Viele Follower, kein Auftrag? Warum Social Media im Handwerk oft am Ziel vorbeigeht
Wuppertal (ots)
Instagram, Facebook und TikTok gehören inzwischen für viele Handwerksbetriebe zum Marketing-Alltag. Reichweite und Followerzahlen wachsen, doch bei den Aufträgen bleibt der erhoffte Effekt häufig aus. Der Grund: Sichtbarkeit allein reicht nicht – ohne klare Positionierung, funktionierende Prozesse und echte regionale Ansprache bleiben Aufträge aus.
Social Media wird im Handwerk oft wie eine Bühne genutzt, dabei müsste es ein Werkzeug sein – ohne klare Zielgruppe und Angebot bleibt Reichweite wirkungslos. Dieser Beitrag zeigt, welche Fehler besonders häufig gemacht werden und wie Social Media tatsächlich zur Auftragsgewinnung beitragen kann.
Reichweite fühlt sich gut an – bringt aber noch keinen Auftrag
Ein zentraler Irrtum besteht darin, Reichweite mit Erfolg gleichzusetzen. Likes, Views und steigende Followerzahlen wirken auf den ersten Blick positiv, sagen jedoch wenig über den tatsächlichen Nutzen aus. Entscheidend sind nicht Zahlen, sondern Reaktionen: Anfragen, Bewerbungen, Terminbuchungen oder zumindest qualifizierte Nachrichten. Erst wenn ein Beitrag eine konkrete Handlung auslöst, erfüllt er seinen Zweck. Andernfalls bleibt Aufmerksamkeit folgenlos und verpufft im Feed.
Häufig fehlt es zudem an einem klaren Ziel. Viele Beiträge versuchen, alles gleichzeitig zu sein: Imagepflege, Kundengewinnung, Mitarbeitersuche und Sympathieträger. Genau darin liegt das Problem. Ohne eindeutige Priorität wirken Inhalte beliebig und lassen offen, wofür der Betrieb eigentlich steht. Erfolgreiche Accounts entscheiden sich bewusst für einen Fokus – etwa auf Kunden oder auf Recruiting – und richten Inhalte, Beispiele und Handlungsaufforderungen konsequent darauf aus.
Klare Zielgruppen und ein verständliches Angebot sind kein Detail
Eng damit verbunden ist die Frage der Zielgruppe. Begriffe wie „Privatkunden“ oder „Mitarbeiter“ greifen zu kurz. Relevant ist, wer konkret angesprochen werden soll, in welcher Lebenssituation sich diese Person befindet und welche Erwartungen oder Bedenken sie mitbringt. Nur wer diese Faktoren kennt, kann Inhalte erstellen, die verstanden werden und Vertrauen schaffen. Andernfalls bleiben Beiträge zwar ansprechend, lösen jedoch keine Entscheidung aus.
Unklarheit zeigt sich oft auch beim Angebot selbst. Viele Betriebe zeigen Baustellen, Teamfotos oder Vorher-Nachher-Bilder, ohne klar zu benennen, was sie anbieten und wodurch sie sich unterscheiden. Dabei muss innerhalb weniger Sekunden erkennbar sein, welche Leistung erbracht wird, für wen sie gedacht ist, in welcher Region gearbeitet wird und warum gerade dieser Betrieb relevant ist. Eine verständliche Positionierung vermittelt Professionalität und Planbarkeit – zwei Faktoren, die für Auftraggeber entscheidend sind.
Aufmerksamkeit braucht immer einen nächsten Schritt
Selbst bei gelungenen Inhalten fehlt häufig der konkrete Übergang zur Handlung. Interessierte wissen dann zwar, dass es den Betrieb gibt, aber nicht, wie sie weiter vorgehen sollen. Ohne klare Aufforderung bleibt der Kontakt unverbindlich. Social Media sollte deshalb als Prozess gedacht werden: Aufmerksamkeit erzeugen, Vertrauen aufbauen und gezielt zur Handlung führen. Bleibt dieser letzte Schritt aus, endet die Wirkung beim bloßen Wahrnehmen.
Trendformate und virale Reels können zwar Reichweite erzeugen, tragen jedoch nicht automatisch zum Vertrauensaufbau bei. Gerade im Handwerk spielen Zuverlässigkeit, Sorgfalt und Motivation eine zentrale Rolle. Inhalte, die unstrukturiert oder beliebig wirken, können Zweifel auslösen – unabhängig von der Anzahl der Likes. Maßgeblich ist daher nicht, ob ein Trend Reichweite bringt, sondern ob er zum Betrieb und zum gewünschten Außenbild passt.
Lokal, glaubwürdig und rechtssicher statt möglichst groß
Ein weiterer oft unterschätzter Faktor ist die regionale Relevanz. Hohe Followerzahlen verlieren an Bedeutung, wenn die Community außerhalb des eigenen Einzugsgebiets liegt. Für Handwerksbetriebe zählt Nähe, nicht Masse. Regionale Projekte, Orte, Referenzen und Kooperationen erhöhen die Sichtbarkeit bei den richtigen Personen und stärken gleichzeitig die Glaubwürdigkeit. Social Media entfaltet im Handwerk seine Wirkung vor allem lokal.
Problematisch wird es außerdem, wenn Followerzahlen künstlich aufgebläht sind. Gekaufte oder thematisch unpassende Profile steigern zwar die Zahl, schwächen jedoch die tatsächliche Performance. Interaktionen bleiben aus, und der Algorithmus erhält kein klares Signal, für wen die Inhalte relevant sind. Weniger, dafür echte und passende Follower sind langfristig deutlich wertvoller.
Auch rechtliche Aspekte werden im Alltag häufig unterschätzt. Die Nutzung bekannter Musik oder populärer Sounds kann im gewerblichen Umfeld zu Urheberrechtsproblemen führen. Social Media ist kein rechtsfreier Raum. Ein professioneller Auftritt schließt daher auch einen sicheren Umgang mit Lizenzen und Plattformregeln ein – nicht aus Vorsicht, sondern aus Verantwortung.
Social Media funktioniert, wenn es wie ein Werkzeug genutzt wird
Am Ende zeigt sich: Social Media kann im Handwerk wirksam sein, wenn es strukturiert eingesetzt wird. Mit klaren Zielen, einer präzise definierten Zielgruppe, einem verständlichen Angebot und einem durchdachten Prozess entstehen Inhalte, die Vertrauen schaffen und Handlungen auslösen. Es geht nicht darum, mehr zu posten, sondern gezielter. Genau darin liegt der Unterschied zwischen bloßer Sichtbarkeit und tatsächlicher Wirkung.
Über Katrin Schmiedel
Katrin Schmiedel ist Branding-Expertin und Gründerin von KS Branding. Sie unterstützt Handwerksbetriebe beim strategischen Markenaufbau, um sich klar vom Wettbewerb abzuheben und nachhaltig sichtbar zu werden. Ihr Fokus liegt auf einem professionellen Außenauftritt online und offline, der Vertrauen schafft, die Kundengewinnung erleichtert und langfristigen Erfolg ermöglicht. Weitere Informationen unter www.ksbranding.de
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