09. Dezember 2021 behandelt die dringlichsten politischen Fragen, die jesidische Geflüchtete und Überlebende in Deutschland heute betreffen. Die Teilnehmenden wollen die notwendigen Bemühungen ausloten, die eine Wiederholung der Gräueltaten gegen ethnisch-religiöse Gruppen im Nordirak verhindern sollen. Die Teilnehmenden werden zeitnah bekannt gegeben.

Über das ZKM

Das ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe ist eine weltweit einzigartige Kulturinstitution, welche die originären Aufgaben des Museums erweitert. Es ist ein Haus aller Medien und Gattungen, ein Haus sowohl der raumbasierten Künste wie Malerei, Fotografie und Skulptur als auch der zeitbasierten Künste wie Film, Video, Medienkunst, Musik, Tanz, Theater und Performance. 1989 mit der Mission gegründet, den Blick stets auf Gesellschaft, den Wandel und die Zukunft gerichtet, will das ZKM als Allianz aus Forschung, Naturwissenschaften, Technologie und Kunst die Komplexität die digitale Welt verstehen und Erkenntnisse mithilfe eines umfassenden Angebots weltweit zugänglich machen.

Website: www.zkm.de

Über die GfbV

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) setzt sich seit 1968 international für den Schutz von Minderheiten ein, insbesondere für die Rechte von religiösen, sprachlichen und ethnischen Minderheiten sowie indigenen Völkern. Sie verteidigt die Menschenrechte von Gruppen, die von Genozid, Ethnozid und Vertreibung bedroht sind, durch Verbreitung zuverlässiger Informationen, Lobbyarbeit, politische Kampagnen, konfliktpräventive Initiativen sowie durch den Einsatz für Flüchtlinge bedrohter Völker. Die GfbV ist unabhängig und wird nur von privaten Spenden und Mitgliedbeiträgen finanziert. Sie vertritt die Interessen von bedrohten Minderheiten auf allen Kontinenten in der Politik, in Verbänden und Medien. Die GfbV hat Beraterstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen. Damit hat sie vor UN-Gremien Rederecht und kann die Stimme für verschiedene Minderheiten erheben. Beim Europarat hat sie mitwirkenden Status.

Website: www.gfbv.de

Über das ITG

Das Institut für Transkulturelle Gesundheitsforschung (ITG) an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Villingen-Schwenningen widmet sich in Forschung und Lehre gesundheitswissenschaftlichen Fragestellungen vor dem Hintergrund zunehmender Internationalisierung der Gesundheitsforschung und Gesundheitsversorgung. Es beschäftigt sich u.a. mit transkulturell orientierter Gesundheitsforschung mit unterschiedlichen kulturell geprägten Begriffen wie Gesundheit, Krankheit, Heilung und dem diesen Konzepten zugrunde liegenden Menschenbild.Website: www.dhbw-vs.de/TCultHS.html

Über Yazda

Yazda ist eine globale, von der Gemeinschaft geführte Institution, die alle religiösen und ethnischen Minderheitengemeinschaften, darunter Assyrer, Chaldäer, Kakais, Shabak, Turkmenen und Jesiden im Irak, in der Region Kurdistan und in Syrien, schützt und unterstützt. Yazda wurde 2014 zu Beginn des vom Islamischen Staat verübten Völkermords an den Jesiden sowie von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit an anderen Minderheiten gegründet und leitet Advocacy- und strategische Projekte in Dohuk, Sinjar und der Ninive-Ebene sowie in globalen Diaspora-Zentren.

Website: www.yazda.org

Gesellschaft für bedrohte Völker
Postfach 2024
D-37010 Göttingen
Tel.: +49 551 499 06-21
Fax: +49 551 580 28
E-Mail: info@gfbv.de
www.gfbv.de
Menschenrechtsorganisation mit beratendem Status bei den UN und mitwirkendem Status beim Europarat
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