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05.07.2008 – 13:54

Der Tagesspiegel

Der Tagesspiegel: Merkel kündigt G8-Maßnahmen gegen steigende Lebensmittelpreise an

Berlin (ots)

Die sieben mächtigsten Industrienationen und
Russland wollen die weltweit steigenden Lebensmittelpreise gemeinsam 
eindämmen. In einem Gastbeitrag für den "Tagesspiegel am Sonntag" 
kündigt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ein "umfassendes 
Maßnahmenpaket zur globalen Ernährungssicherung" an, das kommende 
Woche beim G8-Gipfeltreffen in Japan verabschiedet werden solle. Es 
gehe auf ein Konzept der Bundesregierung zurück, "das eine 
kurzfristige Linderung der akuten Ernährungslage, aber auch eine 
langfristige Strategie zur Steigerung der weltweiten 
landwirtschaftlichen Produktion vorsieht".
Auch den hohen Ölpreis sieht Merkel als "ein zentrales Thema" des 
Treffens. In Deutschland seien deswegen zwar "keine konjunkturellen 
Verwerfungen zu erwarten", auch wenn Unternehmen und Verbraucher 
erheblich belastet würden. Dennoch sollten die G8 sich auf weitere 
Schritte verständigen. "Wichtig ist es, die Transparenz an den 
internationalen Ölmärkten zu erhöhen, um Spekulation, die einen 
spürbaren Anteil an den Preissteigerungen hat, von vornherein zu 
erschweren. Gleichzeitig müssen nicht nur die Industrieländer, 
sondern auch die Schwellenländer ihr Wachstum stärker vom 
Energieverbrauch entkoppeln."
Beim Klimaschutz fordert die Kanzlerin die Industrienationen auf, 
die vor einem Jahr in Heiligendamm getroffene Vereinbarung "mit 
Nachdruck" zu bekräftigen und sich "glaubhaft zu eigen zu machen". 
Damals hatten die G8 unter deutschem Vorsitz vereinbart, mindestens 
eine Halbierung des globalen CO2-Ausstoßes bis 2050 "ernsthaft zu 
prüfen". Merkel sieht jedoch nicht nur die Industrieländer in der 
Pflicht. "Die wirtschaftlich aufstrebenden Schwellenländer müssen 
sich mit eigenen Anstrengungen am Klimaschutz beteiligen. Wir müssen 
die Verantwortung dieser Länder einfordern, ohne sie zu überfordern."
Nach Merkels Worten werden gerade in diesem Jahr die 
Herausforderungen der Globalisierung besonders deutlich. Das zeige 
sich bei den Preisen für Lebensmitteln und Öl, aber auch an der 
Kreditkrise, die "weite Teile Europas und der übrigen Welt erfasst" 
habe. In den G8 habe sich nach anfänglichen Widerständen die Haltung 
durchgesetzt, dass auf den Finanzmärkten mehr Transparenz nötig sei.
Neben den Wirtschaftsfragen sieht die Kanzlerin die G8 auch vor 
sicherheitspolitischen Herausforderungen: "Hinzu kommt, dass Gefahren
des transnationalen Terrorismus und etwa der unkontrollierten 
Verbringung von Nuklearmaterial eine zunehmend globale Bedrohung 
darstellen", warnt Merkel in dem Gastbeitrag. Nötig seien 
international abgestimmte Antworten. "Nationale Alleingänge führen in
unserer verflochtenen Welt immer seltener zum Ziel."

Pressekontakt:

Der Tagesspiegel
Chef vom Dienst
Thomas Wurster
Telefon: 030-260 09-308
Fax: 030-260 09-622
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