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18.08.2019 – 08:01

Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)

Terroranschlag gegen schiitische Hochzeitsgesellschaft in Kabul

Deutschland soll Gruppenverfolgung schiitischer Hazara endlich anerkennen

Abschiebungen von Hazara nach Afghanistan aussetzen

Mehr Schutz für Hazara gefordert

--- Göttingen, den 18. August 2019 --- Nach einem schweren Terroranschlag auf eine schiitische Hochzeit in Afghanistan hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) gefordert, Abschiebungen von schiitischen Hazara aus Deutschland auszusetzen. Deutschland müsse endlich anerkennen, dass die Hazara als ethnische und religiöse Minderheit systematisch in Afghanistan verfolgt werden, verlangte die Menschenrechtsorganisation. "Wenn Menschen nur aufgrund ihres Glaubens und ihrer Abstammung gezielt von sunnitischen Extremisten ermordet werden, darf Politik nicht länger wegschauen. Wieviele unschuldige Schüler, Trauernde oder Hochzeitsgesellschaften werden noch abgeschlachtet, bis man die Gruppenverfolgung der Hazara endlich anerkennt", erklärte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Sonntag in Göttingen.

Am Samstagabend waren mindestens 63 Menschen bei einem Bombenanschlag auf eine Hochzeitsgesellschaft der Hazara in der afghanischen Hauptstadt Kabul getötet und 182 Personen verletzt worden. Sunnitische Extremisten des Islamischen Staates verüben regelmäßig Terroranschläge auf Schulen, Trauerfeiern und Hochzeiten der schiitischen Minderheit, um Konflikte zwischen Sunniten und Schiiten zu schüren. Jedes Jahr sterben rund 500 Hazara bei Terroranschlägen in Afghanistan und Pakistan.

Nachdrücklich forderte die GfbV einen besseren Schutz der schiitischen Minderheit vor Gewalt und eine Strafverantwortung der Verantwortlichen des Terrors. "Es darf nicht hingenommen werden, dass Menschen nur aufgrund ihres Glaubens und ihrer ethnischen Abstammung systematisch zur Zielscheibe sunnitischer Extremisten werden. Afghanistans Sicherheitskräfte versagen beim Schutz dieser MInderheit. Für Hazara gibt es keinen sicheren Ort in ihrer Heimat Afghanistan", sagte Delius.

Erst am 7. August 2019 waren bei einem Terroranschlag in der Stadt Herat 30 Hazara getötet und 26 Menschen verletzt worden. Bei einem Anschlag auf Feiern zum Persischen Neujahrsfest im März 2019 waren sechs Schiiten im März 2019 zu Tode gekommen und mehr als 20 Personen verletzt worden. Bei einem Selbstmordanschlag gegen eine vor allem von Hazara besuchte Schule waren 48 Menschen getötet und 67 Personen verletzt worden im August 2018.

Ulrich Delius ist erreichbar unter Tel. 0160/95671403

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