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Vereinigung der Pflegenden in Bayern (KöR)

Ein Jahr Berufsregister für Pflegefachpersonen in Bayern: VdPB zieht eine erste Zwischenbilanz

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Ein Jahr Berufsregister für Pflegefachpersonen in Bayern: VdPB zieht eine erste Zwischenbilanz

Ein Jahr Registrierungspflicht in Bayern – das Berufsregister etabliert sich als zentrale Datenerfassung für Pflegefachpersonen / Erste Zahlen nach einem Jahr Berufsregister / Hohe Bildungsbereitschaft erkennbar

München, 01.06.2026 – Vor genau einem Jahr ging das Berufsregister für bayerische Pflegefachpersonen an den Start. Das erklärte Ziel: Die Kompetenzen der Pflegefachpersonen erstmalig sichtbar zu machen und eine fundierte Datengrundlage über die Profession Pflege zu erhalten. Dieses Wissen ist ein entscheidender Schritt, um die Zukunft der Pflege in Bayern aktiv und nachhaltig gestalten zu können.

Zwar ist zum Beispiel weitläufig bekannt, dass ein Fachkräftemangel in der Pflege besteht. Aber wie genau sich dieser durch den Renteneintritt der geburtenstarken Jahrgänge – der sogenannten „Boomer“ – verschärfen wird, ist bisher nicht genau belegt. Grund dafür ist, dass es bislang keine Daten über die genaue Anzahl, Qualifikationen, Einsatzbereiche und regionale Verteilung der bayerischen Pflegefachpersonen gibt. Vor diesem Hintergrund wurde mit der Novellierung des Bayerischen Pflegendengesetzes (BayPfleG) der Artikel 7 zur Erfassung bayerischer Pflegefachpersonen erlassen, der am 01. Juni 2025 in Kraft trat. Seitdem sind von den geschätzten 220.000 beruflich Pflegenden in Bayern etwa 170.000 Pflegefachpersonen verpflichtet, sich im Berufsregister der Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB) einzutragen.

Bereits 41.000 Registrierungsanträge kann die VdPB nach einem Jahr verzeichnen und auf Basis der bisher erhobenen Daten erste wertvolle Erkenntnisse gewinnen. Dabei zeigt sich, dass die Pflege mit einem Anteil von 81% der eingetragenen Pflegefachpersonen nach wie vor überwiegend weiblich geprägt ist. Auch das Altersspektrum entspricht der allgemeinen Demografie von Erwerbstätigen. Bei einem angenommen Renteneintritt von 67 Jahren gehen über 17% der Registrierten in den nächsten zehn Jahren in den Ruhestand. „Der Bedarf an qualifiziertem Nachwuchs ist bereits heute klar erkennbar. Das verdeutlicht, wie wichtig es ist, rechtzeitig wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um die pflegerische Versorgung in Bayern langfristig zu sichern“, mahnt Rita Zöllner, Präsidentin der VdPB. „Diese Annahme lässt zudem unberücksichtigt, dass es sich bei dem Pflegeberuf um eine körperlich sehr herausfordernde Tätigkeit handelt. Es erscheint also fraglich, ob die betroffenen Personen tatsächlich in der Lage sein werden, bis zu einem Rentenalter von 67 Jahren zu arbeiten.“ Für Zöllner steht fest, dass der Pflegeberuf insgesamt attraktiver werden muss: „Vor allem fehlt es der Profession Pflege an einer ausreichenden Anerkennung ihrer Kompetenzen.“

Ein erfreuliches Ergebnis der Daten: Mehr als 11% der im Berufsregister Registrierten verfügen über mindestens eine Weiterbildung, insgesamt sind über 30 verschiedene Weiterbildungsabschlüsse abgebildet. Die beruflichen Tätigkeiten konzentrieren sich im Register vor allem auf Krankenhäuser sowie auf die stationäre Langzeit- und ambulante Pflege. Mit mehr als 13 verschiedenen Einsatzfeldern, die derzeit im Berufsregister angegeben sind, wird das große Tätigkeitsspektrum des Pflegeberufes sichtbar. Diese Zahlen verdeutlichen nicht nur die Breite der Einsatzbereiche und Qualifikationen der registrierten Pflegefachpersonen in Bayern, sondern zeigen insbesondere auch die hohe Bildungsbereitschaft, über die Ausbildung hinaus Kompetenzen zu erwerben. Das Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege (BEEP) setzt dabei wichtige Impulse. „Die Kompetenzerweiterung ist ein bedeutender Schritt für die Profession. Zusätzlich bedarf es an mehr Autonomie bei der Ausübung der pflegerischen Praxis sowie eigenverantwortliches Arbeiten, um das Berufsbild langfristig aufzuwerten“, betont Zöllner.

Aufbauend auf der zuletzt 2023 erfolgten Monitoringstudie der VdPB zum Pflegepersonalbedarf in Bayern ergibt sich aus den Eintragungen der bereits registrierten Pflegefachpersonen eine sehr gute Datenqualität mit hoher Aussagekraft. Um diese positive Entwicklung weiter ausbauen zu können, appelliert Rita Zöllner an alle bayerischen Pflegefachpersonen, sich zeitnah und vollständig zu registrieren, damit die Professionalisierung der Pflege konsequent vorangetrieben werden kann: „Die bisher hohe Registrierungsbeteiligung freut uns sehr. Je umfangreicher die Datenbasis ist, desto gezielter können wir beispielsweise regionale Bedarfe erkennen und dringend notwendige Handlungserfordernisse valide herausarbeiten. Aus diesem Grund ist jeder einzelne Eintrag im Berufsregister wichtig. Daher rufen wir alle bayerischen Pflegefachpersonen dazu auf, der Registrierungspflicht nachzukommen – für die pflegerische Versorgungssicherheit in Bayern und die Weiterentwicklung der Profession Pflege!“

Die VdPB

Die Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und ein unabhängiges Sprachrohr von und für professionelle Pflegekräfte in Bayern. Die VdPB wurde 2017 auf Grundlage des vom Bayerischen Landtag verabschiedeten Pflegendenvereinigungsgesetzes gegründet und hat unter anderem die Aufgabe, die Qualität der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung weiterzuentwickeln – sowohl im Interesse der Berufsgruppe als auch für die Versorgungssicherheit der Menschen in Bayern. Dazu wirkt die VdPB an Gesetzgebungsverfahren mit und vertritt die Pflegenden in Gremien wie beispielsweise dem Landespflegeausschuss. Zudem berät sie ihre Mitglieder kostenlos in berufsrechtlichen, berufsethischen und fachlichen Fragen und verantwortet den Bereich der Fort- und Weiterbildung der beruflich Pflegenden. Die VdPB ist außerdem die für die Führung des Berufsregisters und die Registrierung der Praxisanleitungen in der Pflege zuständige Behörde. Die Mitgliedschaft in der VdPB ist für professionell Pflegende freiwillig und kostenlos. Seit November 2025 ist Rita Zöllner Präsidentin der VdPB.

Vereinigung der Pflegenden in Bayern KöR
Prinzregentenstraße 24
80538 München
info@vdpb-bayern.de

Präsidentin: Rita Zöllner
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