Fahrgastverband PRO BAHN e. V.
MVV-Preiserhöhung: teureres und schlechteres Angebot konterkarriert politischen Vorgaben im Großraum München
Der Fahrgastverband PRO BAHN kritisiert deutlich die am späten Freitagnachmittag bekanntgewordene und von der Politik hinter verschlossenen Türen verhandelte MVV-Tariferhöhung um 4,9 Prozent: „Die Fahrpreise steigen mehr als doppelt so schnell wie der Bierpreis auf der Wiesn. Während die Bundesregierung Autofahrten subventionieren will, werden zeitgleich die Fahrgäste spürbar mehr belastet. Schlechteres Angebot, Baustellen und Störungen bei der S-Bahn, überfüllte Trams und Busse, und jetzt auch noch eine kräftige Preissteigerung, die Politik konterkariert ihre Sonntagsreden mit dem eigenen Handeln. Das hindert die Bürger am gewünschten Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr“, so Andreas Frank, Sprecher des Fahrgastverbandes PRO BAHN in München. Dass alle Diskussionen dazu hinter verschlossenen Türenund maximal intransparent stattfinden, zeigt einen deutlichen Fehler des heutigen MVV-Systems.
Der Verband fordert, dass dann zumindest das Angebot ausgebaut wird statt eingeschränkt zu werden, und endlich konsequent gegen Störungsursachen vorgegangen wird. Beispielsweise wäre bei der S-Bahn der durchgängige 10-Minuten-Takt tagsüber eine wichtige Verbesserung, wenn schon der Fahrpreis so deutlich steigt. Er fordert zudem darüber nachzudenken, ob aufgrund des Deutschlandtickets der Tarif nicht wesentlich entschlackt werden kann und beispielsweise Zeitkarten, die teurer als ein Deutschlandticket sind, abgeschafft werden können; anstellle dessen könnte eine Mitnahmeregelung auch für das Deutschlandticket eingeführt werden. Dies würde auch die Verwaltungskosten senken.
PRO BAHN fordert zudem eine stärkere Unterstützung der Kommunen und Landkreise durch Landes- und Bundespolitik: „Während der Autoverkehr großzügig mit Steuermitteln gefördert und subventioniert wird und Bund und Länder auch Kredite für laufende Ausgaben aufnehmen dürfen, müssen die kommunalen Gebietskörperschaften schauen, wie sie irgendwie noch Geld für vernünftigen Öffentlichen Nahverkehr zusammenkratzen können“ beschreibt Andreas Frank die Situation. Eine grundsätzlich bessere und krisensichere Finanzausstattung der Kommunen ist daher dringend erforderlich. Sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene können durch gesetzliche Maßnahmen die Handlungsspielräume der Kommunen verbessert werden. Dies ist auch dringend nötig.
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