Vom Entwurf zum Hitzetest: Was die Wohlfühlgärten der Landesgartenschau Neuss über den Garten der Zukunft zeigen
Vom Entwurf zum Hitzetest: Was die Wohlfühlgärten der Landesgartenschau Neuss über den Garten der Zukunft zeigen
PRESSEMITTEILUNG
Neuss, 11.09.2026
Ein Jahr nach der Vorstellung der Konzepte haben die 6 Wohlfühlgärten der Landesgartenschau Neuss 2026 direkt einen harten Praxistest hinter sich.
Der zweitwärmste Sommer seit Aufzeichnungsbeginn hat gezeigt, welche Pflanzungen funktionieren, wo Boden und Wassermanagement entscheidend sind – und warum Schatten, Pflanzdichte und eine gute Planung wichtiger werden.
Einen Monat vor dem Ende der Landesgartenschau am 11. Oktober 2026 ziehen die LAGA-Wohlfühlgärtner Bilanz und geben Tipps für kleine Gärten und kleine Budgets, zum Kauf eines Pools und bei welchen Elementen man nicht an der Qualität sparen sollte.
Aus den Entwürfen sind 6 gewachsene Wohlfühlgärten geworden, die der extremen Hitze mit Temperaturen über 40 Grad auf dem Landesgartenschaugelände standhalten mussten. Vom sinnlich erfahrbaren Garten „Auf den Punkt – Natur spüren und genießen“ über den Naturpool-Garten „Natürlich schön, natürlich besonders: Der Garten deiner Träume“, den konsequent auf Beton verzichtenden Garten „Der ohne Beton“, die skandinavisch inspirierte Landschaft von „Human Living meets Nature“ und den Recyclingmaterialien einbeziehenden „Kreislauf“ bis zum Poolgarten „FreiRaum – Ein Garten zum Träumen, ein Zuhause voller Leben“ reichen die Themen.
Bei der Vorstellung der Konzepte hatte Annette Nothnagel, Geschäftsführerin der Landesgartenschau Neuss 2026 GmbH und selbst Landschaftsarchitektin, den Anspruch formuliert: „Das Thema Wohlfühlgärten ist für die Landesgartenschau Neuss 2026 bewusst gewählt – es verbindet die Sehnsucht der Menschen nach Ruhe, Schönheit und Natur mit den großen Herausforderungen unserer Zeit: Klimaanpassung, Nachhaltigkeit und Biodiversität.“
Der Hitzetest beginnt unter der Erde – nicht erst bei der Auswahl der Pflanzen
Eine Erkenntnis zieht sich durch nahezu alle Gärten: Ob eine Pflanzung Hitze und längere Trockenphasen gut übersteht, entscheidet sich nicht erst bei der Auswahl einzelner vermeintlich trockenheitsverträglicher Pflanzen. Boden, Standort, Pflanzdichte, Schatten und Wassermanagement bilden ein System. Im Wohlfühlgarten „Human Living meets Nature“ der Gartenmanufaktur Schmidt wurden trockenheitstolerante mitteleuropäische und mediterrane Pflanzen ausgewählt und mit wenigen Exoten kombiniert. Entscheidend war für Stefan Schmidt die Vorbereitung des Bodens: Er wurde tiefgründig gelockert und mit einem auf vulkanischen Zuschlagstoffen basierenden Pflanzsubstrat verbessert. Wasser kann so in tiefere Bodenschichten gelangen; zugleich soll Staunässe vermieden werden. Stefan Schmidt bilanziert für die Hitzephase: „Ein Bewässerungsgang in der Woche per Sprenger über Nacht hat auch in der ganz heißen Wetterphase ausgereicht“, ohne dass nach seiner Beobachtung Trocken- oder Überwässerungsschäden auftraten.
