Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.
VNW-Direktor Andreas Breitner: „Geld für Vergesellschaftung auszugeben, ist Verschwendung. Wir brauchen Wohnungsbau statt Vergesellschaftung.“
74/2026
Kiel. Die sozialen Vermieter Norddeutschlands haben sich gegen eine Vergesellschaftung von Wohnungsunternehmen und stattdessen für den massiven Bau bezahlbaren Wohnraums ausgesprochen.
„Die Frage lautet nicht: Vergesellschaftung ‚Ja oder Nein!‘, sondern ‚Mehr bezahlbarer Wohnraum oder nicht‘, sagt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), mit Blick auf die Ergebnisse einer heute vorgestellten Studie des Kiel Instituts für Weltwirtschaft*. „Geld für Vergesellschaftung oder Enteignung auszugeben, ist die Verschwendung von finanziellen Ressourcen.“
In seiner Studie komme das Institut zu dem Ergebnis, wonach eine Vergesellschaftung kein einziges ökonomisches Problem löse. Stattdessen würden neue Probleme geschaffen und die Standortqualität gefährdet, sagt der VNW-Direktor und bezieht sich damit auf Aussagen von Stefan Kooths, Direktor der Forschungsgruppe Konjunktur und Wachstum am Kiel Institut.
Es wird keine einzige neue Wohnung geschaffen
Entscheidend sei, dass durch eine Vergesellschaftung keine einzige Wohnung geschaffen würde. „Ich stimme ausdrücklich dem Befund des Instituts zu, wonach es nicht entscheidend ist, ‚wem die Wohnungen gehören, sondern ob neue Wohnungen dazukommen‘“, sagt VNW-Direktor Andreas Breitner. Grund für hohe Angebotsmieten – und nicht das gelte nicht nur für Berlin – sei der Mangel an bezahlbaren Wohnungen. „Das bedeutet: wir müssen bauen, bauen, bauen.“
Breitner verwies auf eine Berechnung des Kiel Instituts, wonach es sinnvoller wäre, das Geld für den Neubau von Wohnungen zu nutzen, statt den zu enteignenden Wohnungsunternehmen Entschädigungen zu zahlen. So könnten in Berlin bis 2045 insgesamt 71.000 Wohnungen und rund 28.000 Wohnungen zusätzlich entstehen, würde das Geld in den Wohnungsbau fließen. Das hätte direkt Einfluss auf die Mieten.
Knappe öffentliche Kassen – Deshalb staatliche Mittel sinnvoll einsetzen
„Angesicht knapper öffentlicher Kassen wächst der Druck auf die öffentliche Wohnungsbauförderung“, sagt Andreas Breitner. „Wir müssen damit rechnen, dass die hohen Beiträge in den kommenden Jahren nicht fortgeschrieben werden. Um so wichtiger ist es, öffentliche Mittel so einzusetzen, damit am Ende möglichst viel bezahlbarer Wohnraum entsteht.“
*Das Institut hat im Auftrag der Wirtschaftsinitiative „Berlin denkt weiter“ die ökonomischen Effekte einer Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände untersucht.
Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 502 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 760.000 Wohnungen leben rund zwei Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 7,69 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.
V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de