EUROLakes: Drei neue Partner für den Schutz europäischer Seen
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EUROLakes: Drei neue Partner für den Schutz europäischer Seen
Drei Initiativen zur Wiederherstellung von Seen in der Türkei und in Albanien wurden als Replikationsstandorte für das EU-Projekt EUROLakes ausgewählt. Dies ist ein wichtiger Schritt, um bewährte Ansätze zum Seenschutz über die Pilotregionen des Projekts hinaus auf neue lokale Gegebenheiten zu übertragen.
Nach einem Auswahlverfahren, bei dem mehr als 20 Bewerbungen eingingen, heißt das EUROLakes-Projekt drei Gemeinden mit ihren Seen – den Manyas-See und den Sapanca-See in der Türkei sowie den Shkodra-See in Albanien – in seiner wachsenden Gemeinschaft aus Fachleuten für Seerenaturierung, Forschern und Interessengruppen willkommen.
Über die kommenden Jahre werden die drei ausgewählten Replikationspartner eng mit dem EUROLakes-Konsortium zusammenarbeiten. Gemeinsam werden sie erproben, wie die im Projekt entwickelten Ansätze, Instrumente und naturbasierten Lösungen (NBS) an ihre jeweiligen ökologischen, sozialen und governancebezogenen Gegebenheiten angepasst werden können. Dies markiert einen wichtigen Übergang für EUROLakes – von der Demonstration der Ansätze an drei Pilotstandorten hin zur Übernahme und Anpassung in neuen Seenlandschaften.
„Wir freuen uns sehr über unsere drei neuen Replikationspartner“, sagt Milena Baumert, Projektmanagerin Lebendige Seen und internationaler Naturschutz beim Global Nature Fund. „Replikation ist nicht einfach nur das Übertragen einer Lösung. Es ist eine Möglichkeit, aus unterschiedlichen lokalen Gegebenheiten zu lernen, Lösungen anzupassen und die Ansätze zu stärken, die wir mit EUROLakes entwickelt haben.“
Breites Spektrum an ökologischen Herausforderungen und lokalen Prioritäten
Der Manyas-See in der Türkei ist mit Belastungen konfrontiert, die auf den früheren Bleibergbau, landwirtschaftliche Abflüsse und die Gefahr der Eutrophierung zurückzuführen sind. Im Rahmen der Replikationsinitiative werden Maßnahmen wie Pufferzonen, Mikrofeuchtgebiete und die Renaturierung von Schilfgürteln untersucht, ebenso wie die allgemeinen Rahmenbedingungen, die für eine langfristige Renaturierung des Sees erforderlich sind.
Der Sapanca-See in der Türkei ist erheblichen hydrologischen Belastungen ausgesetzt, die eine wichtige Süßwasser- und Trinkwasserressource beeinträchtigen. Im Rahmen der Replikationsinitiative werden naturbasierte Ansätze wie schwimmende Feuchtgebiete und biologische Barrieren sowie Maßnahmen zur Verringerung des Nährstoffeintrags untersucht.
Am Shkodra-See in Albanien liegt der Schwerpunkt auf Nährstoffbelastung und unbehandeltem Abwasser, wobei gleichzeitig Möglichkeiten zur Stärkung des lokalen Engagements und der nachhaltigen Entwicklung rund um den See untersucht werden. Zu den geplanten Aktivitäten gehören der Aufbau einer Praxisgemeinschaft, die Entwicklung eines Fahrplans für die Renaturierung, die Erforschung naturbasierter Lösungen sowie die Förderung von Initiativen wie Infrastruktur für die Vogelbeobachtung und Öko-Wanderwegen.
„Die drei Standorte bringen unterschiedliche Herausforderungen, Erfahrungen und lokale Perspektiven in das EUROLakes-Netzwerk ein“, sagt Milena Baumert. „Dadurch entstehen neue Möglichkeiten für gegenseitiges Lernen und es wird aufgezeigt, wie Ansätze zum Seenschutz an unterschiedliche lokale Gegebenheiten angepasst werden können.“
Von der Auswahl zur Umsetzung
Die Replikations-Ausschreibung wurde konzipiert, um Initiativen an Seen zu identifizieren, die von den von EUROLakes gewonnenen Erkenntnissen profitieren und zu diesen beitragen können. Bei der Umsetzung erhalten die ausgewählten Umsetzungsstandorte maßgeschneiderte Unterstützung durch die Konsortiumspartner von EUROLakes.
Diese Unterstützung fußt auf dem im Projekt gewonnenen Fachwissen. Dazu gehören die partizipative Planung und Einbindung der Bevölkerung, Modellierung und digitale Zwillinge, naturbasierte Renaturierung, Naturfinanzierung, das „Four Returns“-Rahmenwerk, Monitoring und Indikatoren, Kommunikation und Verbreitung sowie Daten- und Wissensmanagement.
Über EUROLakes
EUROLakes ist ein Projekt im Rahmen der EU-Mission „Restore our Ocean and Waters“. EUROLakes hat sich zum Ziel gesetzt, einen innovativen, ganzheitlichen und wissenschaftlich fundierten Ansatz zum Schutz und zur Wiederherstellung der natürlichen Seen Europas und ihrer Ökosysteme zu entwickeln.
EUROLakes demonstriert derzeit integrierte Ansätze zur Renaturierung und nachhaltigen Bewirtschaftung natürlicher Seen am Vico-See (Italien), am Dümmer-See (Deutschland) und am Bistreț-See (Rumänien). Durch die Einbeziehung der drei neuen Replikationsstandorte wird eine wichtige Brücke zwischen diesen Demonstrationsmaßnahmen und einer breiteren Gemeinschaft europäischer Seenlandschaften geschlagen.
Kontakt:
Project Manager – Aleksandra Starcevic, Wetlands International Europe, Aleksandra.Starcevic@wetlands.org
Replication & Knowledge Transfer – Milena Baumert, Global Nature Fund, baumert@globalnature.org
Internationale Stiftung für Umwelt und Natur
Fritz-Reichle-Ring 4
78315 Radolfzell