Experte will neue Bäume in Münchener City mit Künstlicher Intelligenz ausrüsten
Experte will neue Bäume in Münchener City mit Künstlicher Intelligenz ausrüsten
- Bäume sollen KI-Persönlichkeit erhalten und sich per Funk melden, wenn sie Wasser benötigen
- Dr. Daniel Trauth: „Angesichts der hohen Kosten für die geplanten Bäume in der Münchener Innenstadt ist die sorgfältige Wasserversorgung besonders wichtig. KI sorgt für die Baumgesundheit und senkt die kommunalen Kosten.“
- Video „Urban Tree Intelligence“: https://youtu.be/O8Uo64YJ7x4?si=pDe5nstGwj_9YjHC
München, 5. März 2026 – Mehr als 150 neue Bäume will die Stadt München in der Fußgängerzone pflanzen, um die Stadt in heißen Sommern zu kühlen. Mit Kosten von bis zu knapp 100.000 Euro rechnet das Baureferat (Gartenbau) – pro Baum. Die hohen Kosten von insgesamt 1,8 bis 2,3 Millionen Euro entstehen weniger durch die Bäume, als vielmehr durch Planung, das Ausheben und Verschließen der Gruben, und die Verlegung von Leitungen und Rohren, damit es nicht zu Konflikten mit dem neuen Wurzelwerk kommt. „Angesichts der hohen Kosten ist die sorgfältige Wasserversorgung des geplanten Stadtgrüns besonders wichtig“, betont Dr. Daniel Trauth, Geschäftsführer der Smart-City-Firma dataMatters, und schlägt den Einsatz eines urbanen Bewässerungssystems mit Künstlicher Intelligenz (KI) vor. „Es geht darum, die Bäume im heißen Sommer vor dem Austrocknen zu schützen, ohne zu viel Wasser zu verschwenden“, erklärt der Smart-City-Experte die Aufgabenstellung.
Sein Unternehmen hat hierfür ein urbanes Bewässerungssystem entwickelt, bei dem die Bäume per Funk mitteilen, wann sie wieviel Wasser benötigen. Dadurch kann die Stadt gezielte Gießrouten fahren, statt pauschal alles zu bewässern. „Urban Tree Intelligence“ heißt das Konzept, das dataMatters bereits in mehreren Städten in Nordrhein-Westfalen zum Einsatz gebracht hat. Technische Basis bildet das Smart-City-Betriebssystem urbanOS.
Bäume mit Sensoren, Funkanbindung und KI
Damit die Bäume sich bemerkbar machen können, werden sie mit Sensoren aus Münchener Produktion ausgestattet. Diese Sensoren messen die Feuchtigkeit im Xylem – dem Gewebe im Baum, das Wasser und Nährstoffe von den Wurzeln bis in die Blätter transportiert. Die Messwerte werden per Funk an einen urbanen Datenraum übermittelt und dort mittels Künstlicher Intelligenz im urbanOS-Datenzentrum ausgewertet.
Damit nicht jeder einzelne Baum mit einem Sensor ausgestattet werden muss, arbeitet dataMatters mit einem selbst entwickelten KI-Modell, das die Bäume mit Persönlichkeitsmerkmalen ausstattet. Die sogenannten Baumpersönlichkeiten basieren auf Art, Standort, Bodenprofil, Sonnenexposition und weiteren Umweltfaktoren. Das bedeutet: Selbst wenn nur ein kleiner Teil der Bäume mit Sensoren ausgestattet wird, lässt sich der Wasserbedarf aller anderen mit ähnlicher Persönlichkeit mit hoher Genauigkeit vorhersagen.
Hierbei orientiert sich dataMatters an den vier vom Münchener Bauamt vorgegebenen Kategorien. So erhalten die Bäume der Kategorie 1, die bereits ab diesem Herbst angepflanzt werden sollen, ein- und dieselbe KI-Persönlichkeit. Für 2026 sind sechs Bäume in der Sendlinger Straße vorgesehen; 2027 sollen weitere Bäume an folgenden Stellen folgen: Frauen-, Peters- und Marienplatz sowie Dienerstraße. Für 2028/29 sind Pflanzungen der Kategorie 2 in Neuhauser, Kaufinger- und Augustinerstraße vorgesehen. Für die Kategorie 3 nennt die Stadt noch keinen Zeitplan.
„Am besten werden die Jungbäume von Anfang an mit Sensoren ausgestattet, um ein optimales Wachstum durch optimierte Bewässerung mittels Urban Tree Intelligence zu gewährleisten“, sagt Smart-City-Experte Dr. Daniel Trauth. Die KI wertet dazu nicht nur die aktuellen Messwerte der Bäume aus, sondern berücksichtigt auch den Wetterbericht. Wenn bald Regen angesagt ist, braucht schließlich nicht kurz zuvor gewässert werden. Neben den Wetterparametern werden auch die Bodenfeuchte und die Bodenbeschaffenheit an das urbane Betriebssystem übermittelt, um so effizient und ressourcenschonend wie möglich für das Stadtgrün zu sorgen.
