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Führung im Mittelstand: Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit

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Führung im Mittelstand: Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Die neue Trendstudie Leadership Mittelstand 2026 zeigt: Das Bewusstsein für Führungsqualität ist da, die strukturelle Konsequenz fehlt / 98,7 Prozent erwarten messbare Erträge durch Führungskräfteentwicklung, aber nur 44 Prozent investieren regelmäßig / Eigenverantwortung als Entwicklungsfeld Nummer 1

Hamburg, 07. Juli 2026 – Beim Thema Führung im Mittelstand weichen Anspruch und Wirklichkeit teilweise erheblich voneinander ab. Das zeigt die jetzt vorgestellte „Trendstudie Leadership Mittelstand 2026“, die von dem Schulungs- und Beratungsunternehmen PLÜCOM TRAINING durchgeführt wurde. Dafür wurden 75 persönliche Interviews mit Geschäftsführern und Personalverantwortlichen mittelständischer Unternehmen mit einer Größe von 200 bis 2.000 Mitarbeitenden geführt.

Die Ergebnisse der Stichprobenuntersuchung zeichnen ein klares Bild: Der Mittelstand erkennt die wirtschaftliche Bedeutung wirksamer Führung, handelt aber nur selten konsequent danach. So bilden nur 44 Prozent der befragten Unternehmen ihre Führungskräfte regelmäßig weiter – obwohl 98,7 Prozent der Teilnehmenden einen positiven wirtschaftlichen Effekt durch Investitionen in Führungskompetenz erwarten, mehr als die Hälfte sogar eine Ertragsverbesserung von mindestens 11 Prozent.

„Die Studie zeigt, dass das Bewusstsein für die wirtschaftliche Dimension von Führung in der Regel vorhanden ist, es fehlt allerdings die strukturelle Konsequenz daraus. Die Entscheider wissen recht genau, wo es in puncto Leadership bei ihnen hakt. Was in den seltensten Fällen folgt, ist eine belastbare Antwort darauf", sagt Frank Plümer, Inhaber von PLÜCOM TRAINING und Autor der Studie.

Eigenverantwortung: Erfolgsfaktor und Engpass zugleich

Der auffälligste Befund der Studie betrifft das Thema Eigenverantwortung: 73 Prozent der Befragten sehen sie als entscheidenden Erfolgsfaktor für den wirtschaftlichen Erfolg ihres Unternehmens. Gleichzeitig nennen 70 Prozent genau diesen Punkt als größten Entwicklungsbedarf in der eigenen Führungsmannschaft. Kein anderes Themenfeld der Studie zeigt eine vergleichbare Doppelnennung.

„Eigenverantwortung lässt sich nicht einfordern – sie muss durch klare Entscheidungsräume und verlässliche Leitplanken ermöglicht werden. Wer die Führungskultur im Unternehmen nicht entsprechend ausrichtet, wird immer wieder mit Rückdelegation und wiederkehrenden operativen Routinen konfrontiert", so Plümer.

Kommunikation belegt ähnliche Rangplätze: 62 Prozent der Befragten nennen offene und transparente Kommunikation als wichtigen Erfolgsfaktor, 55 Prozent gleichzeitig als zentrales Entwicklungsfeld. Besonders in Transformationsphasen – wo Orientierung am dringendsten gebraucht wird – nimmt Kommunikation in den Unternehmen nach Beobachtung der Befragten jedoch häufig ab statt zu.

Größte Lücke: Feedbackkompetenz

Die größte Diskrepanz zwischen Anspruch und gelebter Praxis zeigt die Studie bei der Feedbackkompetenz: 95 Prozent der Befragten halten sie für wichtig oder sehr wichtig. Die tatsächliche Feedbackpraxis in der eigenen Führungsmannschaft wird im Schnitt mit 2,6 von 5 Punkten bewertet. Fast jeder zweite Befragte stuft sie als schlecht oder sehr schlecht ein.

Ein ähnliches Muster zeigt sich bei der Motivationsfähigkeit: 82 Prozent halten sie für wichtig, die tatsächliche Ausprägung liegt im Mittel bei 3,1 von 5 Punkten.

Strukturelle Grundlagen fehlen häufiger als erwartet

Mehr als jedes dritte Unternehmen – 42 Prozent – hat kein verbindliches Führungsleitbild. Bei 12 Prozent ist nicht einmal definiert, in welchem Rahmen Führungskräfte entscheiden dürfen. „Ein fehlendes Leitbild ist zunächst kein Mangel – viele Unternehmen führen erfolgreich, ohne es schriftlich fixiert zu haben. Kritischer ist die zweite Zahl: Führungskräfte und Mitarbeitende, die nicht wissen, wo ihre Entscheidungsbefugnis endet, werden selten eigenverantwortlich und sicher führen", kommentiert Plümer.

Führungskräfteentwicklung gewinnt weiter an Bedeutung

Trotz der identifizierten Lücken blickt die Mehrheit der Befragten mit klaren Erwartungen in die Zukunft: Zwei Drittel (66 Prozent) rechnen damit, dass Führungskräfteentwicklung in den kommenden 24 Monaten wichtiger oder deutlich wichtiger wird. Nur eine einzige Stimme unter 75 Befragten erwartet einen Bedeutungsverlust.

Methodik und Sample

Die Trendstudie Leadership Mittelstand 2026 ist eine nicht-repräsentative Stichprobenuntersuchung. Sie basiert auf fragebogengestützten Interviews, die persönlich per Videocall geführt wurden. Die Erhebung fand zwischen Mai 2025 und Juni 2026 statt und erstreckte sich über einen Zeitraum von 13 Monaten.

  • Teilnehmende: 75 Entscheidungsträger aus mittelständischen Unternehmen im deutschsprachigen Raum
  • Zusammensetzung: Geschäftsführung 49 Prozent, Personalleitung 48 Prozent, Vorstand 3 Prozent
  • Unternehmensgrößen: Schwerpunkt 200 - 2.000 Mitarbeitende
  • Branchen (Auswahl): Maschinenbau, Automotive, IT & Software, Logistik, Metall- und Elektroindustrie, Erneuerbare Energien, Medizintechnik

Die vollständige Studie steht kostenlos zum Download bereit unter:

https://pluecom.training/trendstudie-leadership-mittelstand-2026

Pressekontakt

Frank Plümer | Inhaber PLÜCOM TRAINING

T: +49 (0) 40 790 21 89 89 | E: fp@pluecom.de

Über PLÜCOM TRAINING

PLÜCOM TRAINING ist ein auf den deutschen Mittelstand spezialisierter Anbieter für Leadership-Entwicklung und Organisationsberatung. Inhaber Frank Plümer berät und trainiert Führungskräfte, Geschäftsführungen und HR-Verantwortliche seit mehr als 30 Jahren – als ehemaliger Führungskraft und Geschäftsführungsmitglied eines internationalen Medienkonzerns, als langjähriger Unternehmer und zertifizierter systemischer Organisationsentwickler (IOS Hamburg).

Schwerpunkte sind Führungseffizienz, Eigenverantwortung und psychologische Sicherheit als Grundlagen wirksamer Führung. Das offene Trainingsprogramm umfasst vier Tagesseminare in Hamburg für Führungskräfte des Mittelmanagements. Darüber hinaus begleitet PLÜCOM TRAINING ausgewählte Veränderungsvorhaben operativ – von der Diagnose bis zur kulturellen Verankerung.

www.pluecom.training