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26.05.2004 – 16:45

Der Tagesspiegel

Der Tagesspiegel: Der Bund beugt sich den Ländern. Staatssekretär Catenhusen: "350 Millionen Euro pro Jahr reichen für die Elitenförderung"

    Berlin (ots)

Der Bund gibt sich damit zufrieden, wenn die Länder den gemeinsamen Bund-Länder-Wettbewerb "Brain up! Deutschland sucht seine Spitzenuniversitäten" mit nur knapp 30 Prozent gegenfinanzieren. Der Staatssekretär im Bundesbildungsministerium, Wolf-Michael Catenhusen, sagte dem Tagesspiegel am Mittwoch, eine Einigung mit den Ländern über das Elitekonzept werde nicht an zu hohen Finanzforderungen des Bundes scheitern. Der Bund könne sich damit abfinden, wenn jährlich für die Spitzenförderung in Deutschland 350 Millionen Euro zu Verfügung stehen, also die Länder zu den 250 Millionen Euro, die der Bund pro Jahr beisteuern will, 100 Millionen beitragen. Das entspricht knapp 30 Prozent. Damit rückt Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) von ihrem bisherigen Kurs ab. Sie hatte immer betont, die Länder müssten genauso viel Geld beitragen wie der Bund.

    Eine Einigung ist trotzdem noch nicht in Sicht. Denn die Länder wollen nach Informationen des Tagesspiegels nicht mehr als 25 Prozent beizusteuern. Außerdem wollen sie, dass die Elite- Universitäten erst nach einem jahrelangen Entwicklungsprozess definiert werden. Nur solche Unis sollen den Elite-Status erhalten, die besonders viele Graduiertenschulen und Cluster bekommen. Bulmahn will aber schon im nächsten Jahr Elite-Unis benennen können.

    Inzwischen stellt sich auch heraus, dass im Elite-Wettbewerb nur solche Anträge von Universitäten berücksichtigt werden sollen, deren Land sich zur Gegenfinanzierung bereit erklärt, wie der Tagesspiegel aus gut unterrichteten Quellen erfuhr. Das bringt Universitäten in finanzschwachen Ländern in Schwierigkeiten. Auf den Berliner Haushalt des Jahres 2006 etwa kämen Belastungen von 22 bis 27,5 Millionen Euro zu, wenn das Land nur eine Spitzenuniversität sowie drei Forschungscluster fördern würde. Brigitte Reich aus Berlins Senatsverwaltung für Wissenschaft geht nicht davon aus, dass der Senat diese Summe dann zusätzlich der Wissenschaft zur Verfügung stellen müsste.


ots-Originaltext: Der Tagesspiegel

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