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17.04.2019 – 10:09

Gesellschaft für bedrohte Völker e.V.

Kein Lebenszeichen von verschleppten Bischöfen: Syrische Christen erwarten mehr Einsatz von Kirchen in Deutschland

Zu Ostern erinnert die Gesellschaft für bedrohte Völker an das Schiksal zweier Bischöfe, die am 22. April 2013 im Norden Syriens verschleppt wurden. Nach sechs Jahren bangen Wartens fehlt noch immer jedes Lebenszeichen vom Erzbischof der syrisch-orthodoxen Kirche, Mor Gregorius Yohanna Ibrahim, und dem Erzbischof der griechisch-orthodoxen Kirche, Boulos Yazigi. Die großen Kirchen und die Bundesregierung müssen Druck auf lokale Kräfte ausüben, den Verbleib der beiden Bischöfe aufzuklären. Auch sollten sie sich mehr für die zunehmend bedrängten christlichen Gemeinschaften in Syrien, im Irak und in der Türkei einsetzen.

Zu Ostern erinnert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) an das Schiksal zweier Bischöfe, die am 22. April 2013 im Norden Syriens verschleppt wurden. "Nach sechs Jahren bangen Wartens gibt es noch immer kein Lebenszeichen vom Erzbischof der syrisch-orthodoxen Kirche, Mor Gregorius Yohanna Ibrahim, und dem Erzbischof der griechisch-orthodoxen Kirche, Boulos Yazigi", berichtete GfbV-Direktor Ulrich Delius am Mittwoch in Göttingen. "Wir wollen die Hoffnung nicht aufgeben, die hohen Würdenträger lebend wiederzusehen. Ihr Schicksal spiegelt die ungewisse Zukunft der Christen im Nahen Osten deutlich wider." Die Bischöfe wollten im Frühjahr 2013 über die Freilassung eines entführten Priesters verhandeln. Auf dem Weg zu einem angeblichen Treffen wurde ihr Wagen im Westen von Aleppo unweit der türkischen Grenze gestoppt. Ihr Fahrer, ein Diakon, wurde bei dem Überfall erschossen, die Bischöfe verschleppt. Bisher hat sich niemand zu der Tat bekannt.

"Christen in Syrien und im Irak bitten immer wieder um mehr Unterstützung aus Deutschland. Die großen Kirchen und die Bundesregierung müssen Druck auf lokale Kräfte ausüben, den Verbleib der beiden Bischöfe aufzuklären", so Delius. Auch sollten sie sich mehr für die zunehmend bedrängten christlichen Gemeinschaften in Syrien, im Irak und in der Türkei einsetzen. Der GfbV-Nahostexperte Kamal Sido befindet sich derzeit in der Region, unter anderem um Gespräche mit Vertretern der christlichen Minderheit zu führen.

Die GfbV setzt sich unvermindert für die Christen im Nahen Ostenein, insbesondere für Assyrer, Chaldäer und Aramäer. "Wir fordern großen Kirchen Deutschlands eindringlich auf, mehr für ihre bedrängten Schwestern und Brüder im Nahen Osten zu tun", sagt der Menschenrechtler. Im Irak und Syrien wären ein Ende der Gewalt sowie mehr Hilfe für den Wiederaufbau dringend notwendig. Nach der militärischen Zerschlagung des "Islamischen Staates" nähme der Einfluss des politischen Islams zu. Die Radikalislamisten gefährdeten ein friedliches Miteinander nahezu in allen nahöstlichen Ländern.

Die beiden entführten Bischöfe wurden 2014 auf Vorschlag der GfbV mit dem Weimarer Menschenrechtspreis ausgezeichnet, der ihren Einsatz als Vermittler, Botschafter und Kämpfer für die Menschenrechte im anhaltenden Bürgerkrieg würdigte. In Syrien wird die Zahl der christlichen Bevölkerung im Jahre 2019 auf etwa 500.000 bis 700.000 geschätzt - etwa halb so viele, wie 2010. Auch im Irak ist die Zahl der Christen zurückgegangen von 275.000 im Jahr 2015 sind nur noch etwa 150.000 übrig.

Ulrich Delius ist zu erreichen unter Tel. 0160/95671403

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