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Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

PM Bundesstiftung Aufarbeitung: 65 Jahre Mauerbau: Ein tödliches Grenzregime zwischen Erinnerung und Vereinnahmung

PRESSEMITTEILUNG DER BUNDESSTIFTUNG AUFARBEITUNG

65 Jahre Mauerbau: Ein tödliches Grenzregime zwischen Erinnerung und Vereinnahmung

Berlin, 11. August 2026 – In der Nacht zum 13. August 1961 ließ das SED-Regime die Grenze zu West-Berlin abriegeln. Bewaffnete Kräfte sperrten Übergänge und Straßen und errichteten Barrieren aus Stacheldraht, die in den folgenden Jahren zu einer immer umfassenderen Grenzanlage ausgebaut wurden. Ziel war es, die Bürgerinnen und Bürger der DDR vom Westen abzuschotten und an der Flucht in die Bundesrepublik zu hindern. Mit dem 13. August 1961 schloss sich zugleich die letzte gefahrlose Fluchtmöglichkeit aus der DDR: Bereits 1952 hatte das SED-Regime die innerdeutsche Grenze mit Stacheldraht und Minen gesperrt; einzig der Weg über Westberlin war bis dahin offengeblieben.

Mindestens 140 Menschen verloren zwischen 1961 und 1989 an der Berliner Mauer oder im unmittelbaren Zusammenhang ihr Leben. Die insgesamt 155 Kilometer lange Grenzanlage umschloss West-Berlin, durchschnitt die Stadt und trennte mehr als 28 Jahre lang Familien und Freunde. Sie wurde zum sichtbaren Symbol der deutschen Teilung und der kommunistischen Diktatur in der DDR.

„Die Berliner Mauer ist als Symbol für Unterdrückung im weltweiten Gedächtnis verankert“, so die Direktorin der Bundesstiftung Aufarbeitung, Anna Kaminsky. „Seit ihrem Fall im Jahr 1989 wird sie für zahlreiche Vergleiche herangezogen – sei es mit der Abweisung von Flüchtlingen an den EU-Außengrenzen, seit es mit dem Vergleich zu den Grenzanlagen zwischen Israel und den palästinensischen Autonomiegebieten oder mit der Grenze zwischen den USA und Mexiko. Solche Vergleiche blenden aus, dass die Berliner Mauer und die Grenzanlagen an der innerdeutschen Grenze dazu dienten, DDR-Bürger am Verlassen des Landes zu hindern.“

Zugleich warnt Kaminsky davor, die Berliner Mauer im gegenwärtigen politischen Streit zu instrumentalisieren: „Angesichts der Wahlerfolge der AfD im Osten wird in den sozialen Medien – vor allem im Westen – polemisch eine neue Mauer gefordert. Im Osten wiederum setzen AfD-Funktionäre die sogenannte Brandmauer mit der Berliner Mauer gleich. Die einen grenzen Ostdeutsche pauschal aus, die anderen wollen sich in die Tradition politisch Verfolgter stellen. Beides wird der Geschichte nicht gerecht: Die Berliner Mauer war Teil eines tödlichen Grenzregimes. Wer sie zur Abwertung des Ostens oder zur politischen Selbstinszenierung benutzt, verharmlost dieses Unrecht und vertieft die Spaltung zwischen Ost und West.“

Eine Übersicht von Gedenkveranstaltungen zum Mauerbau ist abrufbar unter: http://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/65mauerbau-veranstaltungen

Für eine anschauliche und schülergerechte Annäherung an das Thema Mauerbau empfiehlt die Bundesstiftung Aufarbeitung die Folge „Der Mauerbau“ der Videoreihe Backstage DDR als Einstieg für den Unterricht: www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/backstageddr-dermauerbau

Weiterführende Informationen sowie vertiefende Materialien bietet das Online-Dossier „Mauerbau am 13. August 1961“ auf der Website der Bundesstiftung Aufarbeitung: www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/de/recherche/dossiers/mauerbau-am-13-august-1961

Jonathan Harnisch | Pressereferent | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur | Kronenstraße 5 | 10117 Berlin | Tel. 030 / 31 98 95 225

j.harnisch@bundesstiftung-aufarbeitung.de | www.bundesstiftung-aufarbeitung.de

Datenschutz: www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/datenschutz

Unsere neue Ausstellung "Die Partei hat immer recht. Die SED im Alltag der DDR": bundesstiftung-aufarbeitung.de/dieSEDimAlltag

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