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Der Bau kommt nur langsam aus dem Tritt

Mai-Zahlen: Reale Aufträge insgesamt leicht im Plus, aber weiter keine Entspannung beim Wohnungsbau

Das Statistische Bundesamt meldete für das deutsche Bauhauptgewerbe1,2 für den Monat Mai 2026 im Vergleich zum Vorjahresmonat ein reales und kalenderbereinigtes Plus von 3,5 Prozent, zum Vormonat3 von 3,3 Prozent. Für die ersten fünf Monate ergibt sich damit nur noch ein leichtes Minus2 von real 0,2 Prozent. „Die Entwicklung ist zwar grundsätzlich positiv. Bei genauerem Hinsehen zeigen sich aber nach wie vor die großen Herausforderungen am Baumarkt. Denn auch wenn das Orderplus vor allem auf den Öffentlichen Bau zurückzuführen ist, liegen wir nach wie vor hinter den eigentlich erwarteten Konjunkturimpulsen durch das Sondervermögen zurück. Hier geht noch wesentlich mehr.” Mit diesen Worten kommentiert der Hauptgeschäftsführer der BAUINDUSTRIE, Tim-Oliver Müller, die heute veröffentlichten Konjunkturindikatoren für den Bau. „Zudem ist der Wohnungsbau das Sorgenkind Nummer eins. Eine Baugenehmigung ist halt noch kein Auftrag. Hinzukommen die Unsicherheiten aufgrund der wirtschaftlichen Lage sowie durch den Irankrieg gestiegene Baukosten, die Bauherren weiterhin zögern lassen.“

Trotz gestiegener Baugenehmigungszahlen hat der Auftragseingang im Wohnungsbau im Mai ein Minus von 6,2 Prozent ausgewiesen (arbeitstäglich bereinigt von - 2,8 Prozent), für den gesamten Zeitraum von Januar bis Mai von - 2,1 Prozent (- 1,5 Prozent). Müller: „Fehlender Wohnraum ist der Sprengstoff unseres gesellschaftlichen Miteinanders. Die Brisanz muss die Politik ernst nehmen. Nach der Sommerpause muss deshalb endlich das Konzept für den Gebäudetyp E vorliegen und die Stoßrichtung für die neue Förderlandschaft transparent gemacht werden. Der Aktionsplan der Bundesbauministerin setzt hierfür erste Akzente und sollte nun mit den Stakeholdern aus der Bau- und Immobilienwirtschaft in ein Umsetzungskonzept gegossen werden.“ Dass für den Öffentlichen Bau im Mai ein deutliches Orderplus von nominal4 22,7 Prozent gemeldet werde, sei dem öffentlichen Hochbau und dem sonstigen Tiefbau zu verdanken, welche kräftig zugelegt hätten (nominal + 27,1 bzw. + 40,4 Prozent). In ersterem werden unter anderem Baumaßnahmen für Hochschulen, aber auch Bundeswehrbauten und in letzterem unter anderem der Brückenbau subsumiert. Demgegenüber werde für den Straßenbau nur ein leichtes Plus von real 0,4 Prozent, kalenderbereinigt allerdings von 5,2 Prozent, ausgewiesen und das auch nur, weil der Auftragseingang im Mai 2025 zweistellig eingebrochen sei – ein sogenannter Basiseffekt. Für die ersten fünf Monate werde gerade einmal eine reale Stagnation (+ 0,2 Prozent, kalenderbereinigt: + 0,9 Prozent) gemeldet – von einer nachhaltigen Trendwende könne somit keine Rede sein.

Im Mai hat die Branche weder vom Auftragsplus des Vorjahres noch von dem (insgesamt) zarten Pflänzchen des laufenden Jahres profitiert: Die Bauunternehmen meldeten ein Umsatzminus von real 2,1 Prozent. Für den gesamten Zeitraum von Januar bis Mai wird damit immer noch ein Rückgang von real 2,5 Prozent ausgewiesen. Müller: „Der Rückgang zieht sich durch nahezu alle Bausparten. Es scheint, als ob der durch den Irankrieg induzierte Preisschock bei einigen Projekten zu einer Verzögerung geführt hätte.“ Schließlich hätten die Neubaupreise aufgrund der (vereinzelnd) steigenden Baumaterialpreise im Mai kräftig angezogen und je nach Bauwerk zwischen 3,9 und 6,2 Prozent über dem Vorjahresniveau gelegen.

Alle Angaben und Berechnungen beruhen auf Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis).

1 Baubetriebe mit 20 und mehr Beschäftigten | 2 kalenderbereinigt | 3 preis-, saison- und kalenderbereinigt | 4 das Statistische Bundesamt veröffentlicht nicht für alle Bausparten reale Werte

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Britta Frischemeyer
Leitung Presse & Kommunikation
Kurfürstenstraße 129, 10785 Berlin
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