Alle Storys
Folgen
Keine Story von Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV) mehr verpassen.

Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)

China betreibt "Geiseldiplomatie" - Ermittlungen gegen zweiten Kanadier

Zweiter Kanadier im Visier der chinesischen Staatssicherheit - Menschenrechtler werfen China Geiseldiplomatie vor: Wildwest-Methoden müssen Investoren alarmieren

--- Göttingen, den 13. Dezember 2018 --- Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat China Geiseldiplomatie vorgeworfen, nachdem Ermittlungen gegen einen zweiten Kanadier wegen angeblicher Verletzung der Staatssicherheit eingeleitet wurden. Zuvor hatte die chinesische Führung ihre tiefe Verärgerung über die Verhaftung der Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou in Kanada geäußert und den kanadischen Botschafter einbestellt. "Offensichtlich gibt es einen Zusammenhang zwischen den Ermittlungen gegen die Kanadier und dem Fall der Huawei-Managerin", sagte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Donnerstag in Göttingen und kritisierte: "China betreibt Machtpolitik mit Geiseln. Deutlicher kann die Führung in Peking nicht zeigen, wie gering für sie der Stellenwert von Rechtsstaatlichkeit und Völkerrecht ist. Dies ist ein alarmierendes Signal für alle Investoren und ausländische Unternehmen, die zukünftig um die Sicherheit ihrer Mitarbeiter in China fürchten müssen."

Am Mittwochabend war bekannt geworden, dass gegen den in China lebenden kanadischen Geschäftsmann Michael Spavor ermittelt wird. Er wurde bereits verhört. Schon am 10. Dezember 2018 war der kanadische Menschenrechtler Michael Kovrig festgenommen worden. Er wird seither ebenfalls wegen angeblicher Verletzung der Staatssicherheit in Gewahrsam gehalten. Kovrig arbeitet für die angesehene internationale Menschenrechtsorganisation International Crisis Group. Zuvor war er für die kanadische Botschaft in China tätig.

"China bekommt als führender Finanz- und Wirtschaftsstandort nur Weltgeltung, wenn Regeln und Rechtsstandards verbindlich beachtet werden. Wildwest-Methoden beschädigen das Vertrauen in die Volksrepublik und ihre Rolle als Weltmacht", erklärte Delius. Das aktuelle hemdsärmelige Vorgehen stehe jedoch leider beispielhaft für Chinas willkürlichen Umgang mit Kritikern im In- und Ausland.

"Wenn die chinesische Staatsführung die Vorwürfe gegen die Huawei-Managerin für ungerechtfertigt hält, dann muss sie juristisch dagegen vorgehen", forderte Delius. "Unbescholtene Menschenrechtler und Geschäftsleute als Geiseln zu nehmen, ist Staatsterror, der nicht geduldet werden darf." Die in Kanada verhaftete Huawei- Finanzchefin ist inzwischen auf Kaution aus der Haft entlassen worden.

Ulrich Delius ist zu erreichen unter Tel. 0160/95671403

Gesellschaft für bedrohte Völker
Postfach 2024, 37010 Göttingen
Tel. +49 (0)551 499 06-25, Fax +49 (0)551 58028 presse@gfbv.de - www.gfbv.de/
Weitere Storys: Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)
Weitere Storys: Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)
  • 12.12.2018 – 09:43

    Brasilien: "Beunruhigender Rückschritt" für indigene Gemeinschaften

    Brasilien: Pläne der neuen Regierung werfen "düstere Schatten" voraus - Schwächung der brasilianischen Indigenen-Behörde als "beunruhigenden Rückschritt" scharf kritisiert Göttingen, den 12.12.2018 --- Als "beunruhigenden Rückschritt" wertet die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) die Entscheidung des Übergangsteams des designierten brasilianischen ...

  • 10.12.2018 – 10:43

    Friedensnobelpreis an Nadia Murad - Sicherheitsgarantien für Yeziden im Irak gefordert

    Verleihung des Friedensnobelpreises an Nadia Murad (10.12.) - Sicherheitsgarantien für Yeziden gefordert: Nichtmuslimische Glaubensgemeinschaften brauchen Zukunftsperspektive im Nahen Osten! Das furchtbare Schicksal der mehr als 3.000 im Nordirak verschleppten yezidischen Mädchen und Frauen vor Augen, die noch immer in der Gewalt des Islamischen Staates (IS) sind, ...

  • 07.12.2018 – 09:04

    TERMIN: Aktion mit Yeziden in Göttingen - "Wir gratulieren zum Friedensnobelpreis"

    Menschenrechtsaktion "Wir gratulieren Nadia Murad zum Friedensnobelpreis und fordern mehr Hilfe für ihre yezidischen Landsleute!" am Sonntag, den 09. Dezember 2018, um 14:30 Uhr gegenüber von Karstadt Sport, Kornmarkt, 37073 Göttingen Unter dem Motto "Wir gratulieren Nadia Murad und fordern mehr Hilfe für ihre yezidischen Landsleute!" organisiert die Gesellschaft ...