Wie entscheidend diese Vorbereitung sein kann, zeigt der Garten „FreiRaum – Ein Garten zum Träumen, ein Zuhause voller Leben“ von Circle Garten- und Landschafts GmbH und Browa Garten- und Landschaftsbau auch aus der gegenteiligen Perspektive. Landschaftsarchitekt Niklas Vent hat mit seinem Garten wichtige Erkenntnisse gewonnen: Ein später Pflanztermin traf auf ein sehr trockenes Frühjahr und eine zunächst unterschätzte Bodenverdichtung. Eine zusätzliche tiefgreifende Bodenverbesserung war ausgeblieben. Die Folge waren zum Teil verkümmerte Pflanzen und Ausfälle. Für vergleichbare Projekte setzt Vent deshalb auf genaue Bodenanalysen und eine Verbesserung von Krümelstruktur und Lufthaushalt.
Auch im von Landschaftsarchitekt Burkhard Damm geplanten Garten „Kreislauf“ von Ralf Cremers Grüngestaltung und Landschaftsbau GmbH spielte der Bodenaufbau eine zentrale Rolle. Der vorhandene Boden wurde unter anderem mit gewaschenem Sand verbessert, Pflanzflächen erhielten Lavasubstrat. Als mineralische Abdeckung wurde erstmals aufbereiteter Asphaltbruch eingesetzt, dessen Unbedenklichkeit nach Angaben des Unternehmens zuvor durch Schadstoffanalysen geprüft worden war. Die Pflanzung habe sich damit bei geringem Pflegeaufwand gut entwickelt.
Schatten im Garten wird zum bedeutenden Faktor in der Zukunft
Die Temperaturen in diesem Hitzesommer haben zugleich gezeigt, welchen Wert Gehölze für das Mikroklima eines Gartens haben können. Im Garten „Kreislauf“ bilden Waldkiefern nicht nur das gestalterische Rückgrat des mediterran geprägten Gartens, sondern erzeugen mit ihren lichten Kronen gefilterten Schatten. In Verbindung mit einer Bodenabdeckung verringert das die direkte Sonneneinstrahlung auf den Boden. Ralf Cremers gibt folgenden wichtigen Hinweis: „Auch trockenheitsverträgliche Pflanzen kommen nach dem Einpflanzen nicht ohne Wasser aus.“ Erst mit einem entwickelten Wurzelsystem erhöht sich ihre Widerstandskraft. „Viel wichtiger als die Suche nach der einen Wunderpflanze ist deshalb die strategische Standortplanung.“
Bei „Auf den Punkt – Natur spüren und genießen“ von gartenplus – die gartenarchitekten, ausgeführt von Fonken Garten- und Landschaftsbau, wurden die vorhandenen Pappeln zunächst durchaus kritisch gesehen. Heute bewertet Gartenarchitekt Bernd Franzen ihren Erhalt deutlich anders: Gemeinsam mit der ergänzenden Neupflanzung sorgen sie für Schatten und eine angenehme Atmosphäre.
Daraus leitet Franzen zugleich einen Rat für bestehende Privatgärten ab: „Bei einem Umbau alles Vorhandene entfernen – das ist immer falsch.“ Ein gewachsener Garten sollte zunächst darauf geprüft werden, welche Gehölze oder Strukturen weiterhin eine Funktion übernehmen können.
Victoria Riße von NBS Gartenträume kommt anhand ihres Gartens „Natürlich schön, natürlich besonders: Der Garten deiner Träume“ zu einem ähnlichen Schluss: „Statt vieler kleiner Einzelbeete ist es besser, zusammenhängende Pflanzflächen mit möglichst wenig offenen Boden zu schaffen“. Für Privatgärten empfiehlt sie „weniger Rasenflächen, mehr standortgerechte Stauden und Gehölze“ und Regenwasser möglichst dort zu halten, wo es anfällt.
Pflanzen, die sich im heißen Sommer bewährt haben
Auch bei der Pflanzenauswahl liefern die Wohlfühlgärten konkrete Erfahrungswerte. Dabei sind die Beobachtungen immer auf den jeweiligen Standort und Boden des einzelnen Gartens bezogen.
Im Garten „Der ohne Beton“ von Meyers & Schwarze haben sich nach Angaben von Arnd Meyers insbesondere Artemisia schmidtiana ‘Nana’, Duftnessel (Agastache foeniculum) und Katzenminze (Nepeta × faassenii) in der Hitze gut gehalten. Die kompakte Artemisia entwickelte sich sogar schneller als erwartet und bildete aus kleinen Ausgangsqualitäten rasch einen geschlossenen Bestand.
