Korruptionsermittlungen in JVA Willich - Gewerkschafter fordert Fokus auf Ausbildung und Führungskultur
Köln (ots)
Wegen Vorwürfen von Drogenhandel und Bestechlichkeit ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen zwei Bedienstete der Justizvollzugsanstalt in Willich. Es ist nicht der erste Fall dieser Art: Auch in Rheinbach und Euskirchen wird wegen Korruptionsverdachts ermittelt.
Im WDR-Interview hat sich der stellvertretende Bundesvorsitzende des Bundes der Strafvollzugsbediensteten, Horst Butschinek, dafür ausgesprochen, als Konsequenz mehr in die Vorbeugung zu investieren:
"Wer von seinen Bediensteten Integrität fordert, die eigentlich selbstverständlich ist, der muss aber natürlich auch auf der anderen Seite ein bisschen in Prävention investieren und das ist vielleicht in den letzten Jahren ein bisschen zu kurz gekommen."
Schärfere Kontrollen allein würden das Problem nicht lösen, sagte Butschinek im Gespräch mit dem WDR5-Morgenecho. Er fordert stattdessen Veränderungen in der Ausbildung und bei der Führungskultur in JVAs:
"Wer jetzt ausschließlich auf Kontrollen setzt, so wie das ja im Moment so ein bisschen kolportiert wird, der bekämpft ja vor allen Dingen eigentlich Symptome. Und wer allerdings bei der Ausbildung zum Beispiel Berufsethik stärkt oder wer guckt, dass wir das Führungspersonal haben, das es in solchen Situationen braucht, oder die Teamkultur stärkt oder auch auf Früherkennung setzt, der bekämpft meiner Meinung nach Ursachen. Und ich glaube, das sind die Dinge, an denen wir arbeiten sollten.
Alle Zitate sind ab sofort frei zur Veröffentlichung. Das ganze Interview hören Sie morgen früh um 8.05 Uhr im WDR5 Morgenecho; es ist anschließend unter diesem Link abrufbar: https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/morgenecho/index.html
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