Auf Knopfdruck wirft die KI eine optimierte Routenplanung für die Bewässerungsfahrzeuge aus. „Das schont Münchens Umwelt und die Personalressourcen gleichermaßen“, heißt es bei dataMatters.
Städte sind Brennpunkte des Klimawandels
Für dataMatters ist „Urban Tree Intelligence“ Teil eines umfassenden Konzepts einer Smart City auf Basis von urbanOS. Geschäftsführer Dr. Daniel Trauth erklärt die Zusammenhänge: „Städte sind Brennpunkte des Klimawandels. Sie verbrauchen rund 80 Prozent der weltweiten Energie, verursachen mehr als 70 Prozent der CO2-Emissionen – und leiden gleichzeitig am stärksten unter den Folgen: Hitzewellen, schlechte Luftqualität, überhitzte Plätze und ein zunehmender Verlust an Lebensqualität. In diesem Kontext sind Stadtbäume, wie sie München plant, weit mehr als nur grüne Kulisse. Sie sind natürliche Klimaanlagen, CO2-Speicher und Lebensraum in einem.“
So kann ein einziger, ausgewachsener Laubbaum an einem heißen Sommertag bis zu 400 Liter Wasser verdunsten; das entspricht einer Kühlleistung, die spürbar die Umgebungstemperatur senkt. Gleichzeitig bindet ein Baum über sein Leben hinweg mehrere Tonnen CO2, filtert Feinstaub und bietet Schatten auf über 150 Quadratmetern Fläche. „Doch all diese Leistungen stehen auf einem Fundament, das viel zu oft unterschätzt wird – Wasser“, erläutert Dr. Daniel Trauth die Bedeutung des datenbasierten und KI-gestützten Bewässerungssystems seines Unternehmens.
Was viele nicht wissen: Damit ein Baum CO2 aufnehmen kann, müssen seine Spaltöffnungen – die sogenannten Stomata – geöffnet sein. Genau dort entweicht aber auch das Wasser. Gerät der Baum unter Trockenstress, schließt er diese Öffnungen. Die Folge: keine CO2-Bindung, keine Kühlung, keine Wirkung.
„Ein Baum funktioniert nur, wenn er selbst gesund ist“, sagt Dr. Daniel Trauth. Er fährt fort: „Und genau das stellt nicht nur die Stadt München vor eine bislang nahezu unlösbare Aufgabe. So müssen in München insgesamt rund 230.000 Bäume auf öffentlichen Flächen während Trockenperioden gezielt bewässert werden – doch oft fehlt es an präziser Information. Welcher Baum braucht wirklich Wasser? Wie viel? Und wann?“ In der Regel werden pauschale Gießrouten gefahren. Das bedeutet: Zu viel Wasser an Stellen, wo es nicht gebraucht wird – und zu wenig dort, wo es dringend nötig wäre. Dazu Dr. Daniel Trauth: „Wasser wird verschwendet, der Stress der Bäume steigt, ihre Wirkung sinkt – und am Ende verlieren alle.“
Ist-Zustand und Prognosen für die Zukunft
Über „Urban Tree Intelligence“ weit hinausgehend konzipiert und realisiert dataMatters zahlreiche weitere Projekte, die in Summe eine Smart City ausmachen. Als typische Anwendungsgebiete nennt das Unternehmen die Optimierung der Verkehrsführung, die Abfallwirtschaft, die Energieversorgung, den Öffentlichen Personennahverkehr, die Parkraumüberwachung und die Belebung der Innenstädte. Es gibt auch Projekte zur Temperaturmessung in Städten, um Hitzeinseln zu identifizieren und daraufhin die Bevölkerung durch gezielte Verschattungsmaßnahmen zu schützen.
Das Prinzip ist stets gleich: Sensoren erfassen die Lage vor Ort, übermitteln die Ergebnisse an eine urbane Datenplattform, wo sie mit Hilfe Künstlicher Intelligenz und unter Einbeziehung weiterer Parameter (Wetterbericht, Stadtfeste, Feiertage, Schulferien etc.) im Betriebssystem urbanOS ausgewertet werden. So erhalten die kommunalen Entscheidungsträger am Smartphone oder PC auf einem urbanCockpit einen Überblick über ihre Stadt als Grundlage für Management und Planung. Der Clou: Dank KI erfasst urbanOS nicht nur den Ist-Zustand, sondern hält auch fundierte Prognosen für die Zukunft parat – von der Entwicklung beim Wasserstress über die ÖPNV-Auslastung bis hin zu künftigen Überlastungen in der City etwa durch zu viele Feste gleichzeitig.
