Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V.
36 Millionen Euro für Zukunftstechnologien: Helmholtz startet drei neue Forschungskampagnen
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Presseinformation
36 Millionen Euro für Zukunftstechnologien: Helmholtz startet drei neue Forschungskampagnen
Investitionen in Quanten- und Biotechnologien sowie Wassersicherheit stärken Deutschlands Hightech-Zukunft
Berlin, 19. Januar 2026. Die Helmholtz-Gemeinschaft startet mit neuen Kampagnen zu strategischen Zukunftsthemen ins Jahr 2026, um technologische Durchbrüche schneller in die Anwendung zu bringen. In den Helmholtz-Kampagnen „Biomedical Engineering Initiative“, „Water Safety and Security Initiative“ und der „Quantum Use Challenge“ entstehen innovative Lösungen – von nadelfreier Blutzuckermessung per Wearable über Quantensensoren für leistungsfähigere Batterien bis hin zu neuen Konzepten für das Wassermanagement in Großstädten. Die Kampagnen entstehen im Schulterschluss mit Partnern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und greifen zentrale Schlüsseltechnologien sowie strategische Forschungsfelder der Hightech Agenda Deutschland der Bundesregierung auf.
Influenza zählt zu den folgenschwersten Infektionskrankheiten weltweit und verursacht jährlich bis zu 500.000 Todesfälle. Was wäre, wenn eine Virusinfektion künftig einfach und zuverlässig über einen Geschmackssensor auf einem Kaugummi frühzeitig erkannt werden könnte – schnell, alltagstauglich und ohne technische Hürden? Dieser Ansatz steht beispielhaft für die Innovationskraft der drei neuen Helmholtz-Forschungskampagnen.
Über einen Zeitraum von drei Jahren gefördert, adressieren sie Querschnittsthemen der Helmholtz-Forschungsbereiche Gesundheit, Information, Materie, Energie sowie Erde und Umwelt. Die neuen Kampagnen stärken die Zusammenarbeit innerhalb der Helmholtz-Gemeinschaft und die Kooperation mit Unternehmen, Start-ups und universitären Partnern, um zentrale Herausforderungen für Wirtschaft und Gesellschaft anzugehen. „Zukunft passiert jetzt – und sie entsteht dort, wo Wissenschaft, Politik und Industrie zusammenwirken“, sagt Helmholtz-Präsident Martin Keller. „Mit unseren Forschungskampagnen treiben wir Innovationen voran, um unser Land zu einem führenden Standort für neue Technologien zu machen und das Leben der Menschen spürbar zu verbessern.“
Ziel der Helmholtz Biomedical Engineering Initiative ist es, Deutschland als führenden Standort für biomedizinische Technologien, Anwendungen und Start-ups zu positionieren und den Transfer neuer Forschungsergebnisse in Klinik und Alltag zu beschleunigen. Dafür vernetzt die Initiative die Helmholtz-Zentren im Forschungsbereich Gesundheit mit weiteren Helmholtz-Zentren sowie mit Partnern aus Wissenschaft, Klinik und Wirtschaft. Auf diese Weise trägt sie zu einem leistungsfähigen deutschen Bioengineering-Ökosystem entlang der gesamten Innovations- und Wertschöpfungskette bei: von der Entdeckung im Labor über Prototypen und klinische Studien bis zur Zulassung und Anwendung. Die Projekte der Kampagne bringen ihre Ziele in konkrete Anwendungen und entwickeln Pionierlösungen, die frühere Diagnosen, gezielte Prävention und wirksamere, individuell zugeschnittene Therapien ermöglichen. Beispiele sind nadelfreie Insulin-Sensoren, Mikroroboter für eine präzise Krebstherapie und KI-gestützte Influenza-Selbsttests.
Mit der Quantum Use Challenge treibt die Helmholtz-Gemeinschaft den gezielten Transfer von Quantentechnologien in bislang kaum erschlossene Anwendungsfelder voran. Ziel der Kampagne ist es, das Potenzial von Quantencomputing, -simulation und -sensorik für konkrete gesellschaftliche und industrielle Herausforderungen zu nutzen, dort, wo klassische Methoden zunehmend an ihre Grenzen stoßen. Eine zentrale Rolle spielt dabei der enge Austausch zwischen Entwickler:innen und Anwender:innen, um Quantentechnologien nachhaltig in Forschung und Praxis zu verankern. Hierfür bündelt die Kampagne Expertise aus fünf Helmholtz-Forschungsbereichen, um leistungsfähigere Batterien zu entwickeln, Krebszellen und Mikrometastasen in frühen Stadien sichtbar zu machen oder um realistischere Modelle von Grundwasser-, Energie- und Umweltsystemen zu erstellen. Damit eröffnen sich neue Perspektiven für Health Tech, Klimaresilienz sowie für die Wasser- und Energieforschung. Die Quantum Use Challenge legt so den Grundstein für eine Forschung der Zukunft, in der Quantentechnologien nicht nur weiterentwickelt werden, sondern auch neue Wege eröffnen, komplexe Systeme in unterschiedlichen Disziplinen zu modellieren, zu analysieren und experimentell zu untersuchen.
Dürre und Hitzestress sowie Überschwemmungen und Starkregen verändern den Wasserkreislauf erheblich. In Ländern des Globalen Südens hemmt eine unsichere Wasserversorgung bereits heute die gesellschaftliche und ökonomische Entwicklung; künftig müssen sich auch Industrieländer auf eine schwankende Verfügbarkeit einstellen. Angesichts dieser zunehmenden weltweiten Krisen und Risiken nimmt die Helmholtz-Gemeinschaft mit ihrer Helmholtz Water Safety and Security Initiative die zentrale Herausforderung in den Fokus, ein nachhaltiges und sicheres Wassermanagement zu gewährleisten. Dabei baut die Kampagne auf ein in Deutschland einzigartiges Forschungsprofil auf: Die 13 beteiligten Helmholtz-Zentren decken mit ihren Schwerpunkten den gesamten Wasserkreislauf ab – vom globalen und terrestrischen System bis hin zur molekularen Ebene. In engem Austausch mit Bürger:innen sowie mit Vertreter:innen des Naturschutzes, der Landwirtschaft, der Industrie, der Wasserversorgung und der Stadtentwicklung entwickeln sie in inter- und transdisziplinären Reallaboren unter anderem Konzepte für ein integriertes Wassermanagement, neue Ansätze für klimaresiliente Städte oder Lösungen für den Umgang mit Wasserextremen, die weltweit zum Einsatz kommen können.
Weiterführende Informationen zu den Helmholtz-Kampagnen: https://www.helmholtz.de/forschung/forschungskampagne/
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Über Helmholtz
Helmholtz leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Information, Materie sowie Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr. Helmholtz ist mit rund 47.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 18 Forschungszentren und einem Jahresbudget von über 6 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).
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