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Ein nahezu unbekannter Versuch den 2. Weltkrieg zu beenden

Ein nahezu unbekannter Versuch den 2. Weltkrieg zu beenden
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Sommer 1943

Ein nahezu unbekannter Versuch den 2. Weltkrieg zu beenden, war das Geheimtreffen der westlichen Geheimdienste mit dem Chef der deutschen Abwehr, Wilhelm Canaris, im spanischen Santander.

Nachdem im Januar 1943 auf der Casablanca-Konferenz die bedingungslose Kapitulation des Deutschen Reiches beschlossen worden war gab es zunächst geheime Versuche, einen deutsch – sowjetischen Frieden zu schließen. Da Hitler aber von diesen Bemühungen erfuhr, musste das Vorhaben aufgegeben werden. Der Chef der Deutschen Abwehr versuchte daraufhin mit dem deutschen Widerstand um Helmuth von Moltke und dem Kreisauer Kreis einen Waffenstillstand im Westen, die Beseitigung von Hitler und die Fortsetzung des Krieges im Osten zu erreichen.

Bis zum Sommer 1943 bemühten sich unter anderem der deutsche Botschafter in der Türkei, Franz von Papen, Paul Leverkühn, Chef der deutschen Abwehr in Istanbul und der Chef des deutschen militärischen Geheimdienstes, Admiral Canaris, um ein Treffen mit den Geheimdiensten der westlichen Mächte. Nach mehreren Versuchen gelang es Wilhelm Canaris im Sommer 1943, die amerikanischen und britischen Geheimdienstchefs, Donovan und Menzies im spanischen Santander zu treffen. Der Abwehroffizier Justus v. Einem, der als Begleiter Canaris' in Santander dabei war, erklärte später, dass sich die drei Chefs der Geheimdienste schon in Santander einig geworden seien. Bis zum Mai 1944 lagen Roosevelt mehrere deutsche Angebote vor, die Invasion Europas zu erleichtern. Paul Leverkühn berichtete später, dass dazu auch schlechte und verspätete Abwehrmaßnahmen im Vorfeld der Landung der Alliierten in der Normandie gehörten.

Aus diesem Treffen resultiert folgender Textauszug aus meinem Buch:

Prinz Max von Hohenlohe-Neuenstein schritt langsam die breite Auffahrt zum berühmten Hotel Real hinauf. Der grobe Kies knirschte unter den glatten Ledersohlen seiner Schuhe. Vom A . Nichts war mehr zu spüren vom großen Brand, nichts erinnerte mehr an das Flammeninferno des Bürgerkrieges von 1941.

Von Hohenlohe-Neuenstein öffnete die Tür zum kleinen Salon und blieb unvermittelt auf der Schwelle stehen. Stuart Menzies war bereits eingetroffen. Der Chef des Britischen Geheimdiensts stand mitten im Raum und unterhielt sich mit seinem Begleiter. Der Prinz räusperte sich, klopfte an die bereits geöffnete Tür, setzte seinen Hut ab und ging mit ausgestreckter Hand auf die beiden Engländer zu.

„Sir“, Prinz Max begrüßte den Chef des britischen MI6 mit einem angedeuteten Kopfnicken und gab dem schmächtigen Protokollanten ebenfalls die Hand. „Ich freue mich, dass Sie die Chance dieses Treffens wahrnehmen möchten. Die anderen Herren werden in wenigen Minuten eintreffen.“

Zwei Stunden waren seither vergangen. Max von Hohenlohe-Neuenstein strich sich mit der Hand über die Augen und presste Daumen und Zeigefinger gegen die Nasenwurzel. Er blinzelte in die Sonne. Plötzlich wurde die Tür des Salons geöffnet. Major General William J. Donavan, Chef des amerikanischen Militärgeheimdienstes, trat als Erster heraus. Er trug einen zivilen Anzug und statt einer Krawatte eine perfekt gebundene Seidenfliege. Donavan war ohne Begleitung und wirkte wie ein glücklicher Großvater in der Sommerfrische. Seine Stimmung schien trotz der Unglaublichkeit dieses Treffens völlig gelöst. Ohne sich weiter umzusehen, schlenderte er dem Ausgang entgegen, gleichzeitig rollte ein weißer Humber Snipe vor das Tor. Der General stieg ein und Max von Hohenlohe-Neuenstein hörte Schritte hinter seinem Rücken. Er drehte sich hastig um und sah, wie Justus von Einem direkt auf seinen Tisch zusteuerte. Der hochgewachsene Offizier der Abwehr hatte als deutscher Protokollant am Treffen teilgenommen. Max kannte ihn aus Berlin. Der Mann war absolut verschwiegen und seinem Chef gegenüber jovial bis in den Tod. Von Einem trug ebenfalls Zivil und raunte Max im Vorübergehen zu: „Die Chefs sind sich einig, die Welt wird neu geordnet!“ Nachdem der Offizier hinter den Palmen in Richtung der Avenida de la Victoria verschwunden war, stand Max auf, klemmte sich seine Zeitung unter den Arm und schlenderte dem Salon entgegen. In der Tür stand Admiral Wilhelm Canaris. Der Chef der deutschen Abwehr setzte seinen weißen Leinenhut auf, sah dem Prinzen kurz in die Augen, grüßte mit zwei Fingern an der Krempe und verschwand in Richtung Auffahrt. Max ging in den Salon. Der Raum war leer, Stewart Menzies, der Chef des MI6 und sein Protokollant waren ebenso unbemerkt gegangen, wie sie gekommen waren...

Ich lüfte in meinem Buch „MI-SIX Operation Bernsteinzimmer“, für das ich mehr als acht Jahre recherchiert habe, nicht nur das scheinbare Geheimnis des Bernsteinzimmers sondern beschreibe auch die Hintergründe des adligen Aufstandes im dritten Reich und die Pläne der Verschwörer für die Zeit nach dem Umsturz. Erst das Hitlerattentat vom Juli 1944 ermöglichte nach meiner Meinung das Verschwinden des Bernsteinzimmers.

Herzlichst

Micha H. Echt, Unternehmer und Autor

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