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Vertrauen in klassische Industrien schwindet – Trend für die Bauwirtschaft bleibt aber positiv

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Allensbach-Studie: Relevanz hoch, Bau sicherer Arbeitgeber

Wirtschaftliche Krisen schüren Unsicherheiten, Optimismus schwindet mit fehlendem Wachstum: Die abgeschwächte wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Jahre in Deutschland im Allgemeinen, aber auch die Baukonjunktur im Besonderen, hat Spuren bei der Wahrnehmung der Wirtschaftsbereiche in der Bevölkerung hinterlassen. Davon ist auch die Baubranche betroffen, wenn auch der allgemeine Trend der vergangenen 20 Jahre weiterhin positiv bleibt. Das ist das Ergebnis der von der BAUINDUSTR IE beauftragten Allensbach-Studie „Zukunftsbranche Bau: Wahrnehmung und Perspektiven“.

Olaf Demuth, Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie: „Der Bau ist aus Sicht der Bevölkerung eine der relevantesten Branchen und ein sicherer Arbeitgeber in schwierigen Zeiten! Und auch ich sage: wir stehen für mutiges und zukunftsgerichtetes Unternehmertum. Allerdings schwindet gleichzeitig das Vertrauen der Bevölkerung in klassische Industrien, und das ist alarmierend. Die Bundesregierung will mit ihren Reformprogrammen und auch mit dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität dagegensteuern. Es braucht jedoch mehr Entschlossenheit bei der Umsetzung, damit einerseits unsere industrielle Basis stark bleibt und andererseits die Bauwirtschaft als Binnenkonjunkturmotor stärker genutzt wird als bisher.” Dies sehe auch die Bevölkerung so, schließlich sei die persönliche Betroffenheit durch die schlechte Verkehrsinfrastruktur oder den Wohnraummangel laut der Studie hoch.

Dies sei der eine Teil der Wahrheit, der andere spiegele den Teil wider, den die Branche selbst zu leisten habe, um als attraktiv wahrgenommen zu werden. Der Bau-Präsident im Gespräch mit der Zeitschrift Der Bauunternehmer: „Da müssen wir uns ehrlich machen: wir stehen für flexible Arbeitszeitmodelle, industrielle Vorproduktion oder Drohnen, KI-Anwendungen, digitale Planungsmodelle – am Ende stehen aber immer Menschen auf der Baustelle und bauen. Und auf diese kommt es an. Wir müssen deshalb junge Menschen immer wieder von unserer Branche begeistern. Wie sinnvoll sie ist, wie wertvoll und nachhaltig. Bauen ist ein Naturinstinkt, das müssen wir stärker vermitteln. Hier ist jedes Bauunternehmen gefragt.”

Die Ergebnisse der Studie (Auszug)

Bedeutung der Bauwirtschaft:

Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Branche steht für die Mehrheit der Bevölkerung außer Frage: Rund zwei Drittel rechnen die Bauwirtschaft zu den fünf Branchen, die für die deutsche Wirtschaft besonders wichtig sind. Damit liegt der Anteil unter dem Spitzenniveau von 2024 (74 %), er liegt mit 65 % aber immer noch deutlich über dem Niveau früherer Jahre.

Im Ranking hat die Bauwirtschaft damit leicht verloren: Sie steht nun auf Platz 5 (2024: Platz 3). Die Autohersteller stehen nach wie vor auf Platz 1, gefolgt vom Handwerk. An Bedeutung gewonnen haben die Maschinenbauindustrie (Platz 3) und die Energieversorger (Platz 4).

Zustand der Infrastruktur / Wohnsituation:

Dass die Kritik der Bevölkerung am Zustand der Infrastruktur wächst, hat auch damit zu tun, dass weite Teile der Bevölkerung mittlerweile von den Mängeln in der Verkehrsinfrastruktur persönlich betroffen sind: 35 % der Bevölkerung gaben an, dass sie vom schlechten Zustand der Verkehrsinfrastruktur in Deutschland sehr stark oder stark betroffen seien. Nur 17 % belasten die Probleme bei der Verkehrsinfrastruktur nicht.

Hinsichtlich des Mangels an Wohnraum ist die persönliche Betroffenheit nicht so weit verbreitet, wie es der Stellenwert in der politischen Agenda der Bevölkerung vermuten ließe. 11 % sind persönlich (sehr) stark vom Wohnungsmangel betroffen, zwei Drittel betrifft der Wohnungsmangel gar nicht. Dieser vermeintlich geringe Anteil darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass dieser auf die Gesamtbevölkerung gesehen repräsentativ für über neun Millionen Menschen steht. Zudem sind fast ausschließlich Personen in Ballungsräumen betroffen, wodurch die persönliche Betroffenheit von jedem Zehnten u. E. sehr hoch ist.

Die Bevölkerung glaubt nicht daran, dass es in den kommenden Jahren zu erkennbaren Fortschritten kommen wird: Nur 16 % erwarten dies für die Infrastruktur und lediglich 8 % für das Angebot an Wohnraum. Knapp zwei Drittel zeigen sich hingegen skeptisch, dass es zu Fortschritten beim Ausbau der Verkehrsinfrastruktur kommen wird, drei Viertel, dass das Angebot an Wohnraum in den nächsten Jahren deutlich besser wird. Diese Aussagen sind umso beachtenswerter, da vor dem Hintergrund dieser Dramatik das Sondervermögen beschlossen wurde.

Hier geht es zur Studie:

https://www.bauindustrie.de/allensbach_studie_2026

Hier geht es zum Artikel:

https://www.der-bau-unternehmer.de/nachrichten/wir-muessen-unsere-vorzuege-besser-erzaehlen.html

Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V.
Britta Frischemeyer
Leitung Presse & Kommunikation
Kurfürstenstraße 129, 10785 Berlin
Telefon 030 21286-229,  britta.frischemeyer@bauindustrie.de,  www.bauindustrie.de
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