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27.07.2020 – 16:34

Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)

Menschenrechtsaktion vor Siemens-Zentrale in München: Überwachung, Unterdrückung und Zwangsarbeit in Xinjiang beenden

Menschenrechtsaktion vor Siemens-Zentrale in München: Überwachung, Unterdrückung und Zwangsarbeit in Xinjiang beenden
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Überwachung, Unterdrückung und Zwangsarbeit in Xinjiang:

- Menschenrechtsaktion vor Siemens-Zentrale in München 
- Siemens soll Zusammenarbeit mit Überwachungsunternehmen CETG einstellen
- DAX-Konzern darf Berichte über Zwangssterilisation und Zwangsarbeit nicht ignorieren 

Am heutigen Montag hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) gemeinsam mit dem Weltkongress der Uiguren eine Menschenrechtsaktion vor der Siemens-Konzernzentrale in München veranstaltet. Die beiden Menschenrechtsorganisationen forderten den Konzern dazu auf, seine Zusammenarbeit mit der chinesischen „China Electronics Technology Group“ (CETG) einzustellen. Diese betreibt spezielle Überwachungssoftware, auf deren Grundlage uigurische, kasachische und kirgisische Muslime in der westchinesischen Provinz Xinjiang (Ostturkestan) massenhaft interniert werden.

„Wir wissen, dass in den Lagern Gehirnwäsche und Folter an der Tagesordnung sind“, erklärt Hanno Schedler, GfbV-Referent für Genozid-Prävention und Schutzverantwortung. „Inzwischen sind auch Berichte über Zwangssterilisation und Zwangsarbeit sehr gut belegt. Ein deutscher DAX-Konzern darf das nicht ignorieren und diese Praktiken auch nicht unterstützen. Siemens sollte sich daher komplett aus der Region zurückziehen und seine Zusammenarbeit mit CETG und anderen Profiteuren der Unterdrückung beenden.“

Die chinesische Regierung habe es sich zur Aufgabe gemacht, die kulturelle und religiöse Identität der muslimischen Nationalitäten in der Region Xinjiang auszulöschen. „Darüber hinaus versucht sie nun, durch Zwangssterilisierungen bei uigurischen Frauen die Zahl der Neugeburten zu senken“, so Schedler. „Sie trennt bereits kleine Kinder von ihren Familien und steckt sie zwangsweise in Internate. Damit sollen sie von der uigurischen Sprache und Kultur von Anfang an ferngehalten werden.“

Um die Internierungslager herum sei zudem ein umfassendes System der Zwangsarbeit entstanden. Berichten der Kampagne „End Uyghur Forced Labor“ zufolge werde inzwischen jedes fünfte weltweit verkaufte Kleidungsstück ganz oder teilweise in uigurischer Zwangsarbeit hergestellt.

Einige Bilder von der Aktion finden sie im Anhang, weitere Bilder und Videos senden wir Ihnen auf Anfrage gerne zu.

Sie erreichen Hanno Schedler unter h.schedler@gfbv.de oder 0551/49906-15.

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