Deutsche Stiftung Weltbevölkerung

G8 Gipfel
Neuer UN-Bericht zeigt dramatische Situation von Müttern in Entwicklungsländern
DSW: "Bundesregierung muss sich auf G8-Gipfel engagieren"

Hannover (ots) - Mit einem neuen Bericht, der gestern veröffentlicht wurde, weisen die Vereinten Nationen auf den dringenden Handlungsbedarf bei der Gesundheit von Müttern in Entwicklungsländern hin. Vor dem Hintergrund der aktuellen Zahlen, die der "Millennium Development Goals Report 2010" zeigt, fordert die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) die Bundesregierung zu einem verstärkten Einsatz für Müttergesundheit in Entwicklungsländern beim G8-Gipfel am kommenden Wochenende auf.

Im Rahmen des Gipfeltreffens in Kanada wird das Thema eine besondere Rolle spielen, denn die Regierungschefs werden über eine neue Initiative zur Kinder- und Müttergesundheit beraten. "Wir fordern die Bundesregierung auf, mit konkreten Handlungsschritten und finanziellen Zusagen Signale an die Weltgemeinschaft zu setzen, um die Gesundheit von Kindern und Müttern nachhaltig zu verbessern", erklärt DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr. "Die gesundheitliche Situation von Müttern in Entwicklungsländern ist nach wie vor dramatisch." Zwar gab es in den vergangenen Jahren teilweise Verbesserungen, jedoch sterben noch immer mehr als 300.000 Frauen weltweit im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft oder Geburt. Wie der neue UN-Bericht zeigt, ist die Situation in Afrika südlich der Sahara am schlimmsten. Dort wird weniger als jede zweite Geburt durch einen Arzt oder eine Hebamme betreut. Nur etwa zwei von zehn Frauen nutzen hier Verhütungsmittel. Weltweit haben 215 Millionen Frauen keinen Zugang zu modernen Verhütungsmethoden, obwohl sie die Größe ihrer Familien gerne planen oder die Abstände zwischen Geburten vergrößern würden. Mit Familienplanung und einer sie begleitenden Gesundheitsversorgung lässt sich das Leben von Müttern und ihren Kindern retten, jedoch wurden hier die Entwicklungshilfe-Zahlungen in den vergangenen Jahren stark gekürzt, wie die UN in ihrer Studie hervorheben. Der Anteil an Geldern für Familienplanung an den gesamten Gesundheitsausgaben ist von 8,2 Prozent im Jahr 2000 auf 3,2 Prozent im Jahr 2008 gesunken.

Der neue UN-Bericht zieht Bilanz zur Umsetzung der Millennium-Entwicklungsziele (MDGs). Bei den insgesamt acht Zielen geht es darum, vorrangig die Lebenssituation von Menschen in Entwicklungsländern bis zum Jahr 2015 zu verbessern. Wie der Bericht zeigt, ist die Erreichung des fünften Zieles, die Verringerung der Müttersterblichkeit um drei Viertel zwischen 1990 und 2015, besonders gefährdet.

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