Frühlingssonne mit Risiko: Warum der UV-Schutz jetzt zählt
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Frühlingssonne mit Risiko: Warum der UV-Schutz jetzt zählt
Die Temperaturen sind noch mild, die UV-Belastung aber längst relevant. Warum die Haut gerade jetzt besonderen Schutz braucht, und welche einfachen Gewohnheiten vorbeugen, erklärt Dr. med. Kira Süßmuth, Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten, an der Helios Poliklinik Berlin-Buch.
Nach dem langen Winter ist die Sonne endlich wieder da und lockt nach draußen. Doch was dabei häufig übersehen wird: Nicht die Temperatur entscheidet, wie stark UV-Strahlung auf die Haut wirkt. Schon jetzt kann die Strahlungsintensität ausreichen, zumal die Haut nach dem Winter ihre Schutzgewöhnung weitgehend verloren hat. Zudem ist auch die Ozonschicht, die ebenfalls UV-Strahlung filtert, im Frühling noch sehr dünn.
Ein guter Orientierungspunkt ist der UV-Index. Er beschreibt, wie intensiv die UV-Strahlung an einem Tag ist. Schon ab einem Wert von 3 sollte man an Sonnenschutz denken. Wer mehr über den UV-Index und aktuelle Werte erfahren möchte, findet Informationen beim Deutschen Wetterdienst und beim Bundesamt für Strahlenschutz.
„Viele verlassen sich auf ihr Gefühl – und das trügt gerade im Frühjahr. Denn die Strahlenbelastung ist längst da,“ sagt Dr. Süßmuth. Das zeigt sich besonders im Alltag: beim Spaziergang, beim Radfahren, bei der Gartenarbeit. Die Sonnenphasen wirken harmlos, summieren sich aber schneller, als man denkt.
Eine feste unbedenkliche Tagesgrenze in Minuten gibt es dabei nicht. Entscheidend sind unter anderem UV-Index, Tageszeit, Hauttyp, genetische Vorbelastung und die Frage, ob die Haut geschützt ist. Gerade die Mittagszeit zwischen 11 und 15 Uhr gilt als besonders kritisch.
Hautschäden entstehen meist unbemerkt
Sonnenbrand ist das sichtbare Warnsignal – aber nicht das einzige. UV-Strahlung greift Hautzellen auch dann an, wenn keine Rötung entsteht. Über Jahre hinweg beschleunigt das die Hautalterung und erhöht das Krebsrisiko spürbar. Das Heimtückische: Die Schäden entstehen still und schleichend. „Die Haut vergisst nichts“, erklärt Dr. Süßmuth. „Jede Portion Sonne hinterlässt eine Spur – auch wenn man friert und diese Spuren nicht weh tun.“
Besonders aufmerksam sollten Menschen mit heller Haut, vielen Muttermalen oder einer familiären Vorbelastung sein. Grundsätzlich gilt aber: Einen vollständigen Schutz vor UV-Schäden bietet kein Hauttyp
Schutz im Alltag: wenig Aufwand, große Wirkung
Guter Sonnenschutz braucht keine Vorbereitung und kein Ritual. Wenige Gewohnheiten reichen, um die Haut dauerhaft zu entlasten: die Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr Freie Hautstellen sollten mit Sonnencreme mit UVA- und UVB-Schutz eingecremt werden. Mindestens Lichtschutzfaktor 50 ist sinnvoll, bei Menschen mit erhöhtem Hautkrebsrisiko – etwa nach einer Hautkrebserkrankung oder bei bekannten Vorstufen – auch ein höherer Lichtschutzfaktor.
Die Expertin empfiehlt deshalb, „wer jeden Tag draußen ist – zur Arbeit, zum Sport, im Garten – sollte den Schutz so selbstverständlich einplanen wie den Hausschlüssel.“
Besondere Aufmerksamkeit verdienen Gesicht, Nacken, Ohren, Lippen und Hände. Stellen, die beim Eincremen leicht übersehen werden, aber besonders häufig von UV-Schäden betroffen sind.
Haut beobachten, Vorsorge nutzen
Zur Vorbeugung gehört auch der regelmäßige Blick auf die eigene Haut. Neue Flecken, veränderte Muttermale oder Stellen, die jucken, bluten oder nicht abheilen, sollten zeitnah ärztlich abgeklärt werden. Eine gute Orientierung für die Selbstkontrolle bietet die ABCDE-Regel: A steht für Asymmetrie, B für Begrenzung, C für Colour (Farbe), D für Durchmesser und E für Evolution (Entwicklung). Auffällig sind Hautmale, die ungleichmäßig geformt sind, unscharfe Ränder haben, mehrere Farbtöne zeigen, größer werden oder sich sichtbar verändern. Die Regel kann helfen, verdächtige Veränderungen früh wahrzunehmen, ersetzt aber keine ärztliche Untersuchung.
Was viele nicht wissen: Ab 35 Jahren haben gesetzlich Versicherte alle zwei Jahre Anspruch auf ein kostenloses Hautkrebs-Screening. Diese Untersuchung kann helfen, auffällige Hautveränderungen frühzeitig zu erkennen und gezielt zu behandeln.
Frühjahr: der richtige Moment zum Umschalten
Mit dem Frühjahr beginnt für viele die aktivste Zeit des Jahres – mehr Bewegung, mehr Zeit im Freien, mehr Licht. Genau der richtige Moment, um Sonnenschutz wieder fest im Alltag zu verankern. Nicht als Einschränkung, sondern als Selbstverständlichkeit. Und bei aller Aufmerksamkeit für den UV-Schutz gilt dennoch: Sonne gehört zu einem gesunden Leben dazu. Sie unterstützt die Bildung von Vitamin D, wirkt auf den Schlaf-Wach-Rhythmus, beeinflusst unser Wohlbefinden und wird bei einigen Hauterkrankungen sogar gezielt therapeutisch genutzt. „Wir sollten die Sonne nicht meiden, sondern bewusst mit ihr umgehen“, betont Dr. Süßmuth. „Sie kann uns guttun – solange wir ihre positiven Seiten genießen, ohne die Haut unnötig zu belasten.“
In Deutschland betreibt Helios mehr als 80 Kliniken, rund 200 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), sechs Präventionszentren und 30 arbeitsmedizinische Zentren. Helios behandelt im Jahr 2025 rund 5,6 Millionen Menschen in Deutschland, davon mehr als 4 Millionen ambulant. Seit seiner Gründung setzt Helios auf messbare, hohe medizinische Qualität und Datentransparenz und ist bei über 90 Prozent der Qualitätsziele besser als der bundesweite Durchschnitt. In Deutschland beschäftigt Helios rund 80.000 Mitarbeitende. Helios steht mit 35 eigenen Bildungszentren für Aus-, Fort- und Weiterbildung im Gesundheitswesen. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.
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