Im NBS-Garten haben sich unter anderem Echinacea, Helenium und verschiedene Geranium-Arten bewährt.
Circle arbeitet unter anderem mit Salvia nemorosa ‘Caradonna’, Echinacea ‘Fatal Attraction’, Phlomis tuberosa ‘Amazone’, Stachys officinalis ‘Alba’ sowie Gräsern wie Calamagrostis varia und Deschampsia cespitosa ‘Bronzeschleier’.
Im Garten „Kreislauf“ haben sich unter anderem Färberkamille Anthemis tinctoria ‘Sauce Hollandaise’, Prachtscharte, Schleierkraut und die Strukturgräser Panicum virgatum ‘Shenandoah’ und Stipa tenuissima gut etabliert.
Und bei Stefan Schmidt wechseln sich derzeit unter anderem Schönaster, Prachtkerze, Herbstanemonen und Herbstastern ab.
Nicht alles läuft nach Plan – doch das liefert wichtige Erkenntnisse
Ein Schaugarten ist zugleich ein Experiment unter realen Bedingungen. Das zeigt sich besonders dort, wo sich Pflanzen anders entwickeln als erwartet. Bei Meyers & Schwarze wurden Gräser von Kaninchen abgefressen und konnten dadurch ihre geplante Wirkung zunächst nicht entfalten. Gleichzeitig tauchten aus im Substrat vorhandenen Samen ungeplant Karden und Königskerzen auf. „Sie passten so gut zum naturnahen Charakter des Gartens, dass die Pflanzen zum Teil des Schaubildes wurden“, sagt Arnd Meyers.
Auch bei Cremers wurde das Japan-Waldgras Hakonechloa zunächst durch Kaninchen ausgebremst. Inzwischen hat es sich erholt und dichte Horste gebildet. Die frisch verpflanzten Waldkiefern wurden zudem in ihrer sensiblen Anwuchsphase von rindenbrütenden Bohrkäfern befallen. Pflanzenschutzmaßnahmen, intensive Wasserversorgung und Flüssigdüngung stabilisierten nach Angaben des Betriebs die Bäume.
Für Stefan Schmidt brachte der Sommer dagegen eine andere Überraschung. Sein Garten entwickelte sich schneller als erwartet: „Der Garten vermittelt den Eindruck, als wenn er schon zehn Jahre bestände.“
Gute Gärten erkennt man daran, dass die Menschen gerne bleiben
Die Aufenthaltsqualität spielt für alle Fachleute eine wichtige Rolle. Im Garten „Kreislauf“ bleiben Gäste teilweise lange auf den Bänken sitzen. Ralf Cremers sieht genau darin eine Bestätigung des Entwurfs: „Das Verweilen ist somit zum größten Lob für die gelungene Raumqualität geworden.“
Bei Schmidt werden Hängesessel, Schaukelstuhl und Sitzplätze intensiv genutzt. Besonders überrascht habe ihn, dass Besucher nicht nur einzelne Pflanzen wahrnehmen, sondern Sichtachsen, Ein- und Ausblicke und die räumliche Komposition des Gartens.
Der Naturpool, die Glaskunst, Solitärgehölze, Cortenstahl und Licht gehören bei NBS Gartenträume zu den meistbeachteten Elementen. In der Sommerhitze hielten sich viele Gäste stundenlang am Naturpool auf. „Das Interesse ist riesig.“ Rund 45.000 Aufrufe konnte Victoria Riße über die im Wohlfühlgarten vorhandenen QR-Codes bereits auf ihrer Webseite verbuchen. Bei Veranstaltungen in den Abendstunden zeigt sich für Riße die Bedeutung einer frühzeitig mitgeplanten Beleuchtung. Ihr Grundsatz: „Das nicht Sichtbare muss mindestens genauso sorgfältig geplant werden wie das Sichtbare.“
Im „FreiRaum“ ist das Holzdeck oberhalb des Pools ebenfalls zum Anziehungspunkt geworden. „Die Sichtachse über das Wasser wird häufig fotografiert“, freut sich Landschaftsarchitekt Niklas Vent.
