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Der Tagesspiegel: Zahnärzte kritisieren Ulla Schmidt/ Private Versicherer wollen bei Zahnersatz kulant sein/ Zahnarztbesuche nehmen deutlich zu

Berlin (ots)

Die privaten Krankenversicherer und die Zahnärzte
lehnen den Gesetzentwurf von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD)
zur künftigen Finanzierung des Zahnersatzes entschieden ab. Wilfried
Beckmann, Bundesvorsitzender des Freien Verbandes Deutscher
Zahnärzte, sagte dem Tagesspiegel (Samstagausgabe): "Das ist die
Kombination aller erdenklichen Nachteile." Versicherte müssten
künftig mehr als das Doppelte für den Zahnersatz bezahlen, ohne den
Umfang ihrer Leistungen bestimmen zu können. Jürgen Weitkamp,
Präsident der Bundeszahnärztekammer, kritisierte, der Vorschlag
beinhalte "maximale Nachteile" für die gesetzlich Versicherten, da
das Wahlrecht, den Zahnersatz bei einer privaten oder gesetzlichen
Kasse zu versichern, entfalle. Reinhold Schulte, Vorsitzender des
Verbandes der privaten Krankenversicherung (PKV), hat sich am Freitag
in Briefen an Schmidt und Kanzler Schröder über das politische
Durcheinander beschwert. "Wir brauchen Verlässlichkeit und
Planungssicherheit", forderte Schulte im Gespräch mit dem
Tagesspiegel. Man könne nicht einfach ein bereits beschlossenes
Gesetz vier Monate vor seinem Inkrafttreten verändern, rügte Schulte.
Gegenüber den Kunden, die bereits im Vertrauen auf die gesetzliche
Neureglung eine private Zahnersatz-Versicherung abgeschlossen haben,
kündigte der PKV-Chef Kulanz an. Oft werde sich die Umwandlung der
Police in eine höherwertige Zahnzusatzversicherung anbieten, sagte
Schulte. Sollten Kunden das aber ablehnen und lieber aus den
Verträgen aussteigen wollen, würden sich die Unternehmen "nicht
verweigern".
Die Unsicherheit über die künftige Finanzierung des Zahnersatzes
treibt die Patienten bereits jetzt massenhaft in die Praxen. Im
ersten Halbjahr stiegen die Ausgaben der Kassen für den Zahnersatz
nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums um 2,2 Prozent
gegenüber dem Vorjahreszeitraum an. "Wir erwarten, dass aufgrund der
Verunsicherung der Patienten die Nachfrage im vierten Quartal weiter
steigt", sagte Beckmann dem Tagesspiegel.
Inhaltliche Rückfragen richten Sie bitte an:
Der Tagesspiegel, Ressort Wirtschaft, Telefon 030/26009-260
ots-Originaltext: Der Tagesspiegel

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Chef vom Dienst
Telefon: 030-260 09-419
Fax: 030-260 09-622
Email: thomas.wurster@tagesspiegel.de

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