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21.11.2004 – 15:20

Der Tagesspiegel

Der Tagesspiegel: Ehemaliger Kfor-Chef Kammerhoff: "Hatte vorab keine Kenntnis über Unruhen im März"

Berlin (ots)

Der jetzige Leiter des Einsatzführungskommandos der
Bundeswehr und frühere Chef der Kfor-Truppe im Kosovo, Holger
Kammerhoff, bestreitet, vorab über den Ausbruch bewaffneter
Ausschreitungen im März 2004 unterrichtet gewesen zu sein. „Ich hatte
die Information auf dem Nato-Strang nicht, über die jetzt gesprochen
wird", antwortete Kammerhof auf die Frage des Berliner
"Tagesspiegels" (Montagausgabe), ob er damals Hinweise auf
bevorstehende Aktionen militanter Kosovo-Albaner erhalten habe. „Ich
weiß nicht, was beim BND oder bei der Bundeswehr vorhanden war",
erklärte Kammerhoff. Er wies Kritik an der Einsatzplanung im Kosovo
zurück. So seien vor dem fünften Jahrestag der Nato- Intervention in
Jugoslawien am 24. März flächendeckend Demonstrationen angekündigt
worden: „Es gab keinen Grund, hier in irgendeiner Art und Weise diese
Demonstrationen zu verbieten." Mit Blick auf die Reduzierung der
Nato-Truppen auf dem Balkan in den vergangenen Jahren räumte er ein,
dass dadurch Lücken entstanden seien, die eine umfassende Sicherung
der serbischen Bevölkerung im Kosovo unmöglich gemacht hätten: „Die
Enklaven, die angegriffen wurden, waren im Grunde ungeschützt, weil
keine Kräfte mehr für diesen Schutz vorhanden waren." Sein
Nachfolger, der Franzose Yves de Kermabon, verfüge jetzt über
Streitkräfte, „die sicher etwas mehr können als die Truppen der
Nationen konnten, die im März dort waren". Kammerhof wollte dennoch
neue Ausschreitungen nicht ausschließen. „Es sind nach wie vor zu
wenige Soldaten dort, um alle Serben - es sind ja noch 95000 da - zu
schützen."
Für Rückfragen: Tagesspiegel-Politikredaktion, Tel. 26009-389
ots-Originaltext: Der Tagesspiegel

Rückfragen bitte an:

Der Tagesspiegel
Thomas Wurster
Chef vom Dienst
Telefon: 030-260 09-419
Fax: 030-260 09-622
Email: thomas.wurster@tagesspiegel.de

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