SERVICE:
Fehler Nummer eins – Einzelteile statt Garten planen
Mehrere Planer benennen unabhängig voneinander denselben Grundfehler: Ein Garten entsteht Stück für Stück aus Terrasse, Sichtschutz, Gartenhaus, Pool, Baum oder Beet – ohne vorher festzulegen, wie der Raum als Ganzes funktionieren soll.
„Der Raum wird nicht als Raumstruktur entworfen, sondern additiv mit Bedürfnissen zugekleistert“, sagt Niklas Vent. Sein Rat: reduzieren, Blickachsen schaffen und einzelnen Elementen bewusst Raum geben.
Victoria Riße empfiehlt auch dann ein Gesamtkonzept, wenn der Garten erst über mehrere Jahre umgesetzt werden kann: „Wo soll Schatten entstehen? Welche Bereiche bleiben offen? Wo braucht es Höhe oder Geborgenheit? Wie sieht der Garten am Abend aus?“
Ralf Cremers beobachtet außerdem häufig ein „Sammelsurium“ aus spontanen Pflanzenkäufen. Statt vieler Einzelpflanzen empfiehlt er eine abgestimmte Pflanzung mit wiederkehrenden Arten und klarer Struktur.
Stefan Schmidt setzt noch früher an: „Einer der häufigsten Fehler sei eine mangelhafte Bodenvorbereitung. Tiefgründige Lockerung und ein zum Standort passender Bodenaufbau beeinflussten Pflanzenwachstum, Pflanzengesundheit und Widerstandsfähigkeit entscheidend.“
Das funktioniert in einem kleinen Garten mit 100 bis 150 Quadratmetern
Die Wohlfühlgärten der Landesgartenschau Neuss mit einer Größe zwischen 250 bis 450 m2 lassen sich nicht eins zu eins in einen Reihenhausgarten übertragen – ihre Prinzipien durchaus.
Stefan Schmidt hat seinen Garten in mehrere unterschiedlich wirkende Bereiche gegliedert. Schon einzelne dieser Zonen könnten als Vorlage für einen kleineren Privatgarten dienen.
Bernd Franzen nennt Hochbeete, Sitzmöglichkeiten im Schatten, einen kleinen Baumhain und bepflanzte Fugen als übertragbare Elemente.
Niklas Vent reduziert seinen Ansatz auf die Kombination aus Wasser, Pflanzfläche, Aufenthaltsbereich und einem bewusst gesetzten Highlight.
Victoria Riße empfiehlt für 100 bis 150 m2 einen zentralen Blickfang, ein charaktervolles Gehölz, wenige hochwertige Materialien, zusammenhängende Pflanzflächen und einen klar definierten Sitzbereich. Auch Wasser müsse nicht groß sein: Ein kleines Becken könne bereits eine starke Wirkung erzielen. Ihr Rat für kleine Gärten: „Weniger Elemente, dafür konsequent geplant und hochwertig umgesetzt. Der Garten wirkt häufig sogar großzügiger.“
500, 5.000 oder 20.000 Euro – wie viel Budget ist für einen Wohlfühlgarten notwendig?
Auch kleinere Budgets können Wirkung erzielen, wenn sie konzentriert eingesetzt werden.
500 Euro als Gartenbudget:
Stefan Schmidt würde auf eine besondere Pflanze oder ein wirkungsvolles Accessoire setzen. Victoria Riße empfiehlt beispielsweise eine kleine neu komponierte Staudenfläche, ein besonderes Gehölz oder einen gezielten Lichtakzent. Ralf Cremers würde das Geld zunächst in professionelle Beratung investieren, um spätere Fehlkäufe zu vermeiden.
5.000 Euro als Gartenbudget:
Schmidt sieht damit bereits Möglichkeiten, die Bepflanzung deutlich aufzuwerten. Riße würde einen klar definierten Bereich vollständig neu gestalten – beispielsweise einen Sitzplatz mit Pflanzung, Sichtschutz, Cortenstahl oder Beleuchtung. Ihr Prinzip: lieber einen Abschnitt konsequent fertigstellen, als das Budget über den gesamten Garten zu verteilen.
