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Nach WDR-Umfrage: Bildungsministerin Prien will auch über WhatsApp-Regulierung sprechen

Köln (ots)

Nach der Veröffentlichung des WDR-Themenschwerpunktes "Inside Klassenchats" hat sich Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) dafür ausgesprochen, bei der Prüfung eines Social-Media-Verbots für Kinder und Jugendliche auch Messengerdienste wie WhatsApp einzuschließen.

"Ich glaube, wir müssen nicht nur über Social-Media-Regulierung, sondern auch über Messengerdienst-Regulierung sprechen, wenn wir insgesamt über Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt diskutieren. Die Debatte, die wir in Deutschland im Moment führen, ist viel zu stark verengt", sagte Prien am Mittwochabend (18.3.) im WDR-Interview.

Die politische Debatte in Deutschland war bisher vor allem über ein Verbot von Social-Media-Nutzung für Kinder und Jugendliche geführt worden. In diese Kategorie fällt der Messengerdienst WhatsApp mit seinen privaten Chaträumen nicht. Auch beispielsweise beim australischen Verbotsmodell ist WhatsApp ausgenommen.

Karin Prien räumte mit Blick auf eine exklusive infratest dimap Befragung und die dazugehörigen Recherchen des WDR ein, dass in der Vergangenheit beim Thema Jugendschutz nicht genau genug hingeschaut wurde.

"Ja, wir haben da sicher zu lange weggeguckt und Ihre Befunde bestätigen auch meine Einschätzung, dass Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt bisher in Deutschland nicht hinreichend umgesetzt wird. Dass wir bestehende Regeln nicht durchsetzen und dass Kinder und Jugendliche Schaden nehmen, weil wir diesen Bereich bisher zu wenig im Blick hatten und auch zu wenig reguliert haben."

Eine Expertenkommission im Bundesbildungsministerium von Karin Prien prüft derzeit die Möglichkeit eines Social-Media-Verbots für Kinder und Jugendliche. Ergebnisse sollen noch vor dem Sommer vorgelegt werden.

Die exklusive infratest dimap Umfrage im Auftrag des WDR Newsrooms hatte gezeigt: Für viele Kinder und Jugendliche gehören problematische Inhalte inzwischen zum Alltag in Klassenchats. Acht von zehn sind Mitglied in einem Klassenchat. Mehr als ein Drittel dieser Schülerinnen und Schüler zwischen 10 und 16 Jahren hat dort bereits belastende oder unangenehme Inhalte gesehen (35 Prozent).

Die Erfahrungen derjenigen, die schon einmal belastende oder unangenehme Inhalte gesehen haben, sind unterschiedlich ausgeprägt: Beleidigungen oder Bloßstellungen von Schülerinnen und Schülern oder Lehrerinnen und Lehrern haben mehr als zwei Drittel von ihnen gesehen (69 Prozent). Mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler mit belastenden oder unangenehmen Inhalten im Klassenchat hat dort Ausgrenzung oder Mobbing einer Person mitbekommen (54 Prozent) und jede oder jeder Vierte hat Videos oder Bilder von Gewalt oder Verletzungen gesehen (26 Prozent). Mehr als jede oder jeder Sechste, der schon etwas Unangenehmes oder Belastendes im Klassenchat erlebt hat, sah Inhalte, die zu Hass, Gewalt oder Ausgrenzung gegen bestimmte Gruppen aufrufen (17 Prozent) und zwölf Prozent sahen bereits Videos oder Bilder von nackten Körpern.

"Inside Klassenchats" ist ein crossmedialer Themenschwerpunkt des WDR Newsrooms.

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