Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.
VNW-Direktor Andreas Breitner zum GREIX-Mietpreisindex, der vom Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW)
5/2026
Die Mieten in Deutschland haben zum Jahresende 2025 vielerorts deutlich angezogen. Im vierten Quartal seien die Angebotsmieten um 4,5 Prozent zum Vorjahreszeitraum, rund doppelt so stark wie die allgemeine Inflation, berichtet die Nachrichtenagentur dpa mit Verweis auf den GREIX-Mietpreisindex, der vom Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) herausgegeben wird. Verglichen mit dem dritten Quartal habe das Plus in den 37 untersuchten Städten und Regionen bei 1,0 Prozent gelegen.
Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):
„Ohne das Problem des Mangels an bezahlbarem Wohnraum herunterreden zu wollen, gilt es festzuhalten: die Studie bündelt ‚Angebotsmieten für Wohnungen aus mehreren Plattformen für 37 Städte und Regionen‘.
Damit spiegelt die Studie nur einen kleinen Teilbereich des Wohnungsmarktes wider, und zwar Mieten für jene Wohnungen, die auf Wohnungsportalen angeboten werden.
Angebotsmieten machen einen geringen Teil des Wohnungsmarktes aus
Angebotsmieten sind jedoch nur relevant, wenn eine Mieterin bzw. ein Mieter eine Wohnung sucht. Wer (bezahlbar) wohnt und keine Wohnung sucht, für den sind (hohe) Angebotsmieten zunächst einmal irrelevant.
Bei der im Herbst vergangenen Jahres veröffentlichten Hamburger Mietenstudie, bei der 283.000 reale Mietverträge, also Mietverträge, die derzeit wirklich gelten, untersucht wurden, lag der Anteil der Angebotsmieten bei unter zehn Prozent.
Zudem werden die allermeisten Wohnungen mit bezahlbaren Mieten gar nicht auf einem Portal angeboten, sondern von Genossenschaften oder kommunalen Gesellschaften direkt vermarktet.
Diese Wohnungen fließen also nicht die aktuelle Studie ein, so dass diese ein etwas verzerrtes Bild des Wohnungsmarktes zeichnet. Die monatliche Netto-Kaltmiete der VNW-Mitgliedsunternehmen in Schleswig-Holstein und Hamburg liegt deutlich unter den Werten der örtlichen Mietenspiegel.
VNW-Unternehmen sehen die aktuelle Mietenentwicklung mit Sorge
Nichtsdestotrotz sehen auch die am Gemeinwohl orientierten Wohnungsunternehmen die aktuelle Mietenentwicklung mit Sorgen. Vor allem in besonders nachgefragten Regionen gibt es zu wenig Wohnraum, der für Ottonormalverbraucher bezahlbar ist. Das ist sozialer Sprengstoff.
Ein Ausweg aus der schwierigen Lage ist der Bau neuer Wohnungen zu bezahlbaren Preisen. In dieser Hinsicht haben Hamburg mit dem ‚Hamburg-Standard‘ und Schleswig-Holstein mit dem ‚vereinfachten Bauen‘ erste Schritte in die richtige Richtung getan.
19/01/2026
Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 478 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 730.000 Wohnungen leben rund zwei Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 6,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.
V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de