Wiesn-Überfüllung verhindern
Das Unternehmen dataMatters hatte bereits im letzten Jahr mit einer innovativen Lösung von sich reden gemacht, die eine gefährliche Überfüllung der Wiesn verhindern soll. Im Kern werden dabei Bluetooth- oder LiDAR-Sensoren rund um die Theresienwiese einschließlich aller Zugangswege installiert und gemessen, wie viele Personen oder genauer gesagt Mobilgeräte – Smartphones und Smartwatches – in welche Richtungen strömen. „Im Unterschied zu einer Kameraüberwachung wird nur die Anwesenheit der Geräte gezählt, ohne dass diese bestimmten Personen zugeordnet oder ausgelesen werden können“, betont Dr. Daniel Trauth, wie das System datenschutzkonform funktioniert und die Privatsphäre der Wiesn-Besucher schützt. Diese anonymisierten Bewegungsdaten werden permanent über Funksensoren an einen kommunalen Datenraum übertragen und dort von urbanOS mittels Künstlicher Intelligenz ausgewertet. Die KI liefert in Echtzeit Prognosen, wann es wo zu Überlastungen kommen wird.
Dr. Daniel Trauth ordnet ein: „Die optimierte Bewässerung des Stadtgrüns und die Messung der Passantenfrequenz rund um die Wiesn sind nur zwei von unzähligen Anwendungen einer Smart City.“ Ebenso lassen sich damit die Auslastung von Bus- und Bahnlinien haargenau erfassen, um Überlastungen vorauszusehen und den Öffentlichen Personennahverkehr zu optimieren. Auch bei der kommunalen Abfall- oder Energiewirtschaft ergäben sich zahlreiche Einsatzfelder, sagt der Experte.
„Wie ein Puzzle made in Germany“
Dr. Daniel Trauth zieht einen Vergleich: „Eine Smart City ist wie ein großes Puzzle und jede Kommune entscheidet selbst, mit welchem Teil sie anfängt. Nach und nach können weitere Puzzleteile hinzukommen, die alle an das städtische Betriebssystem urbanOS angeschlossen werden. Dadurch ist gewährleistet, dass sich am Ende alle Teile in das Gesamtbild des Puzzles einfügen.“
Wie dataMatters betont, handelt es sich bei urbanOS um eine hundertprozentig deutsche Entwicklung. Alle Datenbestände werden laut Angaben ebenfalls ausschließlich in deutschen Rechenzentren gespeichert und verarbeitet. Die Sensoren, mit denen die Bäume ausgerüstet werden, stammen von einem Münchener Hersteller. „Unsere Lösung ist strikt auf die digitale Souveränität der Städte und Gemeinden ausgerichtet“, betont Geschäftsführer Dr. Daniel Trauth.
dataMatters (www.datamatters.io) ist auf die Nutzung Künstlicher Intelligenz in der Realwirtschaft spezialisiert. Einsatzgebiete: Smart City, Smart Factory, Industrie 4.0, Smart Building, IoT, Maschinen- und Anlagenbau, Gesundheitswesen, Agrarwirtschaft u.v.a.m. Dabei werden über Sensoren Daten aus dem realen Betrieb erfasst, in Datenräumen gesammelt und dort mittels KI-Software analysiert bzw. an KI-Systeme der Firmenkunden zur Weiterverarbeitung übergeben. Anhand der Ergebnisse lässt sich der Betrieb effizienter, nachhaltiger und wirtschaftlicher führen. Anwendungsbeispiele: Parkraumbewirtschaftung, Frühwarnsysteme für Anomalien wie beispielsweise Extremwetter, Maschinenverschleiß oder Rohrbruch, Heizungs-/Beleuchtungsautomatisierung in Gebäuden, CO2-Footprint-Erfassung anhand realer Daten und vieles mehr. So greifen bspw. Kommunen gerne auf dataMatters zurück, um die urbane Lebensqualität und Nachhaltigkeit zu erhöhen. Dr.-Ing. Dipl.-Wirt. Ing. Daniel Trauth hat dataMatters aus der RWTH Aachen ausgegründet und zu einem internationalen Player an der Schnittstelle zwischen Realwirtschaft und KI geführt. Er wurde hierfür mit über 20 Ehrungen (RWTH Spin-off Award 2019, digitalPioneer 2020 u.v.a.m.) ausgezeichnet und zum Co-Chairman des „Real World AI Forum“ des Diplomatic Council mit Beraterstatus bei den Vereinten Nationen ernannt.
Weitere Informationen: dataMatters GmbH, Köln (Sitz/Entwicklungszentrum) und Hürth (Showroom), www.datamatters.io, info@datamatters.io, PRESSE: presse@datamatters.io
Weitere Informationen zu „urban Tree Intelligence“: https://blog.datamatters.io/wasser-als-fundament-fur-urban-tree-intelligence/
Presseagentur: euromarcom public relations, team@euromarcom.de, www.euromarcom.de
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