20.000 Euro als Gartenbudget:
Hier werden größere Eingriffe in die Raumstruktur möglich. Solitärgehölze, veränderte Wege und Aufenthaltsflächen, eine kleine Terrasse, Licht oder Wasser können integriert werden. Schmidt nennt beispielsweise besondere Solitärgehölze, eine kleinere Terrasse oder eine hochwertige Außenbeleuchtung. Niklas Vent würde unabhängig von der Größenordnung einen Schwerpunkt auf das Thema Pflanzen setzen.
Wo sich Qualität im Garten auszahlt – und wo Sparen möglich ist
Mehrere der Gartenfachleute betonen: Bei allem, was später nur mit großem Aufwand korrigiert werden kann, sollte nicht am falschen Ende gespart werden.
Dazu gehören insbesondere:
- Bodenaufbau und Bodenvorbereitung
- Unterbau von Wegen und Terrassen
- Entwässerung und Höhenplanung
- Leitungswege und technische Infrastruktur
- Bewässerungs- und Beleuchtungstechnik
- langlebige Materialien
- charakterbildende Großgehölze
Ralf Cremers rät zudem davon ab, bei der Pflanzenqualität grundsätzlich nur auf kleine Ausgangsgrößen zu setzen, wenn ein Garten schnell räumliche Wirkung entfalten soll.
Einsparpotenzial sieht Victoria Riße eher bei Dingen, die später problemlos ergänzt werden können. Auch eine Staudenfläche müsse nicht sofort ihre endgültige Dichte erreichen, wenn die weitere Entwicklung der Arten bei der Planung berücksichtigt werde.
Vent nennt einfache Umzäunungen als einen möglichen Sparbereich, sofern keine besonderen funktionalen oder sicherheitsrelevanten Anforderungen bestehen.
So viel kostet ein Pool im Garten
Drei der Wohlfühlgärten auf der Landesgartenschau Neuss liefern dazu konkrete Größenordnungen – allerdings für unterschiedliche Systeme und Ausstattungen.
Niklas Vent nennt für einen klassischen Pool mit etwa sieben mal drei Metern, guter autarker Technik, Erdarbeiten und Leitungsbau eine Größenordnung von rund 100.000 bis 120.000 Euro.
Victoria Riße beziffert einen hochwertig geplanten und ausgeführten Naturpool einschließlich Erdarbeiten, Technik und Einbindung in den Garten – abhängig von Größe, Grundstück und Ausstattung – mit ab etwa 60.000 bis 80.000 Euro. Bei schwierigen Grundstücksverhältnissen, größeren Anlagen, hochwertigen Decks oder aufwendiger Gartengestaltung kann die Summe deutlich steigen.
Für geringere Budgets empfiehlt Stefan Schmidt kompakte Systempools, die sich besonders für kleinere Gartenräume und für Dachterrassen eignen. Durch einen selbsttragenden Stahlrahmen kommen sie ohne seitliche Erdanfüllung aus. Einfache Varianten sind ca. 9.000 Euro erhältlich. Schmidt weist jedoch darauf hin, dass für die Gesamtkosten auch eine höherwertige Ausstattung wie Glasmosaik oder eine Wassererwärmung sowie die individuelle Einbindung in die Garten- oder Terrassengestaltung berücksichtigt werden müssen.
Die Zahlen sind deshalb nicht unmittelbar miteinander vergleichbar. Entscheidend sind neben der Beckengröße unter anderem Aushub und Bodenentsorgung, Zugänglichkeit, Konstruktion und Abdichtung, Pumpen- und Filtertechnik, Verrohrung, Elektroarbeiten, Wasseraufbereitung sowie angrenzende Terrassen- und Gartenflächen.
Für Bauherren empfiehlt Riße deshalb ausdrücklich nicht, nur einen vermeintlichen „Poolpreis“ zu vergleichen, sondern vorab genau zu definieren, welche Leistungen zum Gesamtprojekt gehören.
