Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.
VNW-Direktor Andreas Breitner: Norddeutsche Bundesländer brauchen einen „Masterplan Konversion“ und erwarten vom Bund Ersatzflächen für Wohnbebauung
Schwerin/Kiel/Hamburg. Die sozialen Vermieter Norddeutschlands haben die Landesregierungen in Kiel, Schwerin und Hamburg aufgefordert, umgehend einen „Masterplan Konversion“ zu erarbeiten. Vom Bund erwarten sie Ersatzflächen für die Wohnbebauung.
„Die aktuelle sicherheitspolitische Lage erfordert, dass frühere Kasernen der Bundeswehr revitalisiert werden; daran führt kein Weg vorbei“, sagt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW).
„Das bedeutet aber nicht, dass alle früheren Standorte wiederbelebt werden müssen. Viele Standorte sind in der Zeit der deutschen Teilung entstanden. Die sicherheitspolitischen Herausforderungen heute sind andere. Also wird sich auch die Zahl der Standorte ändern.“
Notwendig für eine moderne Bundeswehrinfrastruktur sei eine Verständigung zwischen den Bundesländern und dem Bundesverteidigungsministerium. „Als Voraussetzung dazu müssen die Landesregierungen in Zusammenarbeit mit dem Bund jeweils einen ‚Masterplan Konversion‘ erarbeiten“, sagt der VNW-Direktor.
Masterpläne können für Klarheit sorgen
„Darin sollte festgelegt werden, welche Bundeswehrstandorte wirklich revitalisiert werden sollen – und welche nicht. Die Bundeswehr bekommt dadurch zeitnah Klarheit und kann entsprechend handeln.“
Die Bundesländer wiederum sollten die früheren Bundeswehrstandorte, die dauerhaft nicht mehr genutzt würden, für den Bau bezahlbarer Wohnungen nutzen. „Dabei gilt es, aus der Vergangenheit zu lernen und sich nicht in jahrelange stadtentwicklungspolitische Debatten zu verlieren“, sagt Andreas Breitner.
Der VNW-Direktor verwies in diesem Zusammenhang auf den Ex-Bundeswehrstandort in Kiel-Holtenau. „Dort wurde jahrelang diskutiert, geplant, verworfen und wieder diskutiert, ohne dass dringend benötigter Wohnraum geschaffen wurde. Das darf nicht wieder passieren.“
BImA einbinden
Die Kommunen, in die die Bundeswehr „zurückkehre“, benötigen eine Kompensation für die Flächen. „Am besten wäre es, wenn die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) in die Erstellung der Masterpläne ‚Konversion‘ eingebunden wird und sie aus ihrem Portfolio Ersatzflächen zur Verfügung stellt“, sagt der VNW-Direktor.
Die Kommunen wiederum sollten die Möglichkeiten des sogenannten Bau-Turbos nutzen und pragmatisch bezahlbare Wohnungen errichten. „Vor allem in besonders nachgefragten Regionen wie Kiel, Rostock, Greifswald, im Hamburger Umland und in den Urlaubsgebieten an den Küsten ist der Druck auf dem Wohnungsmarkt hoch und benötigt dringend Entlastung“, sagt VNW-Direktor Andreas Breitner.
Keine erneuten „Selbstfindungsphasen“
„Statt sich in weiteren ‚Selbstfindungsphasen‘ zu verlieren, müssen die Kommunen rasch Baurecht schaffen. Die Bundesländer wiederum sollten überlegen, ob neben der bereits geplanten öffentlichen Wohnungsbauförderung zusätzliche Fördermittel möglich sind, die ausschließlich für Wohnungsbau auf früheren Bundeswehrflächen genutzt werden.“
Entscheidend sei nun, dass sich Kommunen und Bundeswehr – gern unter Beteiligung der Länder – rasch verständigen. Dabei dürfen sich die Beteiligten bei denkbaren Kompensationszahlungen nicht verhaken. Zugleich muss bei der Mobilisierung möglicher Ersatzflächen ein anderes Tempo an den Tag gelegt werden.
Die sozialen Vermieter Norddeutschlands „wollen keine Bunker, sondern Wohnungen bauen“, sagt VNW-Direktor Andreas Breitner. Die Masterpläne „Konversion“ könnten dafür eine gute Grundlage bilden. „Was wir nicht benötigen, ist eine weitere Hängepartie bei Wohnungsbau, weil Kommunen, Länder und Bund sich nicht über Flächen einigen können.“
17/04/2026
Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 487 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 760.000 Wohnungen leben rund zwei Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 7,69 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.
V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de