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medico international zu Flüchtlingsdramas im Mittelmeer: "Ein Recht zu gehen. Das Recht zu bleiben."

Frankfurt/Main (ots) - Die Frankfurter Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international fordert sichere und legale Wege für Flüchtlinge, um Zufluchtsorte in Europa zu erreichen, ohne sich in tödliche Gefahren begeben zu müssen. Jedoch dürfe auch die Bekämpfung der Fluchtursachen nicht aus dem Blick geraten.

"Die Globalisierung von oben zerstört die Lebensgrundlagen und zwingt die Menschen zur Flucht. Darauf gibt es nur eine komplexe Antwort. Es muss das Recht geben zu gehen, wenn man in seiner Heimat nicht mehr überleben kann. Es muss aber auch das Recht geben zu bleiben. Dafür müssen auf globaler Ebene Maßnahmen ergriffen werden, die Zerstörung der Lebensgrundlagen zu stoppen", erläutert medico-Geschäftsführer Thomas Gebauer.

Ousmane Diarra von der medico-Partnerorganisation AME in Mali kritisiert die Betroffenheitsbekundungen der EU-Kommission und die Bemühungen der europäischen Innen- und Außenminister, jetzt alles daranzusetzen, die Flüchtlinge von der gefährlichen Reise über das Mittelmeer abzuhalten: "Die Menschen werden immer migrieren. Einfach weil sie nicht dort bleiben können, wo sie gerade sind. Das muss auch die EU endlich verstehen."

Sämtliche gekenterte Flüchtlingsboote waren von Libyen aus in See gestochen oder hatten dort Flüchtlinge an Bord genommen: "Seit dem Sturz Gaddafis herrscht Chaos in Libyen. Die Situation für die dort lebenden Migranten und Migrantinnen ist sehr schwierig geworden", sagt Diarra. Außerdem versuchen viele Menschen aufgrund des aktuellen Geschehens in Herkunftsländern wie Syrien, Eritrea oder Somalia über Libyen nach Europa zu gelangen.

medico international unterstützt die Selbstorganisierung der Abgeschobenen aus Mali (AME) und das Alarmtelefon von "Watch the Med". Dieses nimmt Anrufe von Flüchtlingen entgegen, die auf dem Mittelmeer in Seenot geraten. Damit soll Öffentlichkeit hergestellt werden, um sicherzustellen, dass niemand seinem Schicksal überlassen wird. Die Freiwilligen werden dann am Telefon zu unmittelbaren Zeugen des Überlebenskampfes auf See und versuchen alle möglichen Rettungskräfte zu verständigen.

Hinweis: Ousmane Diarra und Thomas Gebauer stehen in Frankfurt für Interviews zur Verfügung.

Zahlreiche Hintergrundinformationen zum Thema Flucht und Migration finden Sie auf: https://www.medico.de/migration/

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