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Der Tagesspiegel: Scharfe Kritik an ehemaligem Bundeswehr-General

Berlin (ots)

Der ehemalige Bundeswehr-General Gerd
Schultze-Rhonhof (65) relativiert in einem Interview des ultrarechten
Wochenblatts „Junge Freiheit“ die Schuld Deutschlands am Ausbruch des
Zweiten Weltkriegs. „Die Verursacher saßen in den Regierungen
Großbritanniens, Polens, Russlands, Amerikas und Italiens genauso wie
in der deutschen Reichsregierung“, so Schultze-Rhonhof, Ex-
Generalmajor, in der aktuellen Ausgabe.
"Das ist übelste Geschichtsverfälschung“, sagte Cornelie Sonntag-
Wolgast (SPD), Vorsitzende des Innenausschusses des Bundestages, am
Freitag dem Tagesspiegel. Sie forderte die Bundeswehr auf, an so
denkende Ex-Offiziere einen Appell zu richten, „die Grundprinzipien
unseres Rechtsstaates und die historischen Tatsachen zu
respektieren“. Scharfe Kritik kam auch von Brandenburgs Innenminister
Jörg Schönbohm (CDU), Ex-Inspekteur des Heeres. Was Schultze-Rhonhof
sage, sei „nicht akzeptabel“.
Anlass des Interviews in der „Jungen Freiheit“ war ein Aufruf
Schultze-Rhonhofs und weiterer elf Generäle vom vergangenen Sonntag
in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Die früheren
Offiziere fordern in einer Anzeige, am 8. Mai nicht nur der Befreiung
der Verfolgten des NS-Regimes zu gedenken, sondern auch an die
Vertreibung von 15 Millionen Deutschen zu erinnern. Zu den
Unterzeichnern zählt Brigadegeneral a.D. Reinhard Günzel. Er musste
2003 die Bundeswehr verlassen, weil er dem CDU-Abgeordneten Martin
Hohmann zur „Tätervolk“-Rede gratuliert hatte. Schönbohm hat die
Bitte, die Anzeige zu unterzeichnen, verweigert, weil der Aufruf
„historisch verkürzt“ sei.
Schultze-Rhonhof bekräftigte gegenüber dem Tagesspiegel seine
Interview-Äußerungen. In den vergangenen Jahren hat der 1996 aus der
Bundeswehr geschiedene Ex-General mehrmals, auch in einem Buch,
Deutschlands Kriegsschuld relativiert.
ots-Originaltext: Der Tagesspiegel

Rückfragen bitte an:

Der Tagesspiegel
Thomas Wurster
Chef vom Dienst
Telefon: 030-260 09-419
Fax: 030-260 09-622
Email: thomas.wurster@tagesspiegel.de

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