Vier Pfoten - Stiftung für Tierschutz

Katzen-Kastration auf Rügen
VIER PFOTEN begrüßt Streunerkatzen-Aktion des Landkreises Rügen

    Hamburg (ots) - Gestern verkündete der Landkreis Rügen, dass er sich im Zuge der Bekämpfung der Vogelgrippe an der Kastration von herrenlosen und streunenden Katzen beteiligen werde. VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz begrüßt ausdrücklich diese Maßnahme, bei der die streunenden Tiere eingefangen, unter anderem auf den Erreger H5N1 untersucht, kastriert und anschließend am Standort wieder freigelassen werden. "Die konsequente Untersuchung und Kastration von Streunerkatzen ist der richtige Weg, um festzustellen, ob die Katzen tatsächlich mit H5N1 infiziert sind, und gleichzeitig die zunehmende Streunerkatzen-Population in den Griff zu bekommen", sagt Marlene Wartenberg, Geschäftsführerin von VIER PFOTEN.

    Seit Jahren beobachten Tierschutzorganisationen und private Katzenhilfen mit Sorge eine starke Zunahme von Streunerkatzen. Viele der Tiere leiden an Unterernährung, Mangelerscheinungen und Krankheiten. Obwohl es inzwischen erwiesen ist, dass bei einer konsequenten Kastration der Streunerkatzenbestand stabilisiert und langfristig sogar eingedämmt wird, verschließen die Kommunen die Augen und entziehen sich ihrer Verantwortung. Viele Tierschützerinnen und Tierschützer sind auf sich allein gestellt und kastrieren die streunenden Katzen auf eigene Kosten oder mit der Unterstützung von Tierschutzorganisationen. Dagegen vertreten etliche Politiker und Funktionäre immer noch die Meinung, dass die Streuner-Problematik nur durch Abschuss oder andere Tötungsmaßnahmen zu lösen sei.

    Jährlich werden in Deutschland 200.000 bis 400.000 Katzen von Jägern getötet. Nach dem deutschen Jagdgesetz dürfen vermeintlich streunende Katzen erschossen werden, die sich mehr als 200 Meter von einer Siedlung entfernt haben. Dabei ist die Unterscheidung von freilaufender und streunender Katze fließend. Viele Hauskatzen haben dadurch schon ihr Leben gelassen.

    Eine bundesweite Lösung der Streunerkatzen-Problematik ist längst überfällig. Größtes Hindernis ist die Gebührenordnung der Tierärzte, kurz GOT. Diese verlangt, dass die Tierärzte z.B. für die Kastration einer weiblichen Katze mindestens 90 Euro berechnen. Trotzdem kastrieren viele Tierärzte gelegentlich weit unter diesem Satz, auch wenn sie damit gegen die GOT verstoßen - einfach weil sie das Elend der Streuner nicht mehr ertragen können.

    "In ihren internationalen Kastrationsprojekten arbeitet VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz seit Jahren erfolgreich nach den Richtlinien der WHO: Einfangen, impfen, kastrieren und wieder freilassen. Dies ist die einzige humane und nachhaltige Methode zur Reduzierung von Streuner-Populationen", erklärt Wartenberg. "Rügen könnte durchaus ein Modell für deutsche Behörden im Umgang mit der Streunerkatzen-Problematik werden".

Presserückfragen an VIER PFOTEN:

Beate Schüler, Pressesprecherin 040/399 249- 66 oder 0170/5508260 Markus Pfeuffer, Projektleiter 040/399 249 -50 oder 0160/90559482 E-Mail: beate.schueler@vier-pfoten.de

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