Gesellschaft für bedrohte Völker e.V.

US-Präsident entdeckt die Menschenrechte in seinem Ringen mit Nordkoreas Diktator

Trump empfängt Nordkorea-Flüchtlinge im Weißen Haus Flüchtlinge aus Nordkorea brauchen mehr Aufmerksamkeit und Schutz

--- Göttingen, den 3. Februar 2018 ----Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat mehr Aufmerksamkeit für Menschenrechtsverletzungen in Nordkorea und für die schwierige Lage der Nordkorea-Flüchtlinge gefordert. US-Präsident Donald Trump hatte gestern Abend viel Aufsehen erregt, als er eine Gruppe von acht Nordkorea-Flüchtlingen im Weißen Haus empfing. "Nordkoreas Flüchtlinge brauchen mehr Hilfe und Aufmerksamkeit. Sie fliehen vor willkürlicher Verhaftung, religiöser Verfolgung, Arbeitslagern und Bevormundung. Doch oft wird ihnen Schutz verwehrt", erklärte GfbV-Direktor Ulrich Delius am Samstag in Göttingen.

Nachdrücklich warnte die GfbV aber vor einer Instrumentalisierung der Menschenrechte in Trumps Machtkampf mit Nordkoreas Diktator Kim Jong-Un. "China dürfte nach dem Trump-Empfang noch weniger bereit sein, Flüchtenden aus Nordkorea Schutz zu gewähren. Denn Nordkoreas Verbündeter muss fürchten, dass Trump nun auch die Menschenrechtsfrage nutzt, um einen Regimewechsel in Nordkorea zu erzwingen."

Präsident Trump war bereits in seiner Ansprache zur Lage der Nation am Donnerstag auf die dramatische Lage in Nordkorea eingegangen. Bei der viel beachteten Rede waren auch Flüchtlinge aus dem diktatorisch regierten Staat und die Mutter des US-Studenten Otto Warmbier zugegen, der an den Folgen schwerer Folter in Nordkorea starb. Zuletzt waren unter US-Präsident George Bush Nordkorea-Flüchtlinge im Weißen Haus empfangen worden. Präsident Obama hatte von einem Treffen abgesehen, um China nicht zu brüskieren.

Obwohl China die Genfer Flüchtlingskonvention ratifiziert hat, verweigert es Flüchtenden aus Nordkorea die Aufnahme, da sie vermeintlich nur aus wirtschaftlichen Gründen fliehen würden. Doch in Nordkorea werden alle grundlegenden Bürgerrechte verletzt und die Vereinten Nationen werfen dem Staat Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Eine legale Ausreise ist für Opfer von Menschenrechtsverletzungen nicht möglich. Illegale "Republikflucht" wird mit Folter, Arbeitslager, Gefängnis und sozialer Ausgrenzung geahndet.

"Wir verfolgen mit großer Sorge, dass China Schutzsuchenden aus Nordkorea die Zuflucht verweigert und sie trotz Gefahr für Leib und Leben in ihre Heimat abschiebt", sagte Delius. Mehr als 100 Nordkoreaner wurden so in den letzten Monaten gewaltsam aus China repatriiert. Die Zahl der Flüchtlinge war im Jahr 2017 zurückgegangen, weil Nordkorea seine Grenzen noch stärker schützt. Auch spioniert das Land systematisch die im Ausland lebenden Flüchtlinge aus. Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass Flüchtlinge mit Viren infizierte Mails von Hackern zugesandt bekamen, um ihre Aktivitäten auszuspähen.

Ulrich Delius ist zu erreichen unter Tel. 0160/95671403

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