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Hochschule Bremerhaven

UN-Nachhaltigkeitsziele spielerisch entdecken

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Pressemitteilung der Hochschule Bremerhaven vom 22. Juli 2026

UN-Nachhaltigkeitsziele spielerisch entdecken

Bremerhavener Student entwickelt Plattform SDG-Campus

Was bedeutet Nachhaltigkeit wirklich? Wie sieht eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft aus? Und welchen Einfluss haben politische Entscheidungen auf Klima, Gesellschaft und Wohlstand? Damit hat sich Student Ben Grünewald im Studiengang Sustainable Process Engineering beschäftigt. Er hat den SDG Campus entwickelt – eine Plattform mit Informationen und Spielen zu den UN-Nachhaltigkeitszielen. Spieler:innen können ihre Müllsortierkenntnisse unter Beweis stellen oder in einer Simulation die Regierung einer Industrienation übernehmen. Zu finden ist das Spiel unter https://v0-nachhaltigkeit-verstehen.vercel.app/.

Nachhaltiges Handeln spielt im verfahrenstechnischen Studiengang Sustainable Process Engineering eine wichtige Rolle. Neben der Frage, wie in Zukunft fossile Rohstoffe vermieden und durch nachhaltige Alternativen ersetzt werden können, geht es dabei auch um die Wiederverwertung von Materialien nach dem Ende ihrer Nutzungsdauer. Studierende sollen Nachhaltigkeit in ihren vielfältigen Ausprägungen kennenlernen und verstehen. Aus diesem Grund sind auch die Nachhaltigkeitsziele der UN (SDGs) ein wichtiges Thema im Studiengang. Schon im ersten Semester entwickeln die Studierenden Projektideen, wie sie das komplexe Thema anschaulich vermitteln können. Ben Grünewald hat dafür gemeinsam mit Kommiliton:innen eine Unterrichtsstunde für Grundschulklassen ausgearbeitet. „Wir haben ein Projekt geplant, bei dem es um Schokolade geht – unter anderem auch um die Verpackung. Ich habe Spaß daran gefunden und wollte gern etwas machen, wobei das Thema digital greifbar wird“, erklärt er.

Entstanden ist dabei der SDG-Campus, eine digitale Plattform, auf der Interessierte die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN finden können. Außerdem hat Ben Grünewald mit der Unterstützung von Künstlicher Intelligenz zwei Spiele entwickelt. Beim „Sortierwerk“ müssen verschiedene Dinge, beispielsweise Kassenbons oder Druckerpatronen, in die richtigen Müllbehälter sortiert werden. Danach gibt es Feedback, ob die Sortierung richtig war und wie sich die Entscheidungen auf die CO2-Bilanz auswirken. „Wir beschäftigen uns auch im Studiengang damit, wieso Recycling wichtig ist und welche Auswirkungen eine falsche Müllsortierung auf die Umwelt hat. Manches ist auch gesetzlich geregelt, zum Beispiel das Recycling von Batterien. Das sollte man wissen, wenn man beispielsweise Forschungsprojekte umsetzen möchte“, erklärt Ben Grünewald.

Wie politische Entscheidungen Einfluss auf Klima, Gesellschaft und Wohlstand haben, zeigt das Strategiespiel „Pilotprojekt Zukunft“. Spieler:innen übernehmen die Regierung einer modernen Industrienation und müssen mit dem vorhandenen Budget klug in die Bereiche Soziales, Gesundheit, Bildung, Umwelt, Infrastruktur und Wirtschaft investieren. Welche Konsequenzen die Entscheidungen haben, basiert auf realen Wirkungszusammenhängen aus der Nachhaltigkeitsforschung und IPCC-Szenarien. Die Simulation realistisch zu gestalten, war eine besonders große Herausforderung. „Ich hatte in einem Videospiel ein Schiebersystem gesehen, das ich gern übernehmen wollte. Bis das geklappt hat, habe ich einige Anläufe gebraucht“, sagt der Student. Auch die Höhe des Budgets musste mit Bedacht gewählt werden. „Wenn es zu hoch ist, können überall 100 Prozent ausgewählt werden. Das ist selbstverständlich nicht realistisch.“ Jeder Bereich hat unterschiedliche Auswirkungen auf die planetare Belastbarkeit, die menschliche Entwicklung, die wirtschaftliche Resilienz und den gesellschaftlichen Frieden. So verbessern beispielsweise CO2- Steuern zwar das Klima, senken aber den sozialen Frieden. Wenn dieser oder die planetare Belastbarkeit unter kritische Schwellenwerte sinken, kommt es zum Systemkollaps. Spielende müssen in jeder Runde auf die Ereignisse eingehen und ihre Einstellungen anpassen, da sonst die Werte ebenfalls sinken.

Neben den beiden Spielen enthält der SDG-Campus Informationen zu den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen. Diese sind 2016 in Kraft getreten und sollen die nachhaltige Entwicklung aller Länder weltweit sichern. Ben Grünewald hat sie zusammengetragen und mit weiteren Informationen hinterlegt, beispielsweise der Armut- und Unterernährungsquote oder dem Materialverbrauch. „Wer SPE studiert, soll nach dem Abschluss Probleme der Zukunft lösen. Das Verständnis für Nachhaltigkeit ist daher sehr wichtig“, sagt er. Weitere Informationen zum Studiengang sind unter www.hs-bremerhaven.de/spe zu finden. Außerdem beantwortet Ben Grünewald als Studienpate per Mail und Videochat Fragen rund um das SPE-Studium. Informationen dazu unter www.hs-bremerhaven.de/de/studium/studienpat-innen/sustainable-process-engineering.

Der SDG-Campus ist entstanden im Rahmen des neuen Lehrformats "Transformative, dialogisch-interaktive BNE-Lehre" im Projekt „InFoNa - Entwicklung von innovativen Lehrformaten im Nachhaltigkeitskontext an der Hochschule Bremerhaven“. Ziel ist es, dass Studierende nicht nur das fachliche Wissen zum Thema Nachhaltigkeit erwerben, sondern auch die Werte verinnerlichen. Dies geschieht durch die Durchführung eigener Projekte. Ben Grünewald hat sich als Student in der Pilotphase eingebracht. Gefördert wird das Projekt durch die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft - Freie Hansestadt Bremen sowie die "Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH“ (bis).

Derzeit läuft die Bewerbungsphase für ein Studium an der Hochschule Bremerhaven. Auch der Bachelorstudiengang Sustainable Process Engineering nimmt neue Studierende auf. Die Bewerbungsfrist ist der 15. August. Weitere Informationen zum Bewerbungsverfahren für Bachelorstudiengänge unter www.hs-bremerhaven.de/bachelorbewerbung. Wer Interesse an einem Masterstudium hat, findet weitere Informationen unter https://www.hs-bremerhaven.de/masterbewerbung.

Mit Begeisterung studieren, lehren und forschen – dafür steht die Hochschule Bremerhaven. In mehr als 20 praxisnahen und innovativen Studiengängen profitieren die rund 3.000 Studierenden von der engen Zusammenarbeit mit der regionalen Wirtschaft und modernen Lehr- und Lernansätzen. Die zahlreichen Forschungsaktivitäten der „Hochschule am Meer“ wurden bereits vielfach ausgezeichnet und unterstützen nachhaltige Entwicklungen in der Region und darüber hinaus.

Pressekontakt:
Hochschule Bremerhaven
Nadine Metzler
An der Karlstadt 8
27568 Bremerhaven
nmetzler@hs-bremerhaven.de
presse@hs-bremerhaven.de