Herbstzeit ist Pflanzzeit: 7 Tipps aus den Wohlfühlgärten der Landesgartenschau Neuss
Wer den Herbst für Veränderungen im eigenen Garten nutzen möchte, sollte aus Sicht der Fachleute nicht mit dem Pflanzenkauf beginnen, sondern mit dem Standort:
- Boden prüfen: Verdichtungen, Durchlässigkeit und Bodenstruktur bestimmen, bevor Pflanzen ausgewählt werden.
- Gesamtkonzept entwickeln: Nutzung, Sichtachsen, Schatten, Wege und Pflanzflächen zuerst zusammendenken.
- Bestehende Gehölze nicht vorschnell entfernen: Große Bäume können gestalterisch und für das Mikroklima wertvoll sein.
- Standortgerecht pflanzen: Licht, Boden und Wasserbedarf müssen zur jeweiligen Art passen.
- Nicht nur nach Blüte auswählen: Gräser, Samenstände, Herbstfärbung und Gehölzstrukturen verlängern die attraktive Saison.
- Boden möglichst bedecken: Zusammenhängende Pflanzflächen können Verdunstung reduzieren und Wildkraut unterdrücken.
- Die Anwachsphase einplanen: Auch trockenheitsverträgliche Pflanzen benötigen zunächst ausreichend Wasser.
Stefan Schmidt weist zudem darauf hin, dass man größere Gehölze und Bäume möglichst früh und am besten im Herbst setzen sollte. Mit Stauden habe er dagegen bei einem gut vorbereiteten Boden sehr gute Erfahrungen mit einer Pflanzung im Frühjahr gemacht.
FACHINFO: Boden, Pflanzdichte und Pflege als System
Für die Fachplanung liefern die Wohlfühlgärten auf der Landesgartenschau Neuss 2026 vor allem Erkenntnisse zum Zusammenspiel der einzelnen Gewerke.
Circle sieht nach dem Gartensommer einen klaren Zusammenhang zwischen Pflanztermin, Bodenverdichtung und Pflanzenentwicklung. NBS Gartenträume betont, dass Pflanzdichten nicht pauschal festgelegt werden sollten, sondern nach Entwicklungsdynamik der jeweiligen Arten. Ziel sei nicht lediglich ein möglichst voller erster Sommer, sondern eine langfristig funktionierende Pflanzengesellschaft.
Auch Ralf Cremers bewertet jede neue Stauden-Gräser-Kombination in gewissem Umfang als Experiment. Besonders gut hätten sich in seinem Garten Färberkamille, Prachtscharte, Schleierkraut sowie Rutenhirse und Federgras entwickelt.
Stefan Schmidt hebt wiederum die Bedeutung einer gut vorbereiteten, lockeren Bodenstruktur hervor. Eine schnell geschlossene Staudenschicht reduziere zudem den Aufwuchs unerwünschter Beikräuter und damit den Pflegeaufwand.
Vom Schaugarten zum eigenen Garten
Am Ende unterscheiden sich Stil, Materialwahl und Pflanzkonzepte der sechs Wohlfühlgärten auf der Landesgartenschau Neuss erheblich. In einigen Punkten kommen ihre Planer nach dem Hitzesommer jedoch zu ähnlichen Erkenntnissen: Gute Gartengestaltung beginnt unter der Erde, braucht eine klare räumliche Idee und muss langfristige Pflanzenentwicklung ebenso berücksichtigen wie Hitze, Wasser und Pflege.
Sie endet nicht mit der Fertigstellung: Pflanzen wachsen unterschiedlich schnell, Tiere greifen in Pflanzbilder ein, spontane Arten tauchen auf, Gehölze verändern das Mikroklima – und Besucher nutzen Räume manchmal anders als erwartet.
Weiterführende Links:
- Alle Veranstaltungen rund um die Landesgartenschau Neuss 2026 gibt es hier: www.landesgartenschau-neuss.de/veranstaltungen
- Informationen rund um den Besuch der Landesgartenschau Neuss 2026: www.landesgartenschau-neuss.de/besuchen
- Tickets zur Landesgartenschau Neuss 2026: www.landesgartenschau-neuss.de/tickets
Pressestelle der Landesgartenschau Neuss 2026 GmbH:
Monika Steuten I Katja Feller
Tel: 02131 75114-60
E-Mail: presse@landesgartenschau-